{"Signatur": "ZG_OG_001", "Spider": "ZG_Obergericht", "Datum": "2022-11-24", "PDF": {"Datei": "ZG_Obergericht/ZG_OG_001_Z1-2021-30_2022-11-24.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.ch/zg_helper/download.php?pfad=/tribunavtplus/ServletDownload/Z1_2021_30_fdd7631f3f812fe9da3ea4c19349bdaaddc28f61a078fb35fc026b37da56b5ae954f40b6d15f0bd33f8c0fc65820189962a9d0eae4f2b5c9a2508f8db7c98c02?path=fdd7631f3f812fe9da3ea4c19349bdaaddc28f61a078fb35fc026b37da56b5ae954f40b6d15f0bd33f8c0fc65820189962a9d0eae4f2b5c9a2508f8db7c98c02&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=Z1_2021_30", "Checksum": "52c6b1159d42bd3471059c77bcee4324"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["Z1 2021 30"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Zug Obergericht Zivilabteilung 24.11.2022 Z1 2021 30"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Zoug Obergericht Zivilabteilung 24.11.2022 Z1 2021 30"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Zugo Obergericht Zivilabteilung 24.11.2022 Z1 2021 30"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Zug Obergericht Zivilabteilung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Zoug Obergericht Zivilabteilung"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Zugo Obergericht Zivilabteilung"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "I. 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Schramm/Geisinger/ Pinsolle,\na.a.O., S. 105, sowie Lew/Mistelis/Kröll, Comparative International Commercial Arbitration,\n2003, Rz 14.41). Wie die Vorinstanz sodann zutreffend festhielt (act. 83 E. 2.4 und 3.3), ist\ndas ausländische – d.h. vorliegend das russische – Recht vom Gericht von Amtes wegen\nfestzustellen (\"iura novit curia\"), was selbst dann gilt, wenn sich beide Parteien übereinstimmend zu dessen Inhalt äussern. Dabei ist das ausländische Recht so anzuwenden und auszulegen, wie dies das ausländische Gericht tun würde, womit z.B. die geltende Auslegungsmethodik der fremden Rechtsordnung zu berücksichtigen ist. Dem Gericht steht es frei, mit\nwelchen Mitteln es den Inhalt des ausländischen Rechts ermittelt (z.B. eigene Abklärungen\nüber Rechtsquellen, Konsultationen von Judikatur und/oder Literatur, Berücksichtigung von\nPrivatgutachten und/oder Einholung von Rechtsgutachten; vgl. Mächler-Erne/Wolf-Mettier,\nBasler Kommentar, 4. A. 2021, Art. 16 IPRG N 5 m.w.H.).\n\n3.2 Auf die vorliegende Schiedsvereinbarung ist aus dem russischem Recht in erster Linie das\nGesetz Nr. 5338-1 über die internationale Handelsschiedsgerichtsbarkeit vom 7. Juli 1993\n(nachfolgend: Gesetz Nr. 5338-1; act. 18/1/9) anwendbar. Hinsichtlich der Neuorganisation der\nständigen Schiedsgerichte und der diesbezüglichen Übergangsbestimmungen ist sodann das\nGesetz Nr. 382-FZ über die Schiedsgerichtsbarkeit vom 29. Dezember 2015 (nachfolgend: Gesetz Nr. 382-FZ; act. 18/1/7) massgebend, welches das bisherige Gesetz Nr. 102-FZ abgelöst\nhat (vgl. Kotelnikov/ Kurochkin/Skvortsov, Arbitration in Russia, 2019, S. 40; vgl. auch Art. 1\nZiff. 2 des Gesetzes Nr. 5338-1 in act. 8/1/9; act. 66/1 Ziff. 15 und 44-49).