{"Signatur": "VS_BZG_999", "Spider": "VS_Gerichte", "Datum": "2011-11-29", "PDF": {"Datei": "VS_Gerichte/VS_BZG_999_A1-11-102_2011-11-29.pdf", "URL": "https://api-justsearche.vs.ch/api/documents/787258e9c6da9f65cd1bcb3986b4fbc6/file/", "Checksum": "696c4e06646ede39d6f768c646940c31"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["A1 11 102"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 29.11.2011 A1 11 102"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Valais Autre tribunal Autre chambre 29.11.2011 A1 11 102"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Vallese Altro tribunale Altro camera 29.11.2011 A1 11 102"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Valais Autre tribunal Autre chambre"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Vallese Altro tribunale Altro camera"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "KGVS A1 Oeffentliches Recht ordentlich"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Öffentliche Strassen  Voies publiques  KGE A1 11 102 – 106 vom 29. November 2011  Strassen, öffentliche  – Gegen den Beschluss des Grossen Rates bzw. des Staatsrates über die Bezeich-  nung der interessierten Gemeinden für die Aufteilung der Kosten in Bezug auf den  Bau oder die Sanierung einer Hauptstrasse im Sinne von Art. 88 lit. b StrG besteht  keine kantonale Beschwerdemöglichkeit, da es sich hierbei um einen Entscheid  mit vorwiegend politischem Charakter handelt.  – Rügen gegen die Verfassungsmässigkeit von Art. 88 lit. b StrG können nicht im  Beschwerdeverfahren gemäss Art. 89 Abs. 5 StrG geltend gemacht werden, da  diese verspätet sind.  Ref. CH :  Ref. VS : Art. 88 StrG, Art. 89 StrG  Voies publiques  – Il n’existe aucune possibilité de recours contre une décision du Grand Conseil,  respectivement du Conseil d’Etat, désignant les communes appelées à participer  aux frais de construction ou de réfection d’une route principale au sens de l’art.  88 let. b LR, car il s’agit d’un prononcé à caractère essentiellement politique."}], "ScrapyJob": "446973/52/2024", "Zeit UTC": "21.01.2026 02:07:24", "Checksum": "1f74ce5b1b9fda1bf32b906a6f2c9b6f", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 29.11.2011 A1 11 102\nRegeste:\nÖffentliche Strassen  Voies publiques  KGE A1 11 102 – 106 vom 29. November 2011  Strassen, öffentliche  – Gegen den Beschluss des Grossen Rates bzw. des Staatsrates über die Bezeich-  nung der interessierten Gemeinden für die Aufteilung der Kosten in Bezug auf den  Bau oder die Sanierung einer Hauptstrasse im Sinne von Art. 88 lit. b StrG besteht  keine kantonale Beschwerdemöglichkeit, da es sich hierbei um einen Entscheid  mit vorwiegend politischem Charakter handelt.  – Rügen gegen die Verfassungsmässigkeit von Art. 88 lit. b StrG können nicht im  Beschwerdeverfahren gemäss Art. 89 Abs. 5 StrG geltend gemacht werden, da  diese verspätet sind.  Ref. CH :  Ref. VS : Art. 88 StrG, Art. 89 StrG  Voies publiques  – Il n’existe aucune possibilité de recours contre une décision du Grand Conseil,  respectivement du Conseil d’Etat, désignant les communes appelées à participer  aux frais de construction ou de réfection d’une route principale au sens de l’art.  88 let. b LR, car il s’agit d’un prononcé à caractère essentiellement politique.