{"Signatur": "ZH_KSG_001", "Spider": "ZH_Obergericht", "Datum": "2004-09-21", "PDF": {"Datei": "ZH_Obergericht/ZH_KSG_001_AA040087_2004-09-21.pdf", "URL": "https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/36E8EBA31C5F3640C1256F240030C48A_AA040087.pdf", "Checksum": "f69c18711b20c9df88fa0a19cf93904d"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["AA040087"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Zürich Kassationsgericht 21.09.2004 AA040087"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Zurich Kassationsgericht 21.09.2004 AA040087"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Zurigo Kassationsgericht 21.09.2004 AA040087"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Zürich Kassationsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Zurich Kassationsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Zurigo Kassationsgericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "-"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Weiterzug des Konkurseröffnungsentscheides - Fragepflicht - Anforderungen an Glaubhaftmachung der Zahlungsfähigkeit"}], "ScrapyJob": "446973/28/2354", "Zeit UTC": "05.09.2025 22:42:33", "Checksum": "9870a051deae051df1a9dd903d2a9068", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Zürich Kassationsgericht 21.09.2004 AA040087\nRegeste:\nWeiterzug des Konkurseröffnungsentscheides - Fragepflicht - Anforderungen an Glaubhaftmachung der Zahlungsfähigkeit\n\n 3. Beschlüsse des \"oberen Gerichts\" betreffend (Nicht-)Aufhebung eines erstinstanzlichen Konkurserkenntnisses (Art. 174 SchKG) haben keine Zivilsache zum Gegenstand, sondern sind vollstreckungsrechtlicher Natur. Daher\nsteht gegen derartige Entscheide weder die Berufung nach Art. 43 ff. OG noch die\neidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde gemäss Art. 68 ff. OG offen (vgl. Jaeger/\nWalder/Kull/Kottmann, Das Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs,\n3 Bde., 4. Auflage, Zürich 1997/1999/2001, N 8 zu Art. 174; Giroud, in: Staehelin/Bauer/Staehelin [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3 Bde., Basel/Genf/München 1998, N 33 zu Art. 174; Amonn/\nWalther, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 7. Auflage, Bern\n2003, § 36 Rz. 59; Spühler, Schuldbetreibungs- und Konkursrecht II, 3. Auflage,\nZürich/Basel/Genf 2003, S. 16; ZR 97 Nr. 31, Erw. II.2.a). Demzufolge sind im\nkantonalen Beschwerdeverfahren auch Rügen betreffend Verletzung von Bundesrecht zulässig, zu welchem insbesondere auch die Vorschrift von Art. 174 Abs. 2\nSchKG gehört.\n\nSoweit mit der Beschwerde eine Missachtung materiellen Bundesrechts und damit der Nichtigkeitsgrund gemäss § 281 Ziff. 3 ZPO geltend gemacht wird, hat das Kassationsgericht - im Unterschied zur bundesgerichtlichen\nÜberprüfungsbefugnis bei der eidgenössischen Berufung - allerdings nur zu überprüfen, ob klares materielles Recht verletzt wurde, was dann zutrifft, wenn die\nRechtsauffassung der Vorinstanz direkt unvertretbar ist, d.h. über die Auslegung\nder im Streit liegenden Rechtsvorschrift kein begründeter Zweifel bestehen kann.\nDie kantonale Nichtigkeitsbeschwerde vermag also lediglich gegen grobe Verstösse und Irrtümer bei der Anwendung materiellen Rechts Abhilfe zu schaffen (vgl.\n- 5 -\n\ndazu von Rechenberg, a.a.O., S. 28; Spühler/Vock, a.a.O., S. 69; Frank/ Sträuli/Messmer, a.a.O., N 51 zu § 281).\n\nWird demgegenüber gerügt, der Entscheid nach Art. 174 Abs. 2 SchKG\nsei in Verletzung eines wesentlichen Verfahrensgrundsatzes im Sinne von § 281\nZiff. 1 ZPO ergangen, kann das Kassationsgericht - unabhängig davon, ob es sich\ndabei um einen kantonalrechtlich statuierten Grundsatz oder um eine bundesrechtliche Verfahrensnorm im engeren Sinne handelt - frei überprüfen, ob der\ngeltend gemachte Mangel vorliege (Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 15 f. zu\n§ 281; Spühler/Vock, a.a.O., S. 75).\n\nBezüglich der Würdigung der Glaubhaftmachungsmittel schliesslich beschränkt sich die Kognition des Kassationsgerichts - wie bei der Regelung betreffend Beweiswürdigung, welche in analoger Weise auch dann gilt, wenn das\nmaterielle Recht oder das Prozessrecht keinen strikten Beweis, sondern lediglich\nGlaubhaftmachung verlangen - gemäss § 281 Ziff. 2 ZPO auf Aktenwidrigkeit und\nWillkür (vgl. von Rechenberg, a.a.O., S. 27 f.; Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 43\nff. zu § 281; Spühler/Vock, a.a.O., S. 67 f.; ZR 81 Nr. 88, Erw. 6; einlässlich zum\nGanzen auch ZR 97 Nr. 31).\n\nIII.\n\n1. Das \"obere Gericht\" (d.h. die Rekursinstanz) kann die Konkurseröffnung aufheben, wenn der Schuldner mit der Einlegung des Rechtsmittels seine\nZahlungsfähigkeit glaubhaft macht und durch Urkunden beweist, dass inzwischen\ndie Schuld, einschliesslich der Zinsen und Kosten, getilgt ist (Art. 174 Abs. 2 Ziff.\n1 SchKG). Vorliegend ging die Vorinstanz davon aus, dass die Forderung der Beschwerdegegnerin inklusive der angefallenen Kosten getilgt sei (KG act. 2 S. 2).\nDie Beschwerdegegnerin merkt dagegen in ihrer Beschwerdeantwort an, dass ihr\nder für die Konkurseröffnung geleistete Vorschuss von Fr. 1'800.-- noch nicht zurückerstattet worden sei (KG act. 17 S. 2). Da die Beschwerdegegnerin jedoch\nselber keine Beschwerde eingereicht und ihre Beschwerdeantwort nach Ablauf\nder Beschwerdefrist erstattet hat, ist dieses Vorbringen nicht beachtlich. Es kann\n- 6 -\n\ndaher im Folgenden nur um die Frage gehen, ob im Zusammenhang mit der\nGlaubhaftmachung der Zahlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin Nichtigkeitsgründe gesetzt worden seien.\n\n2. a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz habe den\nUntersuchungsgrundsatz, welcher für das ganze Konkursverfahren, mithin auch\nfür den Rechtsmittelrichter im Sinne von Art. 174 SchKG gelte, sowie die richterliche Fragepflicht im Sinne von § 55 ZPO verletzt (KG act. 10 S. 6).\n\n"}