{"Signatur": "VS_BZG_999", "Spider": "VS_Gerichte", "Datum": "2010-06-30", "PDF": {"Datei": "VS_Gerichte/VS_BZG_999_A1-10-38_2010-06-30.pdf", "URL": "https://api-justsearche.vs.ch/api/documents/ab638a817723908d54d1ad493fd88895/file/", "Checksum": "30f93b254c400ea035aea8a26ff34a6d"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["A1 10 38"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 30.06.2010 A1 10 38"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Valais Autre tribunal Autre chambre 30.06.2010 A1 10 38"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Vallese Altro tribunale Altro camera 30.06.2010 A1 10 38"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Valais Autre tribunal Autre chambre"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Vallese Altro tribunale Altro camera"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "KGVS A1 Oeffentliches Recht ordentlich"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Enteignung  Expropriation  KGE A1 10 38 vom 30. Juni 2010  Entschädigung  – Anwendbarkeit des neuen Enteignungsgesetzes (E. 1, 1.1 und 1.2).  – Enteignungsentschädigung. Festlegung des Verkehrswertes für Boden in der  Landwirtschaftszone (E. 3.1 - 3.3 und 4.1 - 4.3).  – Voraussetzungen für Temporärentschädigung (E. 5.1 und 5.2), Realersatz (E. 6.2),  Inkonvenienzentschädigung (E. 7.1 - 7.3) sowie Entschädigung für einen Kirsch-  und einen Nussbaum (E. 8).  Ref. CH :   Ref. VS : Art. 11 EntG, Art. 12 EntG, Art. 13 EntG, Art. 42 EntG  Indemnité  – Droit transitoire (consid. 1, 1.1 et 1.2).  – Indemnité; détermination de la valeur vénale d’un terrain en zone agricole  (consid. 3.1 - 3.3 et 4.1 -4.3).  – Conditions de l’indemnisation pour expropriation temporaire (consid. 5.1 et 5.2);  in-demnisation en nature (consid. 6.2); indemnité pour inconvénients (consid.  7.1-7.3); prétentions en indemnisation"}], "ScrapyJob": "446973/52/2024", "Zeit UTC": "21.01.2026 02:07:02", "Checksum": "245ef6c6679e2daef634068590baf725", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 30.06.2010 A1 10 38\nRegeste:\nEnteignung  Expropriation  KGE A1 10 38 vom 30. Juni 2010  Entschädigung  – Anwendbarkeit des neuen Enteignungsgesetzes (E. 1, 1.1 und 1.2).  – Enteignungsentschädigung. Festlegung des Verkehrswertes für Boden in der  Landwirtschaftszone (E. 3.1 - 3.3 und 4.1 - 4.3).  – Voraussetzungen für Temporärentschädigung (E. 5.1 und 5.2), Realersatz (E. 6.2),  Inkonvenienzentschädigung (E. 7.1 - 7.3) sowie Entschädigung für einen Kirsch-  und einen Nussbaum (E. 8).  Ref. CH :   Ref. VS : Art. 11 EntG, Art. 12 EntG, Art. 13 EntG, Art. 42 EntG  Indemnité  – Droit transitoire (consid. 1, 1.1 et 1.2).  – Indemnité; détermination de la valeur vénale d’un terrain en zone agricole  (consid. 3.1 - 3.3 et 4.1 -4.3).  – Conditions de l’indemnisation pour expropriation temporaire (consid. 5.1 et 5.2);  in-demnisation en nature (consid. 6.2); indemnité pour inconvénients (consid.  7.1-7.3); prétentions en indemnisation\n\n 1. 2. Der angefochtene Entscheid der Schätzungskommission\nstellt eine letztinstanzliche Verfügung im Sinne von Art. 72 VVRG dar,\nder mangels Ausschlusses in den Art. 74 bis 77 VVRG der Verwaltungsgerichtsbeschwerde unterliegt. Der Beschwerdeführer ist als Eigentümer der von den Enteignungsentschädigungen betroffenen Parzellen\nund als Adressat des angefochtenen Entscheids durch diesen berührt\nund hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder\nÄnderung, so dass er nach Art. 80 Abs. 1 lit. a und 44 VVRG zur\nBeschwerdeführung legitimiert ist. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 80 Abs. 1 lit. b und\nc, 46 und 48 VVRG).\n\n(....)\n3. Es ist unbestritten, dass die vorliegende formelle Enteignung entschädigungspflichtig ist. Der Beschwerdeführer rügt einzig die Höhe\nder von der Schätzungskommission festgesetzten Entschädigungen.\n\n3. 