{"Signatur": "ZH_OG_004", "Spider": "ZH_Obergericht", "Datum": "2012-08-16", "PDF": {"Datei": "ZH_Obergericht/ZH_OG_004_PG110009_2012-08-16.pdf", "URL": "https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/PG110009-O8.pdf", "Checksum": "8339143cf8135fdff3ee92ce36919762"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["PG110009"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Zürich Obergericht Verwaltungskommission 16.08.2012 PG110009"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Zürich Obergericht Verwaltungskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Zurich  Verwaltungskommission"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Zurigo  Verwaltungskommission"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Ablehnung eines Schiedsrichters nach Art. 369 ZPO"}], "ScrapyJob": "446973/28/2354", "Zeit UTC": "05.09.2025 22:44:11", "Checksum": "44ce657aa5f050c5fab8d1bb2f8aaa9e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Zürich Obergericht Verwaltungskommission 16.08.2012 PG110009\nRegeste:\nAblehnung eines Schiedsrichters nach Art. 369 ZPO\n\n2. Unbestritten und durch eingereichte Dokumente belegt ist, dass der von den\nGesuchsgegnerinnen als Schiedsrichter ernannte Dott. Ing. G._____ von diesen\nals Berater für die Verhandlungen mit der Gesuchstellerin beigezogen wurde und\nin den letzten Jahren als Berater der Gesuchsgegnerinnen an mehreren Vergleichsgesprächen zwischen den Parteien teilgenommen hat (Gesuchstellerin:\nact. 1 S. 3; Gesuchsgegnerinnen: act. 16 S. 4; Dott. Ing. G._____: act. 18 S. 2;\nvgl. auch act. 4/7-9). Unbestritten ist sodann auch, dass die Gesuchsgegnerinnen\nDott. Ing. G._____ bzw. die H._____ (nachfolgend: H._____) damit beauftragten,\neine verhandlungsfähige Grundlage zu erarbeiten, um die zwischen den Parteien\nverhärteten Standpunkte einer Lösung zuzuführen. Zu diesem Zweck erstellte\nDott. Ing. G._____ bzw. die H._____ das Gutachten vom 25. Juni 2010 (Gesuchstellerin: act. 1 S. 4; Gesuchsgegnerinnen: act. 16 S. 4).\n\n3. Zwischen den Parteien strittig ist die Auslegung der Schiedsklausel mit folgendem Wortlaut:\n\n\"7.8 Arbitrato in caso di controversia\n\nOgni controversia relativa all'interpretazione ed esecuzione del presente\ncontratto si dirime, a richiesta di una delle parti, tra due arbitri liberi da nominarsi uno per ciascuno, con apposito atto scritto, entro 20 giorni dalla data\ndella richiesta stessa.\n\nI due arbitri, entro 20 giorni dalla loro nomina, debbono eleggere per iscritto\nun terzo arbitro, ch è chiamato a pronunciarsi soltanto sui punti per i quali i\ndue arbitri non sono riusciti a raggiungere un accordo.\n\nSe una delle due parti non nomina il proprio arbitro, ovvero se gli arbitri non\nnominano il terzo, nei limiti e nei modi rispettivamente previsti, la parte più\ndiligente può farli nominare dal presidente del tribunale nella cui giurisdizione ha sede la società delegataria.\n-5-\n\nGli arbitri sono dispensati da ogni formalità giudiziaria.\n\nLe pronunce degli arbitri di parte concordi e quelle eventueli del terzo arbitro\nsono obbligatorie per le parti, le quali rinunciano fin da ora a qualsiasi impugnativa, salvo il caso di dolo o di violazione delle norme di legge o dei patti\ncontrattuali e salvo rettifica die eventueli errori materiali di conteggio. Tali\npronunce devono essere emesse entro 180 giorni dalla data di elezione del\nterzo arbitro.\n\nQualora gli arbitri non rispettino i termini sopra indicati, le parti possono considerarli decaduti e nominare altri in loro vece.\n\nCiascuna delle parti sopporta la spesa del proprio arbitro; quella del terzo fa\ncarico per metà al contraente, che conferisce alla societa la facoltà di liquidare detta spesa e die prelevare la di lui quota dalle indennità spettanti\nall'assicurato.\"\n\nDie Gesuchstellerin vertritt die Ansicht, dass es sich bei Ziff. 7.8. des Versicherungsvertrages um eine Schiedsklausel handelt, weshalb für die gemäss dieser\nSchiedsklausel zu bezeichnenden Schiedsrichter die Ablehnungsgründe gemäss\nArt. 367 ZPO gelten (act. 1 S. 6 ff.).\n\nDie Gesuchsgegnerinnen gehen demgegenüber davon aus, dass in einer ersten\nStufe, einem Schlichtungsverfahren, die Parteien je einen \"Schiedsrichter\" im\nSinne eines Schlichters und Vertreters ermächtigten mit dem Auftrag, in den strittigen Fragen eine Lösung zu suchen und diese verbindlich zu vereinbaren. Diese\nseien nicht an rechtliche Formalitäten gebunden und könnten auch nach Billigkeit\nentscheiden. In einer zweiten Stufe sei ein Schiedsgerichtsverfahren im engeren\nSinn vereinbart mit einem Einzelschiedsrichter, der über diejenigen Punkte urteile,\nin denen sich die beiden Schlichter und Vertreter der Parteien im Schlichtungsverfahren nicht hätten einigen können (act. 16 S. 5).\n-6-\n\nIII. Prozessuales\n\n1. Der Sitz des Schiedsgerichts wurde in der Police nicht ausdrücklich vereinbart (vgl. act. 4/1 S. 19). Die Gesuchsgegnerinnen leiteten mit Eingabe vom\n17. Juni 2011 das Schiedsverfahren ein und bezeichneten darin Zürich als Gerichtsstand (act. 4/2 S. 4). Dies wird von der Gesuchstellerin ausdrücklich akzeptiert (act. 1 S. 10).\n\n2. Die Gesuchsgegnerinnen machen geltend, es handle sich vorliegend um eine internationale Streitigkeit, da die Gesuchsgegnerinnen Sitz in J._____ und in\nder Schweiz hätten (act. 16 S. 9). Gemäss Art. 176 Abs. 1 des Bundesgesetzes\nüber das internationale Privatrecht (IPRG) gelten die Bestimmungen des\n12. Kapitels über die internationale Schiedsgerichtsbarkeit für Schiedsgerichte mit\nSitz in der Schweiz, wenn beim Abschluss der Schiedsvereinbarung wenigstens\neine Partei ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt nicht in der\nSchweiz hatte. Vorliegend hatten im Zeitpunkt des Abschlusses der Schiedsvereinbarung beide Parteien ihren Sitz in der Schweiz (vgl. act. 4/1 S. 5). Die in der\nFolge erfolgte Zession der Forderung von der I._____ AG auf die heutigen Gesuchsgegnerinnen vermag daran nichts zu ändern. Das IPRG kommt damit vorliegend nicht zur Anwendung. Ergänzend sei noch darauf hingewiesen, dass die\nGesuchsgegnerinnen zwar - wie dargelegt - eine internationale Streitigkeit geltend\nmachen, selber jedoch in ihrer Eingabe vom 16. September 2011 durchwegs von\nder Anwendbarkeit der schweizerischen Zivilprozessordnung ausgingen (act. 16,\ninsbesondere S. 5).\n\n"}