{"Signatur": "TA_SST_001", "Spider": "TA_SST", "Datum": "2025-02-25", "PDF": {"Datei": "TA_SST/TA_SST_001_SSG-2024-E-14_2025-02-25.pdf", "URL": "https://www.sportstribunal.ch/customer/files/82/SSG-2024-E-14---Entscheid-vom-25-02-2025_Anonymisiert.pdf", "Checksum": "6c52e02e503f02a85d82420f9ed1be67"}, "Scrapedate": "2026-04-09", "Num": ["SSG 2024/E/14"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 25.02.2025 SSG 2024/E/14"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Tribunaux d'arbitrage Tribunal du sport suisse 25.02.2025 SSG 2024/E/14"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Tribunali arbitrali Tribunale dello sport svizzero 25.02.2025 SSG 2024/E/14"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Tribunaux d'arbitrage Tribunal du sport suisse "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Tribunali arbitrali Tribunale dello sport svizzero "}], "ScrapyJob": "446973/77/350", "Zeit UTC": "09.04.2026 16:17:01", "Checksum": "a0a27488bd3df09355f6421786138b8d", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 25.02.2025 SSG 2024/E/14\n\n20. Unangebrachte Sprüche seien wiederholt von den Trainern geäussert worden, unter\nanderem \"bist du eigentlich geistig behindert\", \"jetzt müsst ihr mal die Beine spreizen, das\n\n4\nmachen wir ja sonst nie\" oder - wenn eine Athletin Schmerzen hatte - \"das Einzige, was\nSchmerzen verursacht, sei ein Kind auf die Welt zu bringen\" sowie \"hast Du abgenommen\noder ist dein Arsch kleiner geworden\".\n\n21. Weiter hätten die Trainer bzw. hätte die angeschuldigte Person die Trainingsfenster nicht\neingehalten, verlangt, dass die Athletinnen statt zur Schule zum Ski-Training gehen würden.\nIn diesem Zusammenhang schrieb die beschuldigte Person in einen Gruppenchat der\nAthletinnen \"ihr habt noch viel zu lernen, Respekt, Höflichkeit, Umgang, Wertschätzung,\nVertrauen, wer sich betroffen fühlt, kann sich schämen und wie immer es betrifft nicht alle\".\n\n22. Schliesslich hätte die beschuldigte Person den Athletinnen mit dem Ausschluss aus dem\nX._____SV gedroht, falls sie \"hinten durch etwas sagen würden\".\n\n23. Athletin A sagte aus, dass die beschuldigte Person jeweils gefragt hätte, ob sie sie anfassen\ndürften, um etwas zu zeigen. Eine Athletin sei nach einem schlechten Rennen auf den Schoss\n(Beine) genommen worden. Einzelne Athletinnen hätten wegen den \"Umständen\" mit dem\nSkisport aufgehört, auch sie überlege sich diesen Schritt.\n\n4. Befragung der ehemaligen Athletin H._____\n\n24. H._____ sagte in der Befragung vom 5. Juli 2023 aus, dass sie vor drei Wochen mit dem\nSkisport aufgehört habe und es ihr seit der Beendigung viel besser gehe. Sie berichtet von\nkörperlichen Symptomen wie Fieber, Ausschlägen und Atemnot im Zusammenhang mit den\nX._____SV-Trainings und Trainingslagern und der dort vorherrschenden Anspannung.\n\n25. Sie sagte weiter aus, dass die angeschuldigte Person ihre Macht habe zeigen wollen, indem\ner ihnen mit dem Ausschluss aus dem X._____SV drohte. Als sie ihm während einem\nTrainingslager in Q._____ gesagt hatte, dass er sie nicht so respektlos behandeln solle, hätte\ner erwidert, er sei 50 Jahre alt, und sie 18-jährig und dass wenn sie das Thema\nRespektlosigkeit noch einmal anspreche, er sie aus dem X._____SV ausschliessen werde. Sie\nhätte sich aufgrund dieser Machtdemonstrationen nicht mehr getraut, etwas zu sagen.