{"Signatur": "ZH_OG_004", "Spider": "ZH_Obergericht", "Datum": "2014-11-20", "PDF": {"Datei": "ZH_Obergericht/ZH_OG_004_PG130001_2014-11-20.pdf", "URL": "https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/PG130001-O14.pdf", "Checksum": "638882e25bafa9de180d996fc69fa6e7"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["PG130001"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Zürich Obergericht Verwaltungskommission 20.11.2014 PG130001"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Zürich Obergericht Verwaltungskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Zurich  Verwaltungskommission"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Zurigo  Verwaltungskommission"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Ernennung eines Schiedsrichters"}], "ScrapyJob": "446973/28/2290", "Zeit UTC": "05.07.2025 22:23:34", "Checksum": "77ac92c3acd9c467c28ee9ebf83fbadd", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Zürich Obergericht Verwaltungskommission 20.11.2014 PG130001\nRegeste:\nErnennung eines Schiedsrichters\n\n6. Mit Verfügung vom 19. September 2013 wurde der Gesuchstellerin Frist angesetzt, um zur Stellungnahme der Gesuchsgegnerin 1 ihrerseits Stellung zu\nnehmen (act. 27). Innert erstreckter Frist reichte sie mit Eingabe vom 9. Dezember 2013 eine Stellungnahme ein und hielt an ihrem Antrag um Einsetzung eines\nEinzelschiedsrichters fest (act. 31). Auf entsprechende Fristansetzung hin\n(act. 33) nahm die Gesuchsgegnerin 1 innert erstreckter Frist ein weiteres Mal\nStellung und hielt an ihren Anträgen fest (act. 38). Die Gesuchsgegnerin 2 liess\nsich innert Frist nicht vernehmen. Mit Verfügung vom 24. Juni 2014 wurde der\nGesuchstellerin Frist angesetzt für eine weitere Stellungnahme (act. 39). Diese\nFrist wurde zunächst bis 15. August 2014 (act. 41) und hernach letztmals bis\n15. September 2014 (act. 43) erstreckt. Mit Eingabe vom 15. September 2014\n(Datum Poststempel: 16. September 2014) reichte die Gesuchstellerin eine weitere Stellungnahme zu den Akten (act. 44 [Faxeingabe] und act. 45 [Original]), wobei Frau D._____ auf der Rückseite des Umschlags bestätigte, dass die Sendung\nam 15. September 2014 der Schweizerischen Post übergeben worden sei\n(act. 46).\n\n7. Das Verfahren erweist sich damit als spruchreif.\n\nII.\n\nDa alle Parteien bei Abschluss der Schiedsvereinbarung im Vertrag vom\n16. Februar 2010 ihren Sitz im Ausland hatten (Gesuchstellerin: Griechenland,\nGesuchsgegnerin 1: Frankreich, Gesuchsgegnerin 2: Italien; vgl. act. 2/1 S. 1)\nund sich der Sitz des Schiedsgerichtes in Zürich befindet (act. 2/1 S. 12 Sub-\nClause 51.3), sind die Bestimmungen des 12. Kapitels \"Internationale Schiedsgerichtsbarkeit\" des Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht (IPRG;\nSR 291) anwendbar (Art. 176 Abs. 1 IPRG), ausser die Parteien hätten die Anwendung dieses Kapitels ausgeschlossen und die ausschliessliche Anwendung\nder kantonalen Bestimmungen über die Schiedsgerichtsbarkeit vereinbart\n(Art. 176 Abs. 2 IPRG). Dies ist vorliegend nicht geschehen. Allenfalls könnte man\n- wie die Gesuchsgegnerin 1 zu Bedenken gibt (act. 38 S. 7 f.) - in Sub-\nClause 51.2 der Präambel einen Ausschluss des 12. Kapitels des IPRG erblicken.\n-5-\n\nEs fehlt dabei jedoch am ausdrücklichen Ausschluss der Anwendung des 12. Kapitels sowie an der Vereinbarung der ausschliesslichen Anwendung der kantonalen Bestimmungen über die Schiedsgerichtsbarkeit (vgl. Pfiffner/Hochstrasser, in:\nHonsell/Vogt/Schnyder/Berti [Hrsg.], Basler Kommentar Internationales Privatrecht, 3. Auflage, Basel 2013, N 42 ff. zu Art. 176 IPRG). Im Übrigen gehen beide\nParteien von der Anwendbarkeit des 12. Kapitels des IPRG aus (Gesuchstellerin:\nact. 1 S. 1 und act. 31 S. 1 f.; Gesuchsgegnerin 1: act. 38 S. 8).\n\nIII.\n\n1. Da sich der zwischen den Parteien abgeschlossene Vertrag vom 16. Februar 2010 (act. 2/1) als relativ kompliziert und unübersichtlich erweist, sind vorab\nzum besseren Verständnis die vorliegend massgebenden Bestimmungen des erwähnten Vertrages aufzuführen:\n\n1.1. In Sub-Clause 51.1, 51.2 und 51.3 der Präambel ist Folgendes festgehalten\n(act. 2/1 S. 12):\n\n\"Applicable Law Sub-Clause 51.1\nThe contract shall be governed by and interpreted\nin accordance with the substantive law of Swiss\nexcept for its rules in relation to conflict of laws.\"\n\n\"Procedural Law Sub-Clause 51.2\nfor Arbitration The procedural law for arbitration is Swiss law.\"\n\n\"Language and Place Sub-Clause 51.3\nof Arbitration The language of arbitration is English language.\nThe place of arbitration shall be Zurich, Switzerland.\"\n\n1.2. Sub-Clause 50.2 des \"Part II - Special Conditions Section A\" enthält folgende Regelung (act. 2/1 S. 16):\n-6-\n\n\"Arbitration Sub-Clause 50.1\nThe rules of arbitration shall be those of the International Chamber of Commerce (ICC).\"\n\n1.3. In \"Part I - General Conditions\" wird auf die FIDIC-Bestimmungen verwiesen,\nwobei festgehalten ist, dass im Falle von Widersprüchen die \"Special Conditions\"\nin Part II den FIDIC-Bestimmungen vorgehen (act. 2/1 S. 13). Ziff. 50.2, Ziff. 51.1,\nZiff. 51.2 und Ziff. 51.3 der FIDIC-Bestimmungen lauten wie folgt (act. 25/2 S. 36):\n\n\"Arbitration 50.2 If at any time any question, dispute or difference\nshall arise between the Employer and the\nContractor in connection with or arising out of the\nContract or the carrying out of the Works either\nparty shall be entitled to refer the matter or to be\nfinally settled by arbitration in accordance with the\nRules of Conciliation and Arbitration of the International Chamber of Commerce by one or more\narbitrators appointed in accordance with those\nRules, or by arbitration in accordance with such\nother rules as are specified in Part II.\n(…)\"\n\n\"Applicable Law 51.1 The law which is to apply to the Contract and under which the Contract is to be construed is stated\nin the Preamble.\"\n\n"}