{"Signatur": "ZG_OG_002", "Spider": "ZG_Obergericht", "Datum": "2022-11-23", "PDF": {"Datei": "ZG_Obergericht/ZG_OG_002_S-2022-10_2022-11-23.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.ch/zg_helper/download.php?pfad=/tribunavtplus/ServletDownload/S_2022_10_fdd7631f3f812fe9da3ea4c19349bdaa8ae8b4bbc88d6a6fb38d6474dacc1cf9cb5ed25c46fbb17020e28ee4a6f7c403bb7a472ff8a0a01bde19b4a4449c9c1d?path=fdd7631f3f812fe9da3ea4c19349bdaa8ae8b4bbc88d6a6fb38d6474dacc1cf9cb5ed25c46fbb17020e28ee4a6f7c403bb7a472ff8a0a01bde19b4a4449c9c1d&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=S_2022_10", "Checksum": "9468b12777022072cb9c12260fe14953"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["S 2022 10"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Zug Obergericht Strafabteilung 23.11.2022 S 2022 10"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Zug Obergericht Strafabteilung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Zoug  Strafabteilung"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Zugo  Strafabteilung"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Betrug, ungetreue Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung | Delikt (Berufung Beschuldigte/r oder STA) von SG Kollegial"}], "ScrapyJob": "446973/80/208", "Zeit UTC": "25.03.2026 03:52:43", "Checksum": "3c5deb7baecd934ae4c57930b4988e57", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Zug Obergericht Strafabteilung 23.11.2022 S 2022 10\nRegeste:\nBetrug, ungetreue Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung | Delikt (Berufung Beschuldigte/r oder STA) von SG Kollegial\n\n4.3.4 Mit einem General Deed of Pledge (Pfandurkunde) verpfändete die M.________ AG gegenüber der X.________ AG zu Gunsten der H.________ AG sämtliche aktuellen und\nzukünftigen Aktiven, Rechte und Forderungen. Das entsprechende Dokumente wurde vom\nBeschuldigten am 15. November 2012 unterzeichnet (act. 10-3-1-10-10).\n\n4.3.5 Mit Resolution (Verwaltungsratsbeschluss) vom 14. März 2013 nahm der Verwaltungsrat der\nM.________ AG (d.h. der Beschuldigte) zur Kenntnis, dass von der M.________ AG verlangt\nworden sei, einen Teil ihrer Aktiven zu Gunsten der H.________ AG an die X.________ AG\nzu verpfänden (\"has been requested to pledge […]\", act. 10-3-1-10-13). Der Beschuldigte\nbestätigte im gleichen Verwaltungsratsbeschluss, dass die entsprechende Verpfändung\nrechtmässig sei und er autorisiert sei, die entsprechende Verpfändungsurkunde zu unterzeichnen (act. 10-3-1-10-14).\n\n4.3.6 Mit dem Zusatzvertrag Amendment No. 1 vom 19. November 2014 bestätigte die\nM.________ AG die Verpflichtungen unter der General Deed of Pledge vom 15. November\n2012. Im genannten Zusatzvertrag wird spezifiziert, dass das Pfandrecht zu Lasten des Eigentums der M.________ AG der Absicherung von Forderungen der X.________ AG gegen\ndie H.________ AG diene, welche im Zusammenhang mit dem Kreditrahmenvertrag (Credit\nFacility Agreement) vom 9. Januar 2012 entstanden seien. Der Zusatzvertrag hält dabei ausdrücklich fest, dass unter dem Kreditrahmenvertrag vom 9. Januar 2012 bestimmte Rohstoffhandelstransaktionen nur wegen der zusätzlichen Sicherheit durch die General Deed of\nPledge zu Lasten des Vermögens der M.________ AG finanziert worden seien. Ohne die\nGeneral Deed of Pledge seien die Rohstoffhandelstransaktionen der H.________ AG zu risikobehaftet gewesen und hätten nicht durch die X.________ AG finanziert werden können.