{"Signatur": "ZG_OG_002", "Spider": "ZG_Obergericht", "Datum": "2022-10-18", "PDF": {"Datei": "ZG_Obergericht/ZG_OG_002_S-2022-19_2022-10-18.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.ch/zg_helper/download.php?pfad=/tribunavtplus/ServletDownload/S_2022_19_fdd7631f3f812fe9da3ea4c19349bdaaece726cff64c3651d9b2dfee11675a706517f27848d84414c629e0359f2ed348a425f15dea75b98ab1d19bfec03f7b73?path=fdd7631f3f812fe9da3ea4c19349bdaaece726cff64c3651d9b2dfee11675a706517f27848d84414c629e0359f2ed348a425f15dea75b98ab1d19bfec03f7b73&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=S_2022_19", "Checksum": "80afe655d86ebf44a61141884a130dc3"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["S 2022 19"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Zug Obergericht Strafabteilung 18.10.2022 S 2022 19"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Zug Obergericht Strafabteilung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Zoug  Strafabteilung"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Zugo  Strafabteilung"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Widerhandlung gegen die Covid-Verordnung | Delikt (Berufung Beschuldigte/r oder STA) von SE Einzelrichter"}], "ScrapyJob": "446973/80/208", "Zeit UTC": "25.03.2026 03:52:50", "Checksum": "b017288e1ec4cb6cda5d612dfaff4b52", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Zug Obergericht Strafabteilung 18.10.2022 S 2022 19\nRegeste:\nWiderhandlung gegen die Covid-Verordnung | Delikt (Berufung Beschuldigte/r oder STA) von SE Einzelrichter\n\nStrafabteilung S 2022 19\n\nOberrichter Dr.iur. A. Sidler, Abteilungspräsident\nOberrichter lic.iur. St. Dalcher\nOberrichter Dr.iur. A. Staub\nGerichtsschreiber MLaw O. Fosco\n\nUrteil vom 18. Oktober 2022\n\nin Sachen\n\nStaatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,\nvertreten durch Staatsanwalt lic.iur. A.________,\nAnklägerin und Berufungsbeklagte,\n\nund\n\nB.________ AG,\nvertreten durch C.________,\nPrivatklägerin im Straf- und Zivilpunkt und Berufungsbeklagte,\n\ngegen\n\nD.________, geb. tt.mm.1978 in E.________, kroatischer Staatsangehöriger,\nwohnhaft in F.________,\nBeschuldigter und Berufungskläger,\n\nbetreffend\n\nWiderhandlung gegen die Covid-Verordnung und Hausfriedensbruch\n\n(Berufung des Beschuldigten gegen das Urteil des Einzelrichters am Strafgericht des Kantons Zug\nvom 2. Mai 2022; SE 2021 28/34)\nSeite 2/18\n\nSachverhalt\n\n1.1 D.________ (nachfolgend: Beschuldigter) wird von der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug\n(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) zur Last gelegt, sich am 19. Februar 2021, von ca. 10:30\nbis 10:35 Uhr, im Hauptgebäude der Zuger Polizei in Zug (An der Aa 4) und am 26. April\n2021 im Verkaufsgeschäft B.________ an der G.________ in J.________, festgestellt durch\ndie Zuger Polizei um ca. 12:15 Uhr, aufgehalten zu haben, ohne dabei jeweils eine\nGesichtsmaske getragen zu haben (3A 2021 1925 / SE 2021 28).\n\n1.2 Weiter wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, er habe am 27. April 2021 um\n13:24 Uhr den B.________ Supermarkt an der G.________ in J.________ betreten, obwohl\neinen Tag zuvor am 26. April 2021 ein für die Dauer von zwei Jahren für sämtliche\nVerkaufsstellen von B.________ und H.________ gültiges Hausverbot gegen ihn\nausgesprochen worden sei, wovon er Kenntnis gehabt habe (1A 2021 1231 / SE 2021 34).