{"Signatur": "TA_SST_001", "Spider": "TA_SST", "Datum": "2025-02-25", "PDF": {"Datei": "TA_SST/TA_SST_001_SSG-2024-E-14_2025-02-25.pdf", "URL": "https://www.sportstribunal.ch/customer/files/82/SSG-2024-E-14---Entscheid-vom-25-02-2025_Anonymisiert.pdf", "Checksum": "6c52e02e503f02a85d82420f9ed1be67"}, "Scrapedate": "2026-04-09", "Num": ["SSG 2024/E/14"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 25.02.2025 SSG 2024/E/14"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Tribunaux d'arbitrage Tribunal du sport suisse 25.02.2025 SSG 2024/E/14"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Tribunali arbitrali Tribunale dello sport svizzero 25.02.2025 SSG 2024/E/14"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Tribunaux d'arbitrage Tribunal du sport suisse "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Tribunali arbitrali Tribunale dello sport svizzero "}], "ScrapyJob": "446973/77/350", "Zeit UTC": "09.04.2026 16:17:01", "Checksum": "a0a27488bd3df09355f6421786138b8d", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 25.02.2025 SSG 2024/E/14\n\n8. Am 29. Juni 2023 ging bei der der Meldestelle eine weitere Meldung betreffend\nEthikverstösse in der gleichen Trainingsgruppe des X._____SV ein (SSI-Meldung Nr.\n469/2023), welche im Wesentlichen die Anschuldigungen des Vorbringen 4 der ersten\nMeldung bekräftigten, wobei zusätzlich auf gegenseitiges \"Ausstechen\" hingewiesen wurde.\nIn beiden Meldungen wurde von Rücktritten aufgrund der Verhaltensweisen hingewiesen.\nIn der zweiten Meldung wurde zudem erwähnt, dass zwei Athletinnen an Magersucht leiden\nwürden, jedoch nur belächelt oder schlecht gemacht würden. Weiter wurde gemeldet, dass\ndie meldende Person die Vorfälle dem Verband gemeldet habe, die Verträge aber dennoch\nverlängert worden seien.\n\n9. Anlässlich eines Telefongesprächs vom 4. Juli 2023 zwischen SSI und der zweiten meldenden\nPerson wurden unter anderem die gemeldeten Verhaltensweisen bestätigt, insbesondere\nwürde die angeschuldigte Person die Athletinnen am Start betatschen (Klatschen auf den\nHintern), obschon die Athletinnen mehrmals gesagt hätten, dass sie dies nicht möchten.\n\nB. Erste Befragungen im Rahmen der Vorabklärungen von Swiss Sport Integrity\n\n1. Allgemein\n\n10. Am 5. und 6. Juli 2023 hat SSI mit aktiven und ehemaligen Athletinnen Gespräche geführt.\nDie (ehemaligen) Athletinnen A, B, C und D wollen anonym bleiben.\n\n2. Befragung der Athletin F._____ und ihrer Mutter G._____\n\n11. In der Befragung vom 5. Juli 2023 von der Athletin F._____ und ihrer Mutter G._____ sagte\ndie Athletin unter anderem und zusammengefasst aus:\n\n12. In ihrem ersten Jahr im X._____SV habe sie sich nicht wohl und fehl am Platz gefühlt.\nInsbesondere als es \"Richtung Saison\" ging, hätten die Trainer sie teilweise und wiederholt\naus verschiedenen Gründen (etwa Training mit den männlichen Athleten oder wenn\nAnweisungen nicht in den ersten Läufen umgesetzt werden konnten)\n\"zusammengeschissen\".\n\n13. Die Trainer würden die Athletinnen bei schlechten Resultaten ignorieren, sie auf der Piste\nanbrüllen und \"niedrig\" machen. Kritik seitens der Athletinnen hätten die Trainer\n\n3\nzurückgewiesen und ihnen das Gefühl gegeben, sie würden mit Absicht schlecht Ski fahren.