\n\n26. Der Druck seitens der Trainer sei extrem hoch gewesen und die Sprüche verletzend, sodass\nsie sich minderwertig vorgekommen sei, das Selbstwertgefühl verloren habe und auch heute\nnoch an Panikattacken und \"Alpträumen vom Skifahren, den Trainern, den Lagern, etc.\"\nleide. Es seien wiederholt sexistische und verletzende Sprüche gegenüber verschiedenen\nAthletinnen gefallen (z.B. \"einer Frau tut nie etwas weh, ausser wenn sie gebärt.\" nach einer\nMeldung von Schmerzen seitens einer Athletin, oder auf Nachfrage einer Athletin, ob sie zu\nihrem Freund gehen dürfe, hielt er ihr vor sie wolle nur zu ihm \"weil Du noch dreckige\nSachen mit dem Freund machen willst\", oder Aussagen wie \"was hast Du für dreckige Dinge\nin den Mund genommen als Du bei deinem Freund warst\").\n\n27. Die Trainings seien sehr streng gewesen mit bis zu 20-25 Trainingsläufen während 10 Tagen\nauf ca. 3'300 Höhe mit anschliessenden Konditionstrainings. Bei ihr und bei einigen anderen\nhätten diese Umstände massgeblich zum Rücktrittsentscheid beigetragen, auch wenn es\n\"wohl nicht der einzige Grund\" sei, warum Athletinnen zurückgetreten seien.\n\n5. Befragung der Athletin B\n\n28. Im Rahmen der Befragung vom 6. Juli 2023 erklärte Athletin B, dass die Trainer (\"vom\ntechnischen Standpunkt her\") gute Trainer seien, aber dass es neben dem Skifahren\nschwierig sei mit ihnen zu kommunizieren. Dies habe sich jeweils zugespitzt, als es Richtung\nWintersaison ging.\n\n5\n29. Athletin B berichtet von häufigen frauenfeindlichen und sexistischen Sprüchen und\nVerhaltensweisen, auch in Bezug auf den Körper, unter anderem habe er beim Umziehen\nhinter ihr gestanden und hätte angetäuscht, \"als ob er mit der Hand auf den Po schlagen\nwürde\" und dabei gelacht. Weiter habe er ihr und anderen Athletinnen vor dem Start (teils\nmit Schraubenzieher) auf den Po geschlagen oder sie an den Haaren gerissen. Sie hätten\nsich trotz kritischer Fragen dazu von Aussenstehen nicht getraut, etwas zu sagen. Weiter\nhabe die angeschuldigte Person gesagt \"ihr müsst die Beine spreizen, das macht ihr sonst ja\nnie.\" oder \"ich will gar nicht wissen, was du alles mit deinem Freund angestellt hast\". Sie\nberichtet ebenfalls vom Eisbaden auf dem Stelvio, dass der Trainer im Liegestuhl gelegen\nsei, die Arme hinter dem Kopf verschränkt hatte und den Athletinnen beim Duschen\nzugeschaut habe. Wenn sie zu ihm geblickt habe, hätte er die Augenbrauen hochgezogen.\n\n30. Die Kommunikation sei schwierig aufgrund des hierarchischen Unterschieds. Dies führe\ndazu, dass sie nichts sagen würden. Selbst wenn die Athletinnen etwas anbringen, dann\nheisse es \"jeweils nein\", oder dass sie (die Trainer) nur das Beste für die Athletinnen wollten.\n\n31. Athletin B erwähnte (ebenfalls) die Androhungen, Athletinnen auszuschliessen und sagte\naus, dass der Trainer, wenn er die Athletinnen ermahne die \"Hüfte hoch\" zu halten, sie an\nden Hüften anfasse und jeweils nicht frage, ob er sie anfassen dürfe.\n\n"}