\n\n2.1 Mit Strafbefehl Nr. 3A 2021 1252 der Staatsanwaltschaft vom 28. April 2021 sprach die\nStaatsanwaltschaft den Beschuldigten wegen des Vorfalls vom 19. Februar 2021 im\nHauptgebäude der Zuger Polizei der Widerhandlung gegen Art. 3b Abs. 1 und Art. 13 lit. f der\nVerordnung über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19-\nEpidemie (\"Covid-19-Verordnung besondere Lage\") schuldig und bestrafte ihn mit einer\nBusse von CHF 100.00 (act. 1/3 [3A 2021 1925]). Hiergegen erhob der Beschuldigte am\n6. Mai 2021 Einsprache (act. 1/4 [3A 2021 1925]).\n\n2.2 Aufgrund der Missachtung der Maskentragepflicht in den Räumlichkeiten der B.________ AG\nam 26. April 2021 händigte die Polizei dem Beschuldigten am 26. April 2021 gleichentags\neinen Bussenzettel aus, auf welchen innert Zahlungsfrist von 30 Tagen keine Zahlung\nerfolgte. Folglich leitete die Polizei bezüglich dieses Vorfalls mittels Rapport an die\nStaatsanwaltschaft das ordentliche, kostenpflichtige Strafverfahren ein (act. 1/2 [3A 2021\n1925]).\n\n2.3 Am 13. Juli 2021 erhob die Staatsanwaltschaft im Verfahren 3A 2021 1925 Anklage beim\nEinzelrichter am Strafgericht des Kantons Zug (nachfolgend: Vorinstanz; SE GD 1 [SE 2021\n28]) wegen mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 3b Abs. 1 und Art. 13 lit. f Covid-19-\nVerordnung besondere Lage.\n\n2.4 Mit Strafbefehl Nr. 1A 2021 869 der Staatsanwaltschaft vom 15. Juli 2021 sprach die\nStaatsanwaltschaft den Beschuldigten des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB\nschuldig und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 60.00 (act. 9/1\n[1A 2021 1231]). Hiergegen erhob der Beschuldigte am 22. Juli 2021 Einsprache (act. 9/3\n[1A 2021 1231]).\n\n2.5 Mit Verfügung vom 30. Juli 2021 überwies die Staatsanwaltschaft die Akten des wegen\nHausfriedensbruchs geführten Verfahrens an die Vorinstanz im Sinne von Art. 356 Abs. 1\nStGB zur Durchführung des Hauptverfahrens (GD 1 [SE 2021 34]).\n\n3. Die Hauptverhandlung vor der Vorinstanz fand am 2. Mai 2022 in Anwesenheit des\nBeschuldigten statt. Nach der Befragung des Beschuldigten und seinem Schlusswort wurde\nSeite 3/18\n\ndie Verhandlung unterbrochen. Das Urteil wurde dem Beschuldigten gleichentags mündlich\neröffnet und begründet (SE GD 11); am 9. Mai 2022 meldete der Beschuldigte telefonisch bei\nder\nVorinstanz Berufung an (SE GD 12). Nach einem Austausch per E-Mail betreffend die\nGültigkeitsanforderungen einer Berufungsanmeldung teilte am 11. Mai 2022 Rechtsanwältin\nDr.iur. I.________ der Vorinstanz ihre Mandatierung durch den Beschuldigten mit und\nmeldete in dessen Namen schriftlich Berufung an (SE GD 18).\n\n4. Das von der Vorinstanz am 20. Mai 2022 versandte, schriftlich begründete, 19-seitige Urteil\nwurde den Parteien am 23. Mai 2022 zugestellt (SE GD 21/1). Der Urteilspruch lautete wie\nfolgt:\n\n\"1. Der Beschuldigte D.________ wird schuldig gesprochen:\n1.1 des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB;\n1.2 der mehrfachen Widerhandlung gegen das Epidemiengesetz gemäss Art. 83 Abs. 1 lit. j\nEpG, begangen durch Missachtung von Art. 13 lit. f i.V.m. Art. 3b Abs. 1 aCovid-19-\nVerordnung besondere Lage (Stand am 8. Februar und 19. April 2021).\n\n2. Er wird dafür bestraft mit:\n2.1 einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 60.00, unter Gewährung des bedingten\nStrafvollzugs für eine Probezeit von drei Jahren;\n2.2 einer Übertretungsbusse von CHF 200.00, bei schuldhaftem Nichtbezahlen der\nÜbertretungsbusse ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von zwei Tagen.\n\n"}