{"Signatur": "VS_BZG_999", "Spider": "VS_Gerichte", "Datum": "2011-11-25", "PDF": {"Datei": "VS_Gerichte/VS_BZG_999_A1-11-127_2011-11-25.pdf", "URL": "https://api-justsearche.vs.ch/api/documents/9270870c5cc42d8f62dba3bbbf660e84/file/", "Checksum": "871955c16bb79aa32c2805fa8148f571"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["A1 11 127"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 25.11.2011 A1 11 127"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Valais Autre tribunal Autre chambre 25.11.2011 A1 11 127"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Vallese Altro tribunale Altro camera 25.11.2011 A1 11 127"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Valais Autre tribunal Autre chambre"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Vallese Altro tribunale Altro camera"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "KGVS A1 Oeffentliches Recht ordentlich"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "RVJ / ZWR 2012  59  Öffentliches Beschaffungsrecht  Marchés publics  KGE A1 11 127 vom 25. November 2011  Verfahrenssprache  – Allfällige Mängel der Ausschreibungsunterlagen sind, wie bei einer Beschwerde  gegen die Ausschreibung selbst, innert 10 Tagen seit der Zustellung zu rügen,  andernfalls das Beschwerderecht verwirkt ist (E. 3.1).   Ref. CH : Art. 70 BV  Ref. VS : Art. 1 VöB, Art. 14 VöB, Art. 15 IVöB  Langue de la procédure  – Comme pour le recours contre l’appel d’offres lui-même, les éventuelles informa-  lités touchant les documents d’appel d’offres doivent être signalées dans un délai  de dix jours depuis leur notification, sous peine de forclusion (consid. 3.1).  Ref. CH : art. 70 Cst. féd.  Ref. VS : art. 1 Omp, art. 14 Omp, art. 15 AIMP  Erwägungen  (...)  3. Die Beschwerdeführerin kritisiert die Vorgabe, das Vergabever-  fahren ausschliesslich in französischer Sprache durchzuführen. 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CH : art. 70 Cst. féd.  Ref. VS : art. 1 Omp, art. 14 Omp, art. 15 AIMP  Erwägungen  (...)  3. Die Beschwerdeführerin kritisiert die Vorgabe, das Vergabever-  fahren ausschliesslich in französischer Sprache durchzuführen. Diese  Verpflichtung stelle eine Rechtsverletzung dar und verstosse gegen\n\nRVJ / ZWR 2012 59\n\nÖffentliches Beschaffungsrecht\nMarchés publics\nKGVS A1 11 127\nKGE A1 11 127 vom 25. November 2011\n\nVerfahrenssprache\n– Allfällige Mängel der Ausschreibungsunterlagen sind, wie bei einer Beschwerde\ngegen die Ausschreibung selbst, innert 10 Tagen seit der Zustellung zu rügen,\nandernfalls das Beschwerderecht verwirkt ist (E. 3.1).\nRef. CH : Art. 70 BV\nRef. VS : Art. 1 VöB, Art. 14 VöB, Art. 15 IVöB\nLangue de la procédure\n– Comme pour le recours contre l’appel d’offres lui-même, les éventuelles informalités touchant les documents d’appel d’offres doivent être signalées dans un délai\nde dix jours depuis leur notification, sous peine de forclusion (consid. 3.1).\nRef. CH : art. 70 Cst. féd.\nRef. VS : art. 1 Omp, art. 14 Omp, art. 15 AIMP\n\nErwägungen\n(...)\n\n3. Die Beschwerdeführerin kritisiert die Vorgabe, das Vergabeverfahren ausschliesslich in französischer Sprache durchzuführen. Diese\nVerpflichtung stelle eine Rechtsverletzung dar und verstosse gegen\nden Grundsatz der Gleichberechtigung der Sprachen, das Diskriminierungsverbot, das Verbot von überspitztem Formalismus und die Wirtschaftsfreiheit. Die Vergabestelle legt dar, dass die Sprache der Vergabeverfahrens gemäss Art. 1 lit. e VöB festgelegt worden sei.