{"Signatur": "ZH_KSG_001", "Spider": "ZH_Obergericht", "Datum": "2004-08-25", "PDF": {"Datei": "ZH_Obergericht/ZH_KSG_001_AA040095_2004-08-25.pdf", "URL": "https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/B5B0AFE005FA7588C1256F230034A9BB_AA040095.pdf", "Checksum": "8aac8fab17d3babcfa38455bcc3f9508"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["AA040095"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Zürich Kassationsgericht 25.08.2004 AA040095"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Zurich Kassationsgericht 25.08.2004 AA040095"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Zurigo Kassationsgericht 25.08.2004 AA040095"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Zürich Kassationsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Zurich Kassationsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Zurigo Kassationsgericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "-"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Beschwerdefähigkeit - Prozessführungsbefugnis zugelassener Verwertungsgesellschaften bei der Geltendmachung von Weiterleitungsrechten"}], "ScrapyJob": "446973/28/2354", "Zeit UTC": "05.09.2025 22:43:21", "Checksum": "59c8c2b5cdd949ea67d04b360dc00ac0", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Zürich Kassationsgericht 25.08.2004 AA040095\nRegeste:\nBeschwerdefähigkeit - Prozessführungsbefugnis zugelassener Verwertungsgesellschaften bei der Geltendmachung von Weiterleitungsrechten\n\nKassationsgericht des Kantons Zürich\n\nKass.-Nr. AA040095/U/cap\n\nMitwirkende: die Kassationsrichter Herbert Heeb, Vizepräsident, Robert Karrer,\nHans Michael Riemer, Dieter Zobl und Reinhard Oertli sowie der\nSekretär Christian Vogel\n\nZirkulationsbeschluss vom 25. August 2004\n\nin Sachen\n\n1. X. Television GmbH,\n...,\n2. Y. Fernsehen GmbH,\n...,\n3. Z. Fernsehen GmbH,\n...,\nKlägerinnen und Beschwerdeführerinnen\n1, 2, 3 vertreten durch Rechtsanwalt ...\n\ngegen\n\nQ. GmbH,\n...,\nBeklagte und Beschwerdegegnerin\nvertreten durch Rechtsanwalt ...\n\nbetreffend Urheberrecht (vorsorgliche Massnahmen)\n\nNichtigkeitsbeschwerde gegen eine Verfügung des Einzelrichters im summarischen Verfahren (I. Zivilkammer) des Obergerichts des Kantons Zürich\nvom 19. Mai 2004 (LL040002/U1)\n- 2 -\n\nDas Gericht hat in Erwägung gezogen:\n\nI.\n\n1. Mit Eingabe vom 8. April 2004 stellten die Beschwerdeführerinnen,\nwelche als Sendeunternehmen die Fernsehprogramme A., B. und C. veranstalten,\nbeim Einzelrichter im summarischen Verfahren am Obergericht des Kantons Zürich ein Gesuch, dem Kabelunternehmen Q. GmbH (nachfolgend Beschwerdegegnerin) im Sinne einer vorprozessualen vorsorglichen Massnahme zu verbieten, die erwähnten Fernsehprogramme im Tessin und in der französischsprachigen Schweiz zu verbreiten resp. weiterzusenden (OG act. 2).\n\nMit Verfügung vom 19. Mai 2004 wies der Einzelrichter der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich das Gesuch ab. Er hielt gestützt auf\nArt. 22 Abs. 1 URG dafür, dass die Weitersenderechte nur über zugelassene\nVerwertungsgesellschaften geltend gemacht werden könnten; die Befugnisse der\nfür den Bereich der visuellen und audiovisuellen Werke zuständigen Suisseimage\nbeschränkten sich nicht auf die Einforderung der Vergütungsansprüche, sondern\numfassten auch die Durchsetzung des Verbotsrechts gemäss Art. 37 lit. a URG.\nEntsprechend fehle den Beschwerdeführerinnen die Aktivlegitimation für das\nMassnahmeverfahren, weshalb das Gesuch ohne Prüfung der weiteren Voraussetzungen für die Anordnung der beantragten Massnahme abzuweisen sei (KG\nact. 2).\n\n2. Gegen diesen Entscheid erhoben die Beschwerdeführerinnen mit\nEingabe vom 21. Juni 2004 rechtzeitig kantonale Nichtigkeitsbeschwerde. Sie\nverlangen die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der\nSache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung (KG act. 1).\n\nDie von den Beschwerdeführerinnen mit Präsidialverfügung vom\n22. Juni 2004 gestützt auf § 75 ZPO eingeforderte Kaution in Höhe von\nCHF 9'000.-- wurde innert Frist geleistet (KG act. 5 und 9).\n- 3 -\n\nWährend die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung verzichtet hat (KG\nact. 10), beantragt die Beschwerdegegnerin mit fristgerecht erstatteter Beschwerdeantwort Abweisung der Beschwerde (KG act. 11).\n\nII.\n\n1. a) Bei der angefochtenen Verfügung handelt es sich um einen Entscheid, mit welchem ein auf das Bundesgesetz über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz, URG) gestütztes Gesuch um Erlass\nvorprozessualer vorsorglicher Massnahmen vom nach § 43 Abs. 2 GVG sachlich\nzuständigen Einzelrichter im summarischen Verfahren am Obergericht abgewiesen worden ist. Solange der ordentliche Prozess noch nicht eingeleitet ist, können\nvorprozessuale Massnahmeentscheide des obergerichtlichen Einzelrichters nach\nkonstanter Praxis gemäss § 281 ZPO und § 69a GVG mit Nichtigkeitsbeschwerde\nbeim Kassationsgericht angefochten werden (ZR 94 [1995] Nr. 19; 88 [1989]\nNr. 40; Spühler/Vock, Rechtsmittel in Zivilsachen im Kanton Zürich und im Bund,\nZürich 1999, S. 62; Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 1997, N 7 zu § 281 ZPO).\n\nb) Dem Eintreten steht auch nicht entgegen, dass das Bundesrecht für\nStreitigkeiten um Urheber- und verwandte Schutzrechte eine einzige kantonale\nInstanz vorschreibt (Art. 64 Abs. 3 URG), da die entsprechende Vorschrift nach\nherrschender Auffassung im vorprozessualen Massnahmeverfahren keine Geltung beansprucht (David, in: von Büren/David [Hrsg.], Schweizerisches Immate-\nrialgüter- und Wettbewerbsrecht [SIWR], Band I/2, Der Rechtsschutz im Immaterialgüterrecht, 2. Auflage, Basel und Frankfurt a.M. 1998, S. 14 f., 51, 175 f., 197;\nvon Büren/Marbach, Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht, 2. Auflage, Bern\n2002, S. 164 f., N 821; Hauser/Schweri, Kommentar zum zürcherischen Gerichtsverfassungsgesetz, Zürich 2002, N 3 zu § 61 GVG).\n\nc) Bevor auf die Rügen der Beschwerdeführerinnen einzugehen ist\n(vgl. zum folgenden ZR 99 [2000] Nr. 105, Erw. 3), ist mit Blick auf § 285 ZPO so-\n- 4 -\n\n"}