1. Art. 26 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (SR 101) sieht vor, dass Enteignungen und Eigentumsbeschränkungen, die einer Enteignung gleichkommen, voll entschädigt werden. Art. 6 Abs. 2 der Verfassung des Kantons\nWallis vom 8. März 1907 (SGS/VS 101.1) verlangt eine gerechte Entschädigung. Beide Formulierungen decken sich und beinhalten eine volle\nEntschädigung (BGE 127 I 185 E. 3; Urteile des Kantonsgerichts A1 05\n17 vom 3. Juni 2005 E. 3.1; A1 06 198 vom 8. Februar 2007 E. 3.1 und A1\n07 12 vom 1. Juni 2007 E. 4.1).\n\n3. 2. Nach Art. 11 Abs. 1 EntG kann die Enteignung nur gegen volle\nEntschädigung erfolgen. Gemäss Art. 13 EntG umfasst die Entschädigung den vollen Verkehrswert des enteigneten Rechts (lit. a), den\nBetrag der Wertverminderung des verbleibenden Teils, wenn von\neinem Grundstück oder von mehreren wirtschaftlich zusammenhängenden Grunsdstücken nur ein Teil in Anspruch genommen wird\n(lit. b) und den Betrag aller weiteren vom Enteigneten hinzunehmenden Nachteile, die sich nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge als\nFolge der Enteignung voraussehen lassen (lit. c). Für die Berechnung\ndes Verkehrswerts ist gemäss Art. 15 Abs. 1 EntG der Zeitpunkt der\nRVJ / ZWR 2011 165\n\nSchätzung (hier: 11. Dezmber 2009) oder jener des Entscheids betreffend die vorzeitige Besitznahme massgebend, wobei auch die Möglichkeit und die Wahrscheinlichkeit einer besseren Verwendung des\nGrundstücks in absehbarer Zeit angemessen zu berücksichtigen ist\n(Abs. 2) und fallen die durch das Werk des Enteigners entstehenden\nWerterhöhungen oder Wertverminderungen, selbst bei einer Teilenteignung, ausser Betracht (Abs. 3). Diese Bestimmungen entsprechen\njenen (insbesondere Art. 13 ff.) des vorher geltenden Gesetzes betreffend Expropriation zum Zwecke öffentlichen Nutzens vom 1. Dezember 1887 (aEntG), weshalb die diesbezüglich bestehende Rechtsprechung und Doktrin ihre Gültigkeit weiter behalten und auf diese verwiesen werden kann.\nDemnach ist der Verkehrswert in der Regel weiterhin nach der\nstatistischen Methode festzulegen, also nach den Kaufpreisen für\nGrundstücke mit gleicher oder ähnlicher Lage und Beschaffenheit. In\ndiesem Zusammenhang fallen Preise, die erst nach dem Bewertungsstichtag zustande gekommen sind, Freundschafts- und Liebhabersowie Spekulations- und Arrondierungspreise in der Regel nicht in\nBetracht. Ebenso sind Preise, die von der allgemeinen, nicht durch\ndas enteignete Werk bedingten Entwicklung überholt sind, nicht zu\nberücksichtigen und ist besonderen Umständen, die eine Erhöhung\noder Verminderung des Durchschnittspreises bewirken, Rechnung zu\ntragen (Hess/Weibel, Enteignungsrecht des Bundes, Bd. I, N. 80 ff. zu\nArt. 19; gleich Urteile des Kantonsgerichts A1 01 99 vom 11. Juni 2002;\nA1 99 10 vom 8. September 1999; A1 97 16 vom 28. Mai 1997 und P\n83/93 vom 14. Januar 1994). Damit entspricht die Regelung des EntG\nden verfassungsmässigen Grundsätzen, das heisst, zu entschädigen\nist der volle Verkehrswert.\n\n3. 3. Zur Verkehrswertfestlegung ist in jedem Fall von der rechtlichen und tatsächlichen Situation der Nutzung im Bewertungszeitpunkt\nauszugehen. Dieser ist in der Regel jener der Schatzung durch die\nSchätzungskommission. Er kann allenfalls bei langer Verfahrensdauer\nund gleichzeitiger, vorgängiger Inbesitznahme geändert werden (BGE\n129 II 470 ff.; Urteil des Bundesgerichts 1P.421/2002 vom 7. Januar 2003;\nZWR 2005, S. 18; 2004, S. 45; Zimmerli, Die staatsrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts in den Jahren 2003 und 2004, in: ZBJV 2004,\nS. 661; Zen-Ruffinen/Guy-Ecabert, Aménagement du territoire, construction, expropriation, N. 1166 ff.). Von einer andern als der am\nBewertungsstichtag bestehenden Rechtslage darf ausgegangen werden, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit die Änderung der rechtlichen\n166 RVJ / ZWR 2011\n\n"}