{"Signatur": "ZH_OG_004", "Spider": "ZH_Obergericht", "Datum": "2014-11-20", "PDF": {"Datei": "ZH_Obergericht/ZH_OG_004_PG130001_2014-11-20.pdf", "URL": "https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/PG130001-O14.pdf", "Checksum": "638882e25bafa9de180d996fc69fa6e7"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["PG130001"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Zürich Obergericht Verwaltungskommission 20.11.2014 PG130001"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Zürich Obergericht Verwaltungskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Zurich  Verwaltungskommission"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Zurigo  Verwaltungskommission"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Ernennung eines Schiedsrichters"}], "ScrapyJob": "446973/28/2290", "Zeit UTC": "05.07.2025 22:23:34", "Checksum": "77ac92c3acd9c467c28ee9ebf83fbadd", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Zürich Obergericht Verwaltungskommission 20.11.2014 PG130001\nRegeste:\nErnennung eines Schiedsrichters\n\n2.2.1. Die Gesuchsgegnerin 1 verneint einen Widerspruch zwischen Sub-Clause\n51.2 der Präambel und Sub-Clause 50.2 des \"Part II - Special Conditions Section A mit der Begründung, zu Beginn der Präambel werde auf die FIDIC-\nBestimmungen verwiesen, welche in Ziff. 50.2 die ICC-Schiedsordnung für anwendbar erklären. Damit befinde sich der Verweis auf das Schweizer Recht und\nder Verweis auf die ICC-Schiedsordnung formal auf gleicher Stufe (act. 24 S. 4).\nDieser Ansicht kann jedoch nicht gefolgt werden. In der Präambel wird nicht in\ndem Sinne auf die FIDIC-Bestimmungen verwiesen, dass diese integrierender\nBestandteil der Präambel werden sollen. Dies ergibt sich bereits aus dem Wortlaut des Einleitungssatzes der Präambel: \"Reference is made to the Conditions of\nContract for Electrical and Mechanical Works, Third Edition 1987, issued by the\nFederation Internationale des Ingénieurs-conseils (F.I.D.I.C)\" (act. 2/1 S. 4). Dieser Satz bedeutet, es werde Bezug genommen auf die FIDIC-Bestimmungen, und\nnicht, es werde auf die FIDIC-Bestimmungen verwiesen. Hinzu kommt, dass sich\nin \"Part I - General Conditions\" ein ausdrücklicher Verweis im eigentlichen Sinne\nauf die FIDIC-Bestimmungen findet (act. 2/1 S. 13) und es keinen Sinn ergeben\nwürde, sowohl in der Präambel als auch in \"Part I - General Conditions\" auf die\nFIDIC-Bestimmungen zu verweisen. Der in der Präambel enthaltene Hinweis auf\ndie FIDIC-Bestimmungen ist aber insofern von Bedeutung, als damit zum Ausdruck gebracht wird, dass die Präambel auf den FIDIC-Bestimmungen basiert und\nsich bezüglich Inhalt und Aufbau an diesen orientiert (vgl. insbesondere die\nNummerierung innerhalb der Präambel, welche der Nummerierung der FIDIC-\nBestimmungen entspricht), weshalb die FIDIC-Bestimmungen bei der Auslegung\nder Präambel zu berücksichtigen sind. Entsprechend finden sich die Grundlagen\nfür das vereinbarte Schiedsverfahren in den FIDIC-Bestimmungen, wobei die Parteien in der Präambel und in \"Part II - Special Conditions Section A\" abweichende\nAnordnungen treffen können.\n\n2.2.2. Betreffend Schiedsverfahren findet sich in den FIDIC-Bestimmungen folgende grundsätzliche Regelung (act. 25/2 S. 36):\n\n\"Arbitration 50.2 If at any time any question, dispute or difference\nshall arise between the Employer and the\n- 16 -\n\nContractor in connection with or arising out of the\nContract or the carrying out of the Works either\nparty shall be entitled to refer the matter or to be\nfinally settled by arbitration in accordance with the\nRules of Conciliation and Arbitration of the International Chamber of Commerce by one or more\narbitrators appointed in accordance with those\nRules, or by arbitration in accordance with such\nother rules as are specified in Part II.\n(…)\"\n\n\"Procedural Law 51.2 The law governing the procedure and administration of any arbitration instituted pursuant to\nClause 50 is stated in the Preamble.\"\n\n\"Language 51.3 The language and place of the arbitration are\nstated in the Preamble.\"\n\nAus Ziff. 50.2 der FIDIC-Bestimmungen ergibt sich zunächst, dass es für das\nSchiedsverfahren zwei Varianten gibt: Entweder richtet sich das Schiedsverfahren\nnach der ICC-Schiedsordnung, wobei auch die Ernennung der Schiedsrichter\ngemäss dieser Ordnung erfolgt, oder das Schiedsverfahren richtet sich nach anderen Regeln, welche die Parteien in \"Part II - Special Conditions Section A\" anzugeben haben.\n\nVon dieser letztgenannten Möglichkeit haben die Parteien vorliegend insofern\nGebrauch gemacht, als sie in Sub-Clause 50.2 des \"Part II - Special Conditions\nSection A\" ausdrücklich vereinbarten, \"The rules of arbitration shall be those of\nthe International Chamber of Commerce (ICC)\" (act. 2/1 S. 16). Zwar wäre dieser\nVerweis auf die ICC-Schiedsordnung vorliegend nicht notwendig gewesen, enthält\ndoch bereits Ziff. 50.2 der FIDIC-Bestimmungen den Grundsatz, dass die ICC-\nSchiedsordnung anwendbar sein soll. Der erneute, ausdrückliche Verweis auf die\nICC-Schiedsordnung schadet aber auch nicht. Es kann darin sogar - wie die Gesuchsgegnerin 1 zutreffend ausführte (act. 38 S. 6) - eine Bekräftigung des Wil-\n- 17 -\n\nlens der Parteien erblickt werden, das Schiedsverfahren der ICC-Schiedsordnung\nzu unterstellen.\n\n"}