{"Signatur": "SZ_VG_003", "Spider": "SZ_Verwaltungsgericht", "Sprache": "de", "Datum": "2018-06-20", "HTML": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2017-76_2018-06-20.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "593c03a00a6c392ad1ec4a6a9f57483b"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2017-76_2018-06-20.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/ServletDownload/I_2017_76_2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2a116266ceaf289c188daac58e194c337a69348303194998866688e94666055b987f71b8af420ca33d1de8ffbf6139931d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77?path=2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2a116266ceaf289c188daac58e194c337a69348303194998866688e94666055b987f71b8af420ca33d1de8ffbf6139931d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=I_2017_76", "Checksum": "c825ff44fe235cb0f5023018bbee2c9a"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["I 2017 76"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Verwaltungsgericht 1. 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Der Verlauf wurde wie\nfolgt beschrieben (Kläg-act. 20 S. 1 f.):\nDer Patient hat sich seit dem 27.07.2011 wieder zur psychotherapeutischen\nBegleitung in unserem Dienst eingefunden. Die durchgeführten Termine fanden in\nzwei- bis vierwöchigem Rhythmus statt. Zunächst zeigte sich Herr (…) sehr\noptimistisch bezüglich dem geplanten Beginn einer Ausbildung zum\nPrimarschullehrer. Somatische Symptome wie die noch nicht ausgeheilte\nBänderrissverletzung des Fusses mit Operation durch Herrn Dr. Pfister\nerschwerten die Strukturierung seines Tagesablaufes. Herr (…) kann bislang nicht\nwie gewohnt seinen sportlichen Aktivitäten nachgehen. Der stattgefundene Umzug\nmit seinem Bruder und seiner Mutter nach Lachen hat bezüglich des\nZusammenlebens keine Verbesserung gebracht. Herr (…) berichtet immer wieder\nüber auftretende Streitigkeiten zwischen ihm und seinem Bruder, wobei er eine\neher protektive Haltung gegenüber der von ihm als schutzbedürftigen\nangesehenen Mutter einnimmt. Der Wunsch nach einer eigenen Wohnung und\nmehr Freiraum wird immer wieder überschattet von den Sorgen des Patienten,\nseine Mutter alleine mit dem Bruder zurückzulassen. Im Herbst 2011 traten dann\n\n15\nnach Antritt des Studiums in Zürich wieder vermehrt Angstzustände mit\nsozialphobischen Inhalten begleitet von somatische Beschwerden auf, vor allem\nauf dem Weg zur Ausbildung erlitt der Patient wiederholt gastrointestinale\nBeschwerden wie Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, dies wurde\ngesprächstherapeutisch thematisiert, mit dem Patienten Strategien erarbeitet, nicht\nin sein gewohntes Vermeidungsverhalten zurückzufallen, jedoch quittierte Herr (…)\nim Dezember 2011 dann endgültig die Ausbildung. Ein medikamentöser Versuch\nmit antidepressiver/ anxiolytischer Medikation in Form von niedrig dosiertem\nCipralex in Tropfenform (bislang 6 Tropfen/d) erbrachte keine ausreichende\nWirkung. Die aufgrund der anhaltenden gastrointestinalen Beschwerden\ndurchgeführte Gastroskopie ergab den Befund einer leichten Gastritis.\n\nIn einer gemeinsamen Untersuchung mit unserem Chefarzt Herrn P.________\nwurde im Dezember 2011 gemeinsam eine Standortbestimmung durchgeführt.\nAufgrund der bestehenden Konzentrationsstörungen und weiterhin ausgeprägt\nsozialphobischer Ängste sowie anhaltend depressiver Verstimmung wurde eine\nUmstellung auf das Antidepressivum Wellbutrin vereinbart. Die weiter vereinbarten\nTermine im Dezember 2011 und Januar 2012 wurden vom Patienten ausgesetzt\nmit dem Hinweis auf Müdigkeit, Erschöpfungssymptome und Depression. Wir\nerhielten auch keine Rückmeldung über den Erfolg der zuletzt erfolgten\nmedikamentösen Umstellung.\n\nPsychopathologischer Befund vom Dezember 2011\nWacher, allseits orientierter Patient in schlankem Ernährungszustand und deutlich\nreduziertem Allgemeinzustand. Der formale Gedankengang ist weitschweifig,\numständlich, inhaltlich eingeengt auf die derzeit als belastend erlebte\nLebenssituation, es ist eine ausgesprochen depressive Stimmungslage zu\nverspüren mit Gedanken des Lebensüberdrusses ohne suizidale\nHandlungsabsichten, sozialem Rückzug, Vermeidungsverhalten, Phasen von\nverbaler Gereiztheit, Stimmungsschwankungen erhebliche Tagesmüdigkeit,\nbestehende Ein- und Durchschlafstörungen. Keine Hinweise auf psychotisches\nErleben wie Wahn, Halluzinationen. Phobische Ängste im Sinne einer Sozialphobie\nbei eher unsicher, ängstlich akzentuierter Persönlichkeitsstruktur mit auch\nemotional instabilen Anteilen. Psychomotorisch deutlich angespannt wirkender\nPatient mit morgendlicher Antriebsstörung. Die Auffassung ist intakt, das\nKonzentrationsvermögen bei anhaltender Belastung deutlich eingeschränkt. Die\nGedächtnisleistung bezüglich des Langzeitgedächtnisses phasenweise selektiv\neingeschränkt. Keine akute Eigen- oder Fremdgefährdung.\n\n4. Therapeutische Massnahmen / Prognose:\nWir empfehlen dringend als Mindestmassnahme die Weiterführung der hier\nbegonnenen psychiatrischen Behandlung. (…). Eine zu Beginn der Behandlung\nvorgeschlagene stationäre Aufnahme in der Psychiatrischen Klinik Zugersee\nkonnte mit dem Patienten nicht vereinbart werden. Dabei sind die immer wieder\nerwähnten sozialen Ängste des Patienten im Vordergrund, die zu auch hier\nBehandlungsunterbrüchen im Sinne eines Vermeidungsverhaltens führen. Der\nPatient ist unserer Einschätzung nach behandlungsmotiviert, leidet erheblich unter\nseinen Zuständen, findet aber nicht die Kraft veränderte Copingstrategien\nanzuwenden trotz rationaler Einsicht in die Notwendigkeit solcher Massnahmen.\nDie Weiterführung der hier begonnenen antidepressiven Einstellung sollte\naufgrund der chronifizierten Störung weiter erfolgen. Die familiären\nBelastungssituationen, die seit Kindheit und Jugendzeit des Patienten bestehen\n\n"}