{"Signatur": "TA_SST_001", "Spider": "TA_SST", "Datum": "2025-04-04", "PDF": {"Datei": "TA_SST/TA_SST_001_SSG-2024-E-36_2025-04-04.pdf", "URL": "https://www.sportstribunal.ch/customer/files/82/SSG-2024-E-36---Entscheid-vom-04-04-2025_Anonymisiert.pdf", "Checksum": "2b875be98d8a2734a6238773a6272865"}, "Scrapedate": "2026-04-09", "Num": ["SSG 2024/E/36"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 04.04.2025 SSG 2024/E/36"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Tribunaux d'arbitrage Tribunal du sport suisse 04.04.2025 SSG 2024/E/36"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Tribunali arbitrali Tribunale dello sport svizzero 04.04.2025 SSG 2024/E/36"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Tribunaux d'arbitrage Tribunal du sport suisse "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Tribunali arbitrali Tribunale dello sport svizzero "}], "ScrapyJob": "446973/77/350", "Zeit UTC": "09.04.2026 16:16:55", "Checksum": "fc25769776350effbe2ffb17378162c4", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 04.04.2025 SSG 2024/E/36\n\nSSG 2024/E/36 - SSI v. A.________\n\nEntscheid\ndes\n\nSCHWEIZER SPORTGERICHTS\n\nin folgender Besetzung:\n\nVorsitzender Richter: Arthur Brunner, Rechtsanwalt, St. Gallen\nRichterin: Charlotte Frey, Rechtsanwältin, Lausanne\nRichter: Leonid Shmatenko, Rechtsanwalt, Zürich\n\nIn der Sache zwischen\n\nStiftung Swiss Sport Integrity (SSI), Eigerstrasse 60, 3007 Bern\nvertreten durch Hanjo Schnydrig, Rechtsdienst, und Alexander Schütz, Rechtsanwalt, Eversheds\nSutherland AG, Bern\n\n- Antragstellerin -\n\nund\n\nA.________\n\n- Angeschuldigte Person -\n\n1\nI. Die Parteien\n1. Die Stiftung Swiss Sport Integrity (nachfolgend \"SSI\" bzw. \"Antragstellerin\") ist eine Stiftung\nnach schweizerischem Recht mit Sitz in Bern (Schweiz). Seit dem 1. Januar 2022 ist SSI\nsowohl als Nationale Agentur zur Bekämpfung von Doping (Art. 19 Abs. 2 SpoFöG1 und\nArt. 73 SpoFöV2) als auch als Nationale Meldestelle für Ethikverstösse und Missbrauchsfälle\nim Schweizer Sport (Art. 72f SpoFöV) zuständig.\n\n2. A.________ (nachfolgend \"angeschuldigte Person\" bzw. \"Trainer\"), geb. 1972, betätigt(e)\nsich bei Swiss Sliding als Trainer. In dieser Funktion betreute er im [...] insbesondere auch\nmehrere Athleten bei der Skeleton-Weltmeisterschaft der Junioren in X.________.\n\n3. Die SSI und die angeschuldigte Person werden im Weiteren gemeinsam als \"Parteien\"\nbezeichnet.\n\nII. Sachverhalt und Prozessgeschichte\n4. Das vorliegende Verfahren betrifft einen möglichen Verstoss gegen das Ethik-Statut des\nSchweizer Sports von Swiss Olympic (nachfolgend \"Ethik-Statut\").3\n\n5. Nachfolgend wird eine Zusammenfassung der wichtigsten Elemente des Sachverhalts\ngemäss den Schilderungen der Parteien in ihren schriftlichen Eingaben sowie im Rahmen\nder mündlichen Verhandlung wiedergegeben. Für weiterführende Details wird auf die\nVerfahrensakten verwiesen. Soweit für die Beurteilung der relevanten Fragen erforderlich,\nwerden diese im materiellen Teil des Entscheids behandelt.\n\nA. Anzeige\n\n6. Am 18. März 2022 erstattete A.________ bei SSI eine \"Meldung betreffend Ethikverstösse\"\nin der Zeit zwischen 31.12.2021 bis Ende Februar 2022.\n\n7. Danach habe der Athlet C.________ anlässlich eines Skeleton-Trainings bzw. danach in der\nUmkleidekabine am 30. Dezember 2021 und am 31. Dezember 2021 die damals geltenden\nCorona-Vorgaben missachtet. So habe C.________ am 31. Dezember 2021 gegen 17:00 Uhr\nerfahren, dass er Corona positiv getestet worden sei. Trotzdem habe er sich an die Bahn\nund in die gleiche Kabine wie alle anderen Athletinnen begeben (Vorbringen 1).\n\n8. Zudem seien die beiden Söhne des Melders (A.________), E.________ und F.________,\nanlässlich der Skeleton Schweizermeisterschaften vom [...] (nachfolgend \"SM\") durch die\nangeschuldigte Person, damals Trainer bei Swiss Sliding, diskriminiert und ungleich\nbehandelt und in ihrer psychischen Integrität verletzt worden. Dies sei dadurch geschehen,\ndass die angeschuldigte Person eine Stunde vor den SM in die Kabine getreten sei und allen\nanwesenden Athletinnen mitgeteilt habe: \"Die Schlitten der E.________ und F.________\nwerde ich nicht an den Start tragen\". Dies bedeute, dass er die Schlitten vor dem Start nicht\nauf das Eisbett gelegt habe. Die beiden Athleten hätten dann keine Zeit, sich auf den Start\n\n1 Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung vom 17. Juni 2011, SR 415.0\n(Sportförderungsgesetz, SpoFöG).\n2 Verordnung über die Förderung von Sport und Bewegung vom 23. Mai 2012, SR 415.01\n(Sportförderungsverordnung, SpoFöV).\n3 Anwendbar ist vorliegend (noch) die ab 1. Februar 2022 gültige Fassung des Ethik-Statuts (im\nFolgenden zit. als \"Ethik-Statut\"). Die am 1. Januar 2025 in Kraft getretene (neue) Fassung des Ethik-\nStatuts wird im Folgenden - wo nötig - als \"Ethik-Statut 2025\" zitiert.\n2\nvorzubereiten, geschweige denn die Jacke auszuziehen, den Helm aufzusetzen und die\nSchuhe zu säubern (Vorbringen 2).\n\n"}