\nDie Trainer hätten kein Verständnis und würden sich nicht für die Befindlichkeit der\nAthletinnen interessieren.\n\n14. Athletinnen würden sich nicht trauen, anzusprechen, wenn sie etwas nicht wollten, da sie\nRespekt vor der Reaktion.\n\n15. Die Trainer seien \"sehr Anti Frauen\", sexistische Redensweisen würden wiederholt\nvorkommen. Die Trainer würden den Athletinnen \"sehr nahe\" kommen, und beispielsweise\noft die Hüfte anfassen, um zu zeigen, wie die Hüfte zu schwingen sei. Das sei sehr\nunangenehm, sie habe sich aber nicht getraut sich zu wehren. Sie hätte davor noch nie einen\nTrainer gehabt, der sie angefasst habe. Einigen Athletinnen würden die Trainer vor dem Start\nauf den Po schlagen, obwohl die Athletinnen gesagt hatten, dass sie dies nicht wollen. Auch\ndie \"Jungs\" hätten dies beobachtet und gemeint, das gehe nicht.\n\n16. An einem Teamweekend habe sie zwei Durchgänge (Eisbad, Warm Abduschen,\nInfrarotkabine) nachholen müssen. Die angeschuldigte Person sei bei diesem Durchgang auf\neinem Liegestuhl gelegen und hätte mit den Händen hinter dem Kopf \"volle Sicht\" auf sie\ngehabt. Dies sei sehr unangenehm gewesen. Dasselbe sei auch einer anderen Athletin so\npassiert.\n\n17. Die Trainer würden ihre Machtposition regelmässig ausnützen, indem sie den Athletinnen\nmit dem Ausschluss drohen, wenn sie nicht alle Übungen mitmachen würden. Weiter\nwürden sie die Athletinnen von ihrem Umfeld (Familie, Freunde, andere Trainer)\nausschliessen, indem sie ihnen verbieten, mit anderen Personen Ski zu fahren.\n\n3. Befragung der Athletin A und ihrer Mutter\n\n18. Im Rahmen der Befragung von Athletin A und ihre Mutter am 5. Juli 2023 führte Athletin A\nunter anderem aus, sie habe in den letzten 1-1.5 Jahren psychisch gelitten im Training. Es\nherrsche Angst unter den \"Mädchen\", wenn \"etwas sei\" und die Athletinnen würden sich\nnicht trauen, etwas zu sagen oder zu fragen, da sie befürchteten, angegriffen zu werden.\nDass es sich dabei um ein \"Machtspiel\" handle, zeige sich dadurch, dass bei Nachfragen ihres\nVaters die Trainer \"normal\" antworten würden. Demgegenüber würden die Trainer bei\nNachfragen der Athletinnen laut, hässig, die Situation \"eskaliere\" und sie selber wie auch\neine andere Athletin hätten nach bzw. während der Trainersitzung geweint. Die Sitzungen\nseien immer ein Stressfaktor.\n\n19. Die Athletin A berichtet weiter von einem Vorfall im Rahmen des Clean Up Days im Juni\n2022, bei welchem die angeschuldigte Person Athletin A in die Mitte gestellt hatte und sie\nmit einer Zange in der Hand angewiesen habe, sich nach vorne zu bücken, andernfalls er sie\nschlagen würde. Den Schlag habe er dann nur angetäuscht. Die angeschuldigte Person habe\ndie Athletin A in eine vorbeugende Position gebracht habe, sie dabei angefasst und gesagt,\ner würde den Athletinnen mit dem Stock auf den Po schlagen, wenn etwas \"nicht okay\" sei.\nAthletin A habe rund drei Demonstrationen über sich ergehen lassen, was sie als \"sehr\nunangenehm\" und \"extrem demütigend\" empfand. Auf Nachfrage, ob sie\nvereinbarungsgemäss nach Hause gehen könne, habe die angeschuldigte Person \"hässig\"\nreagiert und Bemerkungen wie \"dann geh doch nach Hause an die Brust von deinem Mami\"\noder \"hast Du deinem Papi schon angerufen, oder deiner Mami\" geäussert.\n\n"}