\n\n(act. 10-3-1-10-11: \"The purpose of the right of lien is to secure any and all claims of the\nBank against the Client [Anm: H.________ AG] arising from the financing of certain commercial commodity transactions under the Credit Facility Agreement dated as of 9 January 2012\nbetween the Client and the Bank which the Bank would generally refuse due to nonacceptable risk under the Credit Facility Agreement however accept exceptionally in its own\ndiscretion with the additional collateral as provided by the Pledgor [Anm: M.________ AG]\nunder this General Deed of Pledge […]\")\n\nDer Zusatzvertrag Amendment No. 1 wurde am 19. November 2014 durch den Beschuldigten\nfür die M.________ AG unterzeichnet (act. 10-3-1-10-12).\n\n4.3.7 Die Verpfändung der Aktiven der M.________ AG zu Gunsten der H.________ AG wurde im\nRahmen der Geschäftstätigkeit der H.________ AG durch die X.________ AG regelmässig\nin Anspruch genommen, weil die Sicherheiten der H.________ AG für die Finanzierung der\neinzelnen Transaktionen nicht mehr ausreichten. Die erste Inanspruchnahme der Verpfän-\nSeite 39/98\n\ndung zwecks Berechnung der Sicherheiten der X.________ AG erfolgte bereits im März/April\n2012 sowie anschliessend regelmässig zwischen Juli 2013 und Januar 2015 (act. 10-3-3-1-4-\n3 f.; vgl. bspw. act. 10-3-3-17-8; act. 10-3-3-17-10; act. 10-3-3-17-13; act. 10-3-3-17-17; act.\n10-3-3-17-25; act. 10-3-3-17-29, etc.). Die unter Inanspruchnahme der Verpfändung der Aktiven der M.________ AG durch die X.________ AG fremdfinanzierten Handelsgeschäfte,\nwelche die H.________ AG allein zwischen dem 30. Juli 2013 und dem 30. Januar 2015 abwickelte, hatten einen Umfang von USD 34'585'919.24 (act. 11-2-14).\n\n4.3.8 Am 9. Februar 2015 kündete die X.________ AG den Kreditvertrag mit der H.________ AG\nund forderte die Rückzahlung der restlichen Kreditsumme aus der Kreditfazilität von USD\n921'731.50. Dabei wies die X.________ AG auf die Inanspruchnahme des Pfandes der\nM.________ AG hin, falls keine Rückzahlung erfolgen sollte (act. 10-3-1-10-34).\n\n4.3.9 Am 13. Februar 2015 deckte die X.________ AG unter Verwendung des bestellten Pfandes\nihre offenen Forderungen gegen die H.________ AG mittels Bankguthaben der M.________\nAG in der Höhe von USD 921'731.50 (act. 10-3-3-12-6).\n\n4.4 Aus der dargelegten Beweislage lassen sich ohne unüberwindliche Restzweifel im Sinne von\nArt. 10 Abs. 3 StPO folgende Sachverhaltsfeststellungen treffen:\n\n4.4.1 Aufgrund der genannten Beweismittel ist erstellt, dass der Beschuldigte als einziger Verwaltungsrat ab November 2010 in begrenztem Umfang und anschliessend ab März 2012 im Umfang von bis USD 7 Mio. die Vermögenswerte der M.________ AG zu Gunsten der\nH.________ AG verpfändete. Das Pfand wurde zwecks Finanzierung zahlreicher Handelstransaktionen zwischen dem 30. Juli 2013 und dem 30. Juni 2015 in Anspruch genommen,\naus welchen letztlich aufgrund der ungenügenden Eigenmittel der H.________ AG sowie\ndem negativen Geschäftsverlauf ein negativer Saldo von USD 921'731.50 zu Gunsten der\nX.________ AG (und zu Lasten der Pfandgeberin M.________ AG) resultierte.\n\n4.4.2 Die Argumentation des Beschuldigten, er habe die Verpfändung der Aktiven der M.________\nAG in Koordination, Absprache und mit der Zustimmung der Aktionäre der M.________ AG\nvorgenommen, ist nach der Einschätzung des Gerichts eine Schutzbehauptung, wobei diesbezüglich auf die vorstehenden Erwägungen zu verweisen ist (vgl. E. II.B.1).\n\n"}