{"Signatur": "SZ_VG_003", "Spider": "SZ_Verwaltungsgericht", "Sprache": "de", "Datum": "2018-01-10", "HTML": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2017-102_2018-01-10.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "d55d1ad48b45a3b90a6cc843b6020945"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2017-102_2018-01-10.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/ServletDownload/I_2017_102_2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f292c8684c4dd008656f0618169ee073b320a14a58a9c1d988b376d099cae56601fc1709c3e806c08f9f779e1575d6e3cdd7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77?path=2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f292c8684c4dd008656f0618169ee073b320a14a58a9c1d988b376d099cae56601fc1709c3e806c08f9f779e1575d6e3cdd7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=I_2017_102", "Checksum": "0f3b1511f5da6cddc56edde19e058088"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["I 2017 102"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Verwaltungsgericht 1. 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November 2017\nnochmals Stellung und macht geltend, von der Beschwerdegegnerin würden zum\nwiederholten Male unzutreffende Sachen und so genannte „Sachverhalte“ gebetsmühlenhaft wiederholt und auf entscheidende Fragen (insbesondere der\nEinholung eines Gutachtens eines unabhängigen Sachverständigen) sei gar\nnicht eingetreten worden. Offenbar wolle diese die gesetzlich zwingenden\n\n3\nfachärztlichen und medizinischen Abklärungen und Untersuchungen nicht vornehmen. Damit würden der Untersuchungsgrundsatz und der Grundsatz der freien Beweiswürdigung verletzt. Am 9. Januar 2018 gehen beim Verwaltungsgericht\nKopien des Beschwerdeführers an die B.________ ein, mit denen er die Kostenübernahme von zwischenzeitlich erfolgten Zahnbehandlungen fordert.\n\nDas Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:\n\n1. Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer an der Krankheit Myasthenia gravis erkrankt ist, was zu der medikamentösen Behandlung mit Immunsuppressiva führte (Vi-act. 11). Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz deshalb\ndie Kosten der zahnärztlichen Behandlung des Beschwerdeführers in der Höhe\nvon Fr. 7‘253.35 aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu übernehmen hat.\n\n2.1 Im Bereich der obligatorischen Krankenpflegeversicherung gilt der Grundsatz, dass zahnärztliche Behandlungen nicht von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu übernehmen sind (Urteil BGer 9C_253/2011 vom 3.6.2011\nErw. 1.2).\n\nDie Kosten der zahnärztlichen Behandlung werden von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nur übernommen, wenn diese – alternativ – durch eine\nschwere, nicht vermeidbare Erkrankung des Kausystems (Art. 31 Abs. 1 lit. a des\nBundesgesetzes über die Krankenversicherung [KVG; SR 821.10] vom\n18.3.1994) oder durch eine schwere Allgemeinerkrankung bzw. ihre Folgen bedingt ist (Art. 31 Abs. 1 lit. b KVG) oder zur Behandlung einer schweren Allgemeinerkrankung oder ihrer Folgen notwendig ist (Art. 31 Abs. 1 lit. c KVG).\n\n2.2.1 In Art. 33 Abs. 2 und 5 KVG ist der Bundesrat beauftragt worden, u.a. die\nLeistungen nach Art. 31 Abs. 1 lit. a-c KVG für zahnärztliche Behandlungen\nnäher zu bezeichnen oder diese Aufgabe dem Departement oder dem Bundesamt zu übertragen. Der Bundesrat hat von seiner Befugnis zur Übertragung der\nAufgabe Gebrauch gemacht. Er hat das Departement (des Innern) beauftragt, die\nzahnärztlichen Behandlungen gemäss Art. 31 Abs. 1 KVG nach Anhörung\nder zuständigen Kommission zu bezeichnen (Art. 33 lit. d der Verordnung über\ndie Krankenversicherung [KVV; SR 832.102] vom 27.6.1995). Das Departement\nhat in der von ihm erlassenen Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV;\nSR 832.112.31) diese zahnärztlichen Behandlungen in den Art. 17-19a aufgelistet.\n\n4\n2.2.2 Die Art. 17 und 18 KLV regeln die Übernahme der Kosten für die zahnärztliche Behandlung für den Fall, dass diese entweder durch eine schwere, nicht\nvermeidbare Erkrankung des Kausystems (Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG) oder durch\neine schwere Allgemeinerkrankung oder ihre Folgen (Art. 31 Abs. 1 lit. b KVG)\nbedingt ist. Art. 19 KLV umfasst die Übernahme der Kosten der zahnärztlichen\nBehandlung, die zur Behandlung einer schweren Allgemeinerkrankung oder ihrer\nFolgen notwendig ist (Art. 31 Abs. 1 lit. c KVG).\n\nFür die Frage der anwendbaren Rechtsgrundlage kommt es somit darauf an, ob\ndie schwere Erkrankung des Kausystems (Art. 17 KLV) oder die schwere Allgemeinerkrankung oder deren Behandlung (Art. 18 KLV) Ursache des Zahnleidens\nist, oder ob die zahnärztliche Versorgung notwendiger Bestandteil der Behandlung einer schweren Allgemeinerkrankung darstellt (Art. 19 KLV) (Urteil BGer\n9C_253/2011 vom 3.6.2011 Erw. 1.2; Urteile EVGer K 11/06 vom 11.7.2006\nErw. 1; K 98/05 vom 30.1.2006 Erw. 2.1; K 64/04 vom 14. 4.2005 Erw. 3.1 und\n3.2; je mit Hinweisen).\n\n2.3 Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG, seit 1. Januar 2007:\nSozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts) mit BGE 124 V 185 entschieden\nhat, ist die Liste der zu zahnärztlichen Behandlungen Anlass gebenden Krankheiten in den Art. 17-19 KLV als abschliessend zu betrachten. Dies ergebe sich\nschon aus dem Wortlaut von Art. 33 Abs. 2 KVG, wonach der Bundesrat die Leistungen oder Behandlungen durch Zahnärzte näher zu bezeichnen habe. Für eine\nnur beispielhafte Aufzählung fänden sich keine Anhaltspunkte weder in den Texten der Delegationsnorm (Art. 33 Abs. 2 KVG, Art. 33 lit. d KVV) noch in den\nArt. 17-19 KLV selber. Auch die Materialien sprächen für eine abschliessende\nNennung der Krankheiten, welche von der obligatorischen Krankenversicherung\nzu übernehmende zahnärztliche Leistungen oder Behandlungen auslösen könnten (BGE 124 V 185 Erw. 4). Daran hat das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung festgehalten (vgl. BGE 130 V 464 Erw. 2.3; BGE 129 V 80 Erw. 1.3;\nBGE 128 V 135 Erw. 2c; Urteil BGer 9C_574/2015 vom 14.4.2016 Erw. 2.2).\n\n"}