\n\n3.1 Mit der Ausschreibung wird ein Verwaltungsverfahren eingeleitet, wobei die Ausschreibung ihrerseits bereits eine selbständig\nanfechtbare Verfügung darstellt (Art. 15 Abs.1bis lit. a IVöB). Ob die\nAusschreibungsunterlagen Bestandteil der Ausschreibung bilden und\ndeshalb ein eigenständiges Anfechtungsobjekt darstellen, geht aus der\nBestimmung nicht hervor. Das Bundesgericht betrachtet die Ausschreibungsunterlagen grundsätzlich als integrierenden Bestandteil\nder Ausschreibung. Allfällige Mängel der Ausschreibungsunterlagen\nsind deshalb, wie bei einer Beschwerde gegen die Ausschreibung\nselbst, innert 10 Tagen seit der Zustellung zu rügen, andernfalls das\n60 RVJ / ZWR 2012\n\nBeschwerderecht verwirkt ist (BGE 130 I 241 E. 4.2 = Pra 2005 Nr. 59 ;\n129 I 313 E. 6.2 = Pra 2004 Nr. 64 ; 125 I 203 E. 3a ; vgl. Peter Gal-li/André\nMoser/Elisabeth Lang/Evelyne Clerc, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 2. A., Zürich 2007, N. 820). Die Festlegung der Sprache in\neinem Verfahren geht mit der Bestimmung der Amtssprache einher.\nGemäss Art. 70 Abs. 2 BV haben die Kantone die Amtssprachen auf\nihrem Gebiet festzulegen. Die Verfahrenssprache und die Sprache der\nAngebote und Unterlagen sind in der Ausschreibung bzw. in den Ausschreibungsunterlagen anzugeben (Art. 1 lit. e, Art. 2 Abs. 1 lit. d VöB).\nNach Art. 14 Abs. 2 VöB muss das Angebot in der Sprache des Vergabeverfahrens abgefasst werden. Vertritt ein Anbieter die Meinung, die Art\nund Weise der Ausschreibung, das vorgesehene Verfahren oder der\nInhalt der Ausschreibungsunterlagen seien nicht gesetzeskonform, hat\ner diese Rechtswidrigkeiten innert der Frist von zehn Tagen mit\nBeschwerde geltend zu machen. Er kann nicht zuwarten und vorerst\ndas Resultat der Vergabe abwarten, um dann bei einem für ihn negativen Ausgang des Verfahrens die Ausschreibungsunterlagen als solche\nin Frage zu stellen. Gegen ein solches Vorgehen spricht ferner die Verfahrensökonomie im öffentlichen Beschaffungswesen (ZWR 2002 S. 74 f.\nE. 6.1 ; BGE 125 I 2005 E. 3a). Nach kantonaler Rechtsprechung kann\nvom Bewerber zwar nicht verlangt werden, dass er bei erkannten Ausschreibungsmängeln sofort den Richter belangt. Der Grundsatz des\nVerhaltens von Treu und Glauben verlangt jedoch, dass er der ausschreibenden Behörde seine Feststellung umgehend anzeigt (BGE 130\nI 241 E. 4.3 S. 246 f. mit Bezug auf Wolf, Die Beschwerde gegen Vergabeentscheide – Eine Übersicht über die Rechtsprechung zu den neuen\nRechtsmitteln, ZBI 104/2003 S. 1 ff., 10). Die spätere Abweisung einer\nRüge gegen die Ausschreibung aufgrund Treu und Glaubens ist jedoch\nnur dann zulässig, wenn der Mangel ohne grossen Aufwand erkennbar\ngewesen wäre. Ferner ist dem beschwerdeführenden Mitbewerber eine\ngewisse Zurückhaltung zuzubilligen, will dieser doch während der Ausschreibung nicht seine Chancen auf den Zuschlag kompromittieren\n(Carron/Fournier, La protection juridique dans la passation des marchés publics, Fribourg 2002, S. 74 f., BGE 130 I 241 E. 4.3 S. 247).\n\n"}