{"Signatur": "SZ_VG_003", "Spider": "SZ_Verwaltungsgericht", "Sprache": "de", "Datum": "2017-05-16", "HTML": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2016-98_2017-05-16.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "68101c868f44c554db912b9bfbc2a40d"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2016-98_2017-05-16.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/ServletDownload/I_2016_98_2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2c46874dc661ecd2790a9500960b057696b2e2f32e51cc63ed73684505f365de183ea7cc8568a2686bbd93ce6e99a41d7d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77?path=2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2c46874dc661ecd2790a9500960b057696b2e2f32e51cc63ed73684505f365de183ea7cc8568a2686bbd93ce6e99a41d7d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=I_2016_98", "Checksum": "f67a9d0f6245cec78fb03b4fa1e5dfd2"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["I 2016 98"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Verwaltungsgericht 1. 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Hier\nimponieren klinisch Konzentrationsstörungen, ein eingeengtes Denken auf den\nerlittenen Unfall, ein deprimierter Affekt und eine Antriebshemmung mit einer\nreduzierten allgemeinen Belastbarkeit und ausgeprägten Schlafstörungen. Dabei\nzeigen sich eine ausgeprägte emotionale Instabilität, ein beeinträchtigtes\nSelbstwertgefühl und die Tendenz zu Impulskontrollverlust bei Überforderung im\nSinne einer narzisstischen Charakterprägung ohne Krankheitswert. Der Explorand\nerfüllt gleichzeitig die Kriterien einer anhaltenden somatoformen\nSchmerzstörung (ICD-10: F45.4) im Rahmen einer langjährigen chronischen\nSchmerzproblematik bei mehreren somatischen und rheumatologischen\nKrankheiten. Beim Exploranden besteht eine multilokuläre chronische\nSchmerzproblematik mit gravierenden sozialen und emotionalen Auswirkungen. Es\nbesteht weiter eine sonstige dissoziative Störung (ICD-10 F 44.8) aufgrund\nanamnestisch vorbestehender und seit einigen Jahren rezidivierend auftretender\nSchwindel und episodischen Ohnmachtsanfällen, denen ein hinreichendes\nsomatisches Korrelat fehlt.\nDie Arbeitsfähigkeit ist durch die depressive Symptomatik mit rascher\nErmüdbarkeit, Konzentrationsstörung, kognitive Beeinträchtigungen, Schmerzen\nund depressiver Stimmungslage insgesamt stark beeinträchtigt. Die aktuelle\nEinschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht vor allem aufgrund der psychischen\nStörung im Rahmen einer mittelgradigen depressiven Episode und anhaltender\nchronische Schmerzstörung. Die Störung ist nicht auf psychosoziale Faktoren\nzurückzuführen. Es handelt sich um ein psychisches Leiden mit Krankheitswert.\nBei ausgeprägtem sozialem Rückzug, fehlendem Ansprechen auf bisherige\nTherapieversuche langjähriger Chronifizierung der Schmerzsymptomatik sowie\nmaladaptive kognitiv-affektive Krankheitsverarbeitung (katastrophisieren, Hilfs- und\nHoffnungslosigkeit) und psychische Stressoren im familiären Umfeld ist die\nPrognose als ungünstig zu beurteilen.\n\nEine Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Schweisser von Armierungseisen sei durch die depressive Symptomatik mit rascher Ermüdbarkeit, Konzentrationsstörung, kognitiven Beeinträchtigungen und die Schmerzproblematik nicht\nmehr gegeben. Eine Beschäftigung zu 50% in einer angepassten Tätigkeit sei\naus psychiatrischer Sicht und zur Förderung des Selbstwertgefühls sowie der\nTagesstruktur sinnvoll und aus psychiatrischer Sicht zumutbar, könne aber erst\nnach Intensivierung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung erwartet werden. Eine Arbeit in angepasster Tätigkeit sollte keine sehr grossen Anforderungen an die sozialen Kompetenzen, im Speziellen nicht an die Durchsetzungsfähigkeit, stellen. Es sollte kein Kundenkontakt bestehen, die Tätigkeiten\nsollten einfach, repetitiv und wenig anspruchsvoll sein, sie sollte abwechselnd\nsitzend, stehend, zum Teil gehend ausgeführt werden können. Die körperliche\nBelastung sollte möglichst gering sein.\n\nZur Frage nach den Foerster-Kriterien im Zusammenhang mit der somatoformen\nSchmerzstörung wurde im Gutachten festgehalten, dass beim Beschwerdeführer\neine chronische körperliche Begleiterkrankung (degenerative Erkrankung der\n\n24\nWirbelsäule) und ein mehrjähriger Krankheitsverlauf bei einer progredienten\nSymptomatik ohne längerfristige Remission vorlägen. Zudem sei ein verfestigter\ntherapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden, Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn) feststellbar. Die Behandlungsergebnisse seien trotz konsequent durchgeführter ambulanter Therapie schlecht. Es fänden sich auch erhebliche psychosoziale Belastungsfaktoren wie Verlust des Arbeitsplatzes, Stressoren im familiären Umfeld und Verlust persönlicher Interessen. Die Prognose sei ungünstig