{"Signatur": "ZG_OG_001", "Spider": "ZG_Obergericht", "Datum": "2022-07-22", "PDF": {"Datei": "ZG_Obergericht/ZG_OG_001_Z1-2021-19_2022-07-22.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.ch/zg_helper/download.php?pfad=/tribunavtplus/ServletDownload/Z1_2021_19_fdd7631f3f812fe9da3ea4c19349bdaa87ad6c1883375c16d599d7d5d0634c0766d0a305e0cd863811d72094040f658b8afe74c5e9a6d2cd813428d2a1451e01?path=fdd7631f3f812fe9da3ea4c19349bdaa87ad6c1883375c16d599d7d5d0634c0766d0a305e0cd863811d72094040f658b8afe74c5e9a6d2cd813428d2a1451e01&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=Z1_2021_19", "Checksum": "e1936cce43d4a3d8258a7d80efbb398c"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["Z1 2021 19"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Zug Obergericht Zivilabteilung 22.07.2022 Z1 2021 19"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Zoug Obergericht Zivilabteilung 22.07.2022 Z1 2021 19"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Zugo Obergericht Zivilabteilung 22.07.2022 Z1 2021 19"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Zug Obergericht Zivilabteilung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Zoug Obergericht Zivilabteilung"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Zugo Obergericht Zivilabteilung"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "I. 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In\nrechtlicher Hinsicht ist das Berufungsgericht, in Anwendung des Grundsatzes iura novit curia,\nbei dieser Prüfung jedoch weder an die Erwägungen der ersten Instanz noch an die\nArgumente der Parteien gebunden. In tatsächlicher Hinsicht ist es nicht an die Feststellungen\ndes erstinstanzlichen Gerichts gebunden, auch wenn mangels entsprechender\nSachverhaltsrügen der Parteien im Berufungsverfahren der erstinstanzliche Entscheid nach\ndem Gesagten in der Regel als Grundlage des Rechtsmittelverfahrens dient (zum Ganzen\nUrteil des Bundesgerichts 4A_187/2021 vom 22. September 2021 E. 2, unter Hinweis auf\nBGE 144 III 394 E. 4.1.4 und 142 III 413 E. 2.2.4 sowie Urteil 4A_45/2021 vom 14. Mai 2021\nE. 3.1).\n\nIm vorliegenden Fall stellen sich hinsichtlich der (Teil-)Kündigung bzw. Suspendierung vom\nInternat vom 3. März bis 30. Juni 2017 hauptsächlich Rechtsfragen, für die kein Rügeprinzip gilt\n(vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_62/2014 vom 17. Oktober 2014 E. 2.2), wobei in diesem\nZusammenhang auch Fragen zum Sachverhalt zu klären sind (vgl. hinten E. 5.4). Dass die\nKlägerin in der Berufung auch ihre (rechtlichen) Argumente wiederholt, die sie bereits im\nerstinstanzlichen Verfahren vorgebracht hat, kann ihr nicht verwehrt werden.\n\n1.3 Zu beachten ist schliesslich, dass im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel\ngemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO nur noch berücksichtigt werden, wenn sie ohne Verzug\nvorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz\nvorgebracht werden konnten (lit. b).\n\n2.1 Die Klägerin machte im erstinstanzlichen Verfahren gegenüber der Beklagten wegen Nichtbzw. Schlechterfüllung des Internats-/Unterrichtsvertrags eine Forderung von insgesamt\nCHF 98'262.00 geltend, die sich aus folgenden Teilbeträgen zusammensetzte:\n\n- CHF 1'016.00 Schul- und Internatskosten für die Dauer der Suspendierung vom\n25. bis 29. Januar 2017 (act. 38 E. 5);\n- CHF 12'004.00 Internatskosten für die Zeit von März bis Juni 2017 (act. 38 E. 5);\n- CHF 3'717.00 Schulkosten für die Zeit von März bis Juni 2017 (act. 38 E. 5);/\n- CHF 9'735.00 wegen mangelhafter Unterbringung (act. 38 E. 6);\n- CHF 17'340.00 wegen mangelhafter Beschulung (act. 38 E. 7);\n- CHF 900.00 Rückerstattung Wäscheservice (act. 38 E. 8);\n- CHF 550.00 Rückerstattung Arztkosten (act. 38 E. 8);\n- CHF 45'000.00 Schadenersatz für persönliche Aufwendungen (act. 38 E. 9);\n- CHF 8'000.00 Schadenersatz für Anwaltskosten (act. 38 E. 9).\n\n2.2 Das Kantonsgericht hiess die Klage im Umfang von CHF 900.00 gut (Rückerstattung\nWäscheservice) und wies sie im Übrigen ab (act. 38). In der Berufung verlangt die Klägerin\nnoch die Zahlung von insgesamt CHF 51'920.00 (CHF 1'016.00 Schul- und Internatskosten für\ndie Dauer der Suspendierung vom 25. bis 29. Januar 2017; CHF 12'004.00 Internatskosten für\ndie Zeit von März bis Juni 2017; CHF 900.00 Rückerstattung Wäscheservice; CHF 30'000.00\nSeite 14/27\n\nSchadenersatz für persönliche Aufwendungen und CHF 8'000.00 Schadenersatz für\nAnwaltskosten [act. 39 Rz I.4]).\n\nHinsichtlich der Rückerstattung für den Wäscheservice im Betrag von CHF 900.00 ist der\nerstinstanzliche Entscheid in Rechtskraft erwachsen, weshalb sich diesbezüglich\nAusführungen erübrigen. Dies gilt auch bezüglich der abgewiesenen Forderungen von\nCHF 3'717.00 (Schulkosten für die Zeit von März bis Juni 2017), CHF 9'735.00 (mangelhafte\nUnterbringung), CHF 17'340.00 (mangelhafte Beschulung) und CHF 550.00 (Rückerstattung\nArztkosten): In diesen Punkten ist der erstinstanzliche Entscheid ebenfalls unangefochten\ngeblieben. Schliesslich hat die Klägerin in der Berufung den für persönliche Aufwendungen\ngeltend gemachten Schadenersatz von CHF 45'000.00 auf CHF 30'000.00 reduziert, was als\nteilweiser Klagerückzug zu qualifizieren ist. Demnach ist die Klage im Umfang von\nCHF 15'000.00 zufolge Rückzugs abzuschreiben, wobei in Analogie zu Art. 241 Abs. 1 ZPO\nder Klagerückzug die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheides und die Abschreibung des\nVerfahrens durch die Berufungsinstanz lediglich deklaratorische Bedeutung hat (vgl. Seiler,\nDie Berufung nach ZPO, 2013, N 642, 1375 und 1621a; Spühler, Basler Kommentar, 3. A.\n2017, Art. 318 ZPO N 2).\n\n"}