\nSeite 7/38\n\n3.2.1 Vor der Änderung bzw. Ergänzung per 1. September 2016 (s. dazu Abs. 2 dieser Erwägung)\nenthielt das Gesetz Nr. 5338-1 in Art. 7 und Art. 8 Ziff. 1, welcher Art. II Ziff. 3 NYÜ entspricht,\nfolgende Bestimmungen (vgl. Samoylov/Andreeva/Petrachkov/Kurbanova, in: Zykov, Recognition and Enforcement of Foreign Arbitral Awards in Russia and Former USSR States,\n2021, Art. II NYÜ N 3 S. 25; Komarov, in: Böckstiegel [Hrsg.], Recht und Praxis der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit in Staaten Zentral- und Ost-Europas, 1998, S. 279 f.):\n\nArtikel 7. Begriffsbestimmung und Form der Schiedsvereinbarung\n\n1. Eine Schiedsvereinbarung ist eine Vereinbarung der Parteien, sämtliche bzw.\nbestimmte Streitigkeiten, die zwischen ihnen in Bezug auf ein bestimmtes Rechtsverhältnis vertraglicher oder nicht vertraglicher Art entstanden sind oder künftig\nentstehen, einem schiedsrichterlichen Verfahren zu unterwerfen. Eine Schiedsvereinbarung kann in Form einer Klausel in einem Vertrag (Schiedsklausel) oder in\nForm einer selbständigen Vereinbarung (Schiedsabrede) geschlossen werden.\n\n2. Die Schiedsvereinbarung bedarf der Schriftform […]\n\nArtikel 8. Schiedsvereinbarung und Klage vor Gericht\n\n1. Wird vor einem Gericht Klage in einer Angelegenheit erhoben, die Gegenstand\neiner Schiedsvereinbarung ist, so hat das Gericht die Parteien auf das schiedsrichterliche Verfahren zu verweisen, sofern eine Partei dies spätestens bei ihrer ersten\nErklärung zur Sache beantragt, es sei denn, das Gericht stellt fest, dass die\nSchiedsvereinbarung nichtig, unwirksam oder undurchführbar ist.\n\n[…]\n\nMit Art. 2 Ziff. 6 des Gesetzes Nr. 409-FZ betreffend die \"Änderung mehrerer Gesetzgebungsakte der Russischen Föderation […] in Bezug auf die Verabschiedung des Gesetzes\nbetreffend Schiedsgerichtsbarkeit (Schiedsverfahren) in der Russischen Föderation vom\n29. Dezember 2015\" (nachfolgend: Gesetzes Nr. 409-FZ; act. 18/1/8 und act. 18/2 Ziff. 47)\nwurde Art. 7 – nicht aber Art. 8 – des Gesetzes Nr. 5338-1 per 1. September 2016 unter anderem wie folgt geändert bzw. ergänzt (vgl. Art. 13 Ziff. 1 des Gesetzes Nr. 409-FZ; Yuryev,\nin: Balthasar [Hrsg.], International Commercial Arbitration, 2. A. 2021, S. 610 f. N 8 f.; Kotelnikov/Kurochkin/Skvortsov, a.a.O., S. 39; vgl. die englische Übersetzung des Gesetzes auf\n<https://www.newyorkconvention.org/11165/web/files/document/2/2/22335.pdf>, besucht am\n13. Oktober 2022):\n\nArtikel 7. Begriffsbestimmung, Form und Auslegung der Schiedsvereinbarung\n\n1. Eine Schiedsvereinbarung ist eine Vereinbarung der Parteien, sämtliche bzw.\nbestimmte Streitigkeiten, die zwischen ihnen in Bezug auf ein bestimmtes Rechtsverhältnis – oder einem Teil davon – entstanden sind oder künftig entstehen – unabhängig davon, ob das Rechtsverhältnis vertraglicher Natur ist oder nicht – einem\nschiedsrichterlichen Verfahren zu unterwerfen. Eine Schiedsvereinbarung kann in\nForm einer Klausel in einem Vertrag (Schiedsklausel) oder in Form einer selbständigen Vereinbarung (Schiedsabrede) geschlossen werden.\n\n"}