{"Signatur": "TA_SST_001", "Spider": "TA_SST", "Datum": "2025-04-28", "PDF": {"Datei": "TA_SST/TA_SST_001_SSG-2024-E-26_2025-04-28.pdf", "URL": "https://www.sportstribunal.ch/customer/files/82/SSG-2024-E-26---Entscheid-vom-28-04-2025_Anonymisiert.pdf", "Checksum": "b0476d2d06a0a74ca59216b1ebd649fa"}, "Scrapedate": "2026-04-09", "Num": ["SSG 2024/E/26"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 28.04.2025 SSG 2024/E/26"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Tribunaux d'arbitrage Tribunal du sport suisse 28.04.2025 SSG 2024/E/26"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Tribunali arbitrali Tribunale dello sport svizzero 28.04.2025 SSG 2024/E/26"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Tribunaux d'arbitrage Tribunal du sport suisse "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Tribunali arbitrali Tribunale dello sport svizzero "}], "ScrapyJob": "446973/77/350", "Zeit UTC": "09.04.2026 16:16:53", "Checksum": "3d5212544561745d6c1d5d4f360f7104", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 28.04.2025 SSG 2024/E/26\n\nSSG 2024/E/26 - A._____ v. SSI\n\nEntscheid\ndes\n\nSCHWEIZER SPORTGERICHTS\n\nin folgender Besetzung:\n\nVorsitzende Richterin: Sarah Umbricht, M.A. HSG, Solothurn\nRichterin: Sophie Bühler, Rechtsanwältin, Zürich\nRichter: Andrea Fioravanti, Rechtsanwalt, Lugano\n\nIn der Sache zwischen\n\nA._____\nvertreten durch E._____, Rechtsanwalt\n\n- Beschwerdeführerin -\n\nund\n\nStiftung Swiss Sport Integrity (SSI), Eigerstrasse 60, 3007 Bern\nvertreten durch Hanjo Schnydrig und Nicolas Chardonnens, Rechtsdienst\n\n- Beschwerdegegnerin -\n\n1\nI. Die Parteien\n1. A._____ (\"Beschwerdeführerin\") ist Mutter von B._____, einer Athletin, welche im Y._____\n(Y._____, \"Verein\") trainierte, und war bis im Juli 2024 Vorstandsmitglied des Vereins. Die\nTochter war im Rahmen der Vorabklärungen von SSI als potenzielles Opfer als Verfahrensbeteiligte aufgeführt. Die Beschwerdeführerin war als meldende Person in die Vorabklärungen von SSI involviert.\n\n2. Die Stiftung Swiss Sport Integrity (\"SSI\" oder \"Beschwerdegegnerin\") ist eine Stiftung nach\nschweizerischem Recht mit Sitz in Bern (Schweiz). Seit dem 1. Januar 2022 ist SSI sowohl als\nNationale Agentur zur Bekämpfung von Doping (Art. 19 Abs. 2 SpoFöG1 und Art. 73 SpoFöV2)\nals auch als Nationale Meldestelle für Ethikverstösse und Missbrauchsfälle im Schweizer\nSport (Art. 72f SpoFöV) zuständig.\n\n3. Die SSI und die Beschwerdeführerin werden im Folgenden gemeinsam als \"Parteien\" bezeichnet.\n\nII. Sachverhalt und Prozessgeschichte\n4. Das vorliegende Verfahren betrifft eine Beschwerde gegen einen Nichteröffnungsentscheid\nvon SSI, welcher am 12. Juli 2024 von SSI nach Vorabklärungshandlungen in Bezug auf einen\npotenziellen Verstoss gegen das Swiss Olympic Ethik-Statut des Schweizer Sports vom 1. Januar 2022 (\"Ethik-Statut\")3, erlassen wurde.\n\n5. Nachfolgend werden die wichtigsten Elemente des Sachverhalts basierend auf den eingereichten Akten sowie den Schilderungen der Parteien in ihren schriftlichen Eingaben und\nanlässlich der mündlichen Verhandlung vor dem Schweizer Sportgericht vom 14. März 2025\n(\"Hauptverhandlung\") zusammengefasst. Für weiterführende Details wird auf die Eingaben\nder Parteien, die Verfahrensakten und die Inhalte der Hauptverhandlung verwiesen respektive im nachfolgenden Entscheid nur dort auf sie eingegangen, wo dies für die Beurteilung\nder betreffenden Fragen relevant ist.\n\nA. Meldung betreffend potenzielle Verstösse gegen das Ethik-Statut\n\n6. Am 7. Dezember 2023 ging bei SSI eine Meldung betreffend verschiedener \"ethischer\nVerstösse und Machtmissbrauch\" im Verein ein (Meldung Nr. 672/2023). Die Meldung\nwurde am selben Tag von SSI bestätigt.\n\n7. Am selben Tag erhielt SSI eine (im vorliegenden Verfahren anonyme) E-Mail, welche sich auf\nein Gespräch der Beschwerdeführerin mit SSI vom 6. Juli 2023 und den Verein bezog und\nausführte, dass sich die Situation seit damals nicht verbessert habe und deshalb nun eine\nMeldung gemacht worden sei. Unter anderem sollen die Trainerinnen D._____ (\"Trainerin\n1) und C._____ (\"Trainerin 2\", gemeinsam \"die Trainerinnen\") folgende \"ethischen Verstösse\nund Machtmissbrauch\" begangen haben: kein respektvoller Umgang mit den Läuferinnen\nim eigenen Team, den Breitensportlern und Erwachsenenläufern. In der E-Mail wurde als\n\"Beispiele\" genannt: Beschimpfen, herablassende Bemerkungen, Angst einjagen,\n\n1\nBundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung vom 17. Juni 2011, SR 415.0 (Sportförderungsgesetz, SpoFöG).\n2\nVerordnung über die Förderung von Sport und Bewegung vom 23. Mai 2012, SR 415.01 (Sportförderungsverordnung, SpoFöV).\n3\nSwiss Olympic Ethik-Statut des Schweizer Sports vom 1. Januar 2022, Version inkl. der Anpassungen\nmit Inkrafttreten per 26. November 2022 (Ethik-Statut).\n\n"}