{"Signatur": "ZH_KSG_001", "Spider": "ZH_Obergericht", "Datum": "2004-12-21", "PDF": {"Datei": "ZH_Obergericht/ZH_KSG_001_AA040122_2004-12-21.pdf", "URL": "https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/00A50D8A3C465B49C1256F7F00585BAF_AA040122.pdf", "Checksum": "315e767484204b95a9c24dd0d02f57c4"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["AA040122"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Zürich Kassationsgericht 21.12.2004 AA040122"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Zurich Kassationsgericht 21.12.2004 AA040122"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Zurigo Kassationsgericht 21.12.2004 AA040122"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Zürich Kassationsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Zurich Kassationsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Zurigo Kassationsgericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "-"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Kautionsbemessung, Streitwert der (negativen) Kollokationsklage - Natur des Beschwerdeverfahrens"}], "ScrapyJob": "446973/28/2354", "Zeit UTC": "05.09.2025 22:42:03", "Checksum": "f61e389e79e906d73f701f175c255aea", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Zürich Kassationsgericht 21.12.2004 AA040122\nRegeste:\nKautionsbemessung, Streitwert der (negativen) Kollokationsklage - Natur des Beschwerdeverfahrens\n\n Immerhin hat der Ermessensspielraum, den die vorliegend einschlägigen\n§§ 18 ff. ZPO (vgl. dazu Erw. II/4.1/b-c) dem Sachrichter einräumen, zur Folge,\ndass die Kassationsinstanz im Rahmen von § 281 Ziff. 1 ZPO trotz grundsätzlich\nfreier Kognition nur dann gegen die vorinstanzliche Streitwertschätzung (bzw. die\ndarauf basierende Kautionsberechnung) einschreiten kann, wenn diese auf einem\nErmessensmissbrauch oder einer Ermessensüberschreitung beruht (Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 42 zu § 281 ZPO m.w.Hinw. [und ausdrücklichem Verweis\nauf § 22 Abs. 2 ZPO]; Kass.-Nr. 98/034 vom 12.10.1998 i.S. K. c. M. und M., Erw.\nII/4/a; s.a. RB 1980 Nr. 26). Insbesondere ist es ihr verwehrt, bei der Streitwertbezifferung ihr eigenes Ermessen an die Stelle des pflichtgemäss ausgeübten sachrichterlichen Ermessens zu setzen.\n\n4.1.a) Wie bereits im kassationsgerichtlichen Beschluss vom 13. April 2004\n(KG I act. 37 S. 12, Erw. III/4.2/a) erörtert, richtet sich der (im Hinblick auf die\nNachkautionierung der Beschwerdeführerin vorfrageweise zu bestimmende)\nStreitwert (vgl. § 79 Abs. 1 ZPO) nach gefestigter Praxis, welcher die herrschende\nLehre folgt, im Kollokationsprozess grundsätzlich nach dem Betrag der auf den\numstrittenen Anspruch entfallenden mutmasslichen Konkursdividende resp. – bei\nder negativen Kollokationsklage im Sinne von Art. 250 Abs. 2 SchKG – nach dem\n- 9 -\n\nProzessgewinn, der bei Obsiegen für den Kläger und die Masse anfallen kann\n(Pra 2002 Nr. 125, Erw. 1; BGE 106 III 69; 93 II 85; 87 II 193; 82 III 94 f.; 81 III\n76 f.; 65 III 28 ff.; ZR 72 Nr. 66; 79 Nr. 22; Kass.-Nr. 2001/227 vom 27.10.2001\ni.S. H. c. S., Erw. II/2; Brunner/Reutter, Kollokations- und Widerspruchsklagen\nnach SchKG, 2. A., Bern 2002, S. 54 f.; Furrer, Die Kollokationsklagen nach\nschweizerischem Recht, Diss. Zürich 1979, S. 156; Amonn/Walther, Grundriss\ndes Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 7. A., Bern 2003, § 46 N 55 ff.;\nSpühler, Schuldbetreibungs- und Konkursrecht II, 3. A., Zürich 2003, S. 59; Hierholzer, in: Staehelin/Bauer/Staehelin [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über\nSchuldbetreibung und Konkurs, 3 Bde., Basel/Genf/München 1998, N 49 und 53\nzu Art. 250 SchKG; Jaeger/Walder/Kull/Kottmann, Das Bundesgesetz über\nSchuldbetreibung und Konkurs, 3 Bde., 4. A., Zürich 1997/1999/2001, N 11 zu\nArt. 250 SchKG; Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 13 zu § 18 ZPO; Hauser/\nSchweri, Kommentar zum zürcherischen Gerichtsverfassungsgesetz, Zürich\n2002, N 75 zu § 22 GVG; Walder-Richli, Zivilprozessrecht, 4. A., Zürich 1996, § 7\nRz 74). Immerhin lässt die Rechtsprechung des zürcherischen Obergerichts im\nZusammenhang mit der Beurteilung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des\nProzesses und der Erhebung einer Prozesskaution in dem Sinne eine \"elastischere Anwendung\" dieser (im Grundsatz unbestrittenen bzw. als massgeblich anerkannten) Regel zu, dass besondere Umstände, die dem Gericht bekannt sind\noder von einer Partei geltend gemacht werden, nach Ermessen im Sinne einer\nErhöhung des Streitwertes berücksichtigt werden können, wobei insbesondere\ndarauf zu achten sei, ob sich das Abstellen auf den mutmasslichen Dividendenbetrag (bzw. Prozessgewinn) als unbillig erweise (ZR 72 Nr. 66, Erw. 4; s.a. ZR\n79 Nr. 22).\n\nb) Entgegen beschwerdeführerischer Ansicht erscheint die der obergerichtlichen Praxis zugrunde liegende Auffassung, wonach es sich beim Abstellen auf\ndie mutmassliche Konkursdividende bzw. den mutmasslichen Prozessgewinn nur\n(aber doch) um eine einer \"elastischeren Anwendung\" zugängliche Grundregel\nhandelt, von der insbesondere im Zusammenhang mit der Regelung der Nebenfolgen und der Auferlegung von Prozesskautionen bei Vorliegen besonderer Einzelfallumstände nach Ermessen (im Sinne einer Erhöhung des Streitwerts) abge-\n- 10 -\n\nwichen werden kann, als zutreffend und die in der Beschwerde kritisierte (kantonale) Rechtsprechung zur Streitwertbezifferung bei der Kollokationsklage daher\nals durchaus zulässig und damit gesetzeskonform.\n\naa) Die (von der Beschwerdeführerin vertretene) gegenteilige Meinung, wonach die bundesgerichtliche Rechtsprechung eine derartige Erhöhung verbiete, ist\nzunächst allein schon deshalb nicht zwingend, weil sich die zur Frage des Streitwerts von Kollokationsklagen ergangenen bundesgerichtlichen Entscheide gar\nnicht mit der (hier zur Debatte stehenden) Streitwertbezifferung gemäss den kantonalrechtlichen Vorschriften (§§ 18 ff. ZPO), sondern mit jener nach Art. 36 OG\nbefassen und somit nicht dieselben Rechtsnormen betreffen (s.a. Hierholzer,\na.a.O., N 49 zu Art. 250 SchKG; Furrer, a.a.O., S. 156; ZR 72 Nr. 66 a.E.).\n\n"}