\n\n C. Gegen diese Entscheide gelangte die Gemeinde Visp (Beschwerdeführerin) am 27. Mai 2011 mittels identischen Verwaltungsgerichtsbeschwerden an die öffentlichrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts\nund beantragte die Aufhebung des erstinstanzlichen Kostenaufteilungsbeschlusses des DVBU sowie des dazugehörigen Staatsratsentscheids\nvom 7. April 2011 und die Rückweisung der Akten zu neuer Entscheidfällung, wonach alle Gemeinden des Kantons an den infrage stehenden\nKosten zu beteiligen seien. Eventualiter verlangte sie, es sei festzustellen, dass Art. 88 lit. b StrG bei der Anwendung der Hauptstrassen\nH212, H213 und H206a verfassungswidrig sei bzw. gegen den\nGleichbehandlungsgrundsatz, das Willkürverbot und den Grundsatz der Verhältnismässigkeit verstosse und insoweit nicht anzuwenden sei.\nDie Beschwerdeführerin wandte ein, sie habe im Rahmen des Verwaltungsbeschwerdeverfahrens zwar die formal richtige Anwendung\n64 RVJ / ZWR 2012\n\nder aktuellen Bestimmungen des StrG anerkannt, indes geltend\ngemacht, diese Anwendung würde in Berücksichtigung der konkreten\nUmstände sowie der Tatsache, dass lediglich die Hauptstrassen H212,\nH213 und H206a dieser Kostentragungsregel unterstünden, nicht aber\nsämtliche übrigen Hauptstrassen, an welchen sich alle Gemeinde zu\nbeteiligen hätten, gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz im Sinne\nvon Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV ; SR 101), das Willkürverbot im Sinne\nvon Art. 9 BV sowie den Verhältnismässigkeitsgrundsatz im Sinne von\nArt. 5 Abs. 2 BV verstossen. Mit all diesen Rügen habe sich der Staatsrat indessen nicht auseinander gesetzt. Gemäss anerkannter Rechtsprechung müsse das anzuwendende kantonale Recht von den Behörden\nauf seine Verfassungsmässigkeit geprüft und eine verfassungswidrige\nkantonale Bestimmung dürfe im Einzelfall nicht angewendet werden.\n\nErwägungen\n(...)\n\n4. Die Beschwerdeführerin bezeichnet zum einen die gesetzliche\nAnordnung von Art. 88 lit. a StrG im Vergleich zu Art. 88 lit. b StrG als\nverfehlt und verfassungswidrig und zum anderen rügt sie, auch die\nkonkrete Anwendungspraxis von Art. 88 lit. b StrG verstosse gegen\nBundesverfassungsrecht, nämlich das Rechtsgleichheitsgebot, das\nWillkürverbot und den Verhältnismässigkeitsgrundsatz. Verfassungskonform ist ihrer Meinung nach einzig eine Regelung, wonach die\nRestkosten sämtlicher schweizerischen Hauptstrassen von allen\nGemeinden des Kantons zu tragen sind. Zu einer diesbezüglichen\nakzessorischen Normenkontrolle sei die zuständige Verwaltungsbehörde verpflichtet und eine kantonale Bestimmung, die der Bundesverfassung widerspreche, dürfe nicht angewendet werden.\n\n4.1 Wie das Bundesgericht auch in Bezug auf den Kanton Wallis\nausdrücklich festgehalten hat, sind die kantonalen Gerichte nach Lehre\nund Rechtsprechung nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, auf\nVerlangen eines Rechtsuchenden das anzuwendende kantonale Recht\nvorfrageweise auf seine Übereinstimmung mit der Bundesverfassung\nzu prüfen (BGE 127 I 185 E. 2 ; 117 Ia 262 E. 3a ; 112 Ia 311 E. 2c ; 106 Ia\n383 E. 3a ; 104 Ia 82 E. 2a mit Hinweisen). Daneben ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch der Staatsrat als oberste Verwaltungsbehörde auf Parteibegehren hin zur akzessorischen Kontrolle\nkantonaler Bestimmungen im Hinblick auf die Übereinstimmung mit\nRVJ / ZWR 2012 65\n\nder Bundesverfassung verpflichtet (vgl. Walter Kälin, Chancen und\nGrenzen kantonaler Verfassungsgerichtsbarkeit, ZBl 1987, S. 236 f. und\nFn. 13 ; Ulrich Zimmerli/Walter Kälin/Regina Kiener, Grundlagen des\nöffentlichen Verfahrensrecht, Bern 2004, S. 15 ; Fridolin Schiesser, Die\nakzessorische Prüfung, Diss. Zürich 1984, S. 144, je mit Hinweisen).\nDamit verbunden ist grundsätzlich auch die Pflicht, als verfassungswidrig erkanntes Recht im Einzelfall nicht anzuwenden (Pierre Tschannen, Staatsrecht der Schweizerischen Eidgenossenschaft, 2. A., Bern\n2007, § 11 N. 43 mit Hinweisen).\n\n"}