{"Signatur": "UR_OG_003", "Spider": "UR_Gerichte", "Datum": "2024-12-12", "PDF": {"Datei": "UR_Gerichte/UR_OG_003_2024-OG-S-24-2-BetmG_2024-12-12.pdf", "URL": "https://www.ur.ch/_rte/publikation/40253", "Checksum": "85b7123fd9bdc7abdc48820282c8536b"}, "Scrapedate": "2026-01-05", "Num": ["2024_OG S 24 2_BetmG-Widerhandlung (qualifiziert)"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Uri Obergericht Strafrechtliche Abteilung 12.12.2024 2024_OG S 24 2_BetmG-Widerhandlung (qualifiziert)"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Uri Obergericht Strafrechtliche Abteilung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Uri  Strafrechtliche Abteilung"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Uri  Strafrechtliche Abteilung"}], "ScrapyJob": "446973/59/1992", "Zeit UTC": "05.01.2026 07:27:13", "Checksum": "307dd7d387f6a54cee65f0b28e59999d", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Uri Obergericht Strafrechtliche Abteilung 12.12.2024 2024_OG S 24 2_BetmG-Widerhandlung (qualifiziert)\n\n - Polizeirapport der Kantonspolizei Uri vom 26. Oktober 2020 (act. 1/1 StA)\n- Spurensicherungsbericht vom 10. Oktober 2020 (act. 1/2 StA)\n- Fotodokumentation der Kriminaltechnik vom 10. Oktober 2020 (act. 1/3 StA)\n- Polizeirapport der Kantonspolizei Zürich vom 2. November 2020 (act. 1/4 StA)\n- E-Mailverkehr zwischen Beschuldigtem und Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat\nvom Oktober 2020 inklusive Liste Bareinnahmen (act. 1/5 StA)\n- Nachtragsbericht der Kantonspolizei Uri vom 15. Juni 2022 (act. 1/6 STA)\n- Fotodokumentation Nachtragsbericht vom 30. März 2021 (act. 1/7 StA)\n- Liste Gewicht Blüten-Pflanzenbestand (act. 2/3 StA)\n- Verzeichnis der Zufallsfunde vom 1. Oktober 2020 (act. 3/3 StA)\nSeite 8 von 53\n- Verzichtserklärung vom 1. Oktober 2020 (act. 3/4 StA)\n- Sicherstellungsliste Kantonspolizei Zürich vom 27. Oktober 2020 (act. 3/8 StA)\n- Beleg Bargeld vom 2. Oktober 2020 (act. 3/9 StA)\n- Energiedatenauswertung EWA vom 18. Februar 2022 (act. 3/14-3/17 StA)\n- Gutachtensauftrag Ertragsabschätzung vom 26. September 2022 (act. 5/1 StA)\n- Gutachten des Forensischen Instituts Zürich vom 23. Mai 2023 (act. 5/8 StA)\n- E-Mail Forensisches Institut Zürich vom 22. Juni 2023 (act. 5/10 StA)\n- Stellungnahme des Beschuldigten zum Beschlagnahmefehl vom 02. Dezember 2021\n(act. 7/5/2 StA)\n- Aufstellung Erfolgsrechnung 2017 bis 2022 von YZ (act. 01.14 LG)\n- Jahresrechnung 2022 von YZ (act. 01.14 LG, act. 7/4/3 StA)\n- Auflistung Bareinnahmen ab Versand ZZ, Auflistung Webshop, Liste Bestellungen Shop-Ex-\nporte 2020 und Bruttoumsätze der Jahre 2019/2020/2021 (act. 7/4/4 StA, act. 7/4/5 StA, act.\n7/5/3 StA, act. 7/5/3 StA, act. 7/5/5 StA)\n- Google-Rezension von E.___ (bei act. 01.17 LG)\n- Entscheide des Kantonsgericht St. Gallen vom 11. März 2014, ST.2012.136 und ST.2012.137\n(act. 01.17 LG)\n\n3.4 Beweisergebnis der Vorinstanz\nDie Vorinstanz gelangte zur Überzeugung, dass der Beschuldigten seine Hanf-Indoor-Anlage seit 2017\nbetrieben habe. Über acht Anbauzyklen habe er einen Ernteertrag von insgesamt 26 Kilogramm produzieren können. Aufgrund der aufgefundenen knapp 13 Kilogramm getrockneten Cannabisblüten erachtete die Vorinstanz als sachverhaltsmässig erstellt, dass der Beschuldigte die restlichen 13 Kilogramm für CHF 4'000.00 pro Kilo veräusserte und damit einen tatsächlichen Gewinn von CHF 34'000.00\nerzielt habe.\n\n3.5 Beweiswürdigung des Obergerichts\n3.5.1 Grundlagen und Vorgehen\nFür die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die zutreffenden Ausführungen der\nVorinstanz verwiesen werden (E. 5.4.1 erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Nochmals erwähnt sei\ndie Unschuldsvermutung (Art. 10 Abs. 1 StPO), der Grundsatz der freien Beweiswürdigung sowie der\nGrundsatz «in dubio pro reo» in seiner Ausprägung als Beweiswürdigungsregel. Das Gericht würdigt\ndie Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2\nStPO). Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus\n(Art. 10 Abs. 3 StPO).\n\nSeite 9 von 53\nAls Beweislastregel folgt aus der Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschuldigten Person\nist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden verpflichtet sind, den Nachweis der\nSchuld zu erbringen (BGer 1B_19/2019 vom 04.02.2019 E. 3.1; 6B_1339/2018 vom 21.02.2019 E. 2.1;\n6B_420/2019 vom 17.05.2019 E. 2.1; 6B_1213/2017 vom 22.05.2019 E. 3.3; Wolfgang Wohlers, in Donatsch/Lieber/Sumers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordung StPO,\n3. Aufl., Zürich 2020, Art. 10 N 7; Esther Tophinke, in Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung/Jugendstrafprozessordnung, 3. Aufl., 2023, N 19 zu Art. 10).\n\nDer In-dubio-Grundsatz wird erst anwendbar, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind. Im Falle einer uneinheitlichen, widersprüchlichen Beweislage muss das Gericht die einzelnen Gesichtspunkte gegeneinander abwägen und\nals Resultat dieses Vorgangs das Beweisergebnis feststellen. Dieses kann je nach Würdigung als gesichert erscheinen – sofern die Widersprüche bereinigt werden konnten – oder aber mit Unsicherheiten\nbehaftet bleiben. Das Beweisergebnis kann aber auch deswegen zweifelhaft sein, weil es im Kontext\nder feststehenden Tatsachen verschiedene Deutungen zulässt und damit verschiedene Sachverhaltsalternativen im Raum stehen. Zum Tragen kommt die In-dubio-Regel erst bei der Beurteilung des Resultats der Beweisauswertung, das heisst beim auf die freie Würdigung der Beweismittel folgenden\nSchritt vom Beweisergebnis zur Feststellung derjenigen Tatsachen, aus denen sich das Tatsachenfundament eines Schuldspruchs zusammensetzt (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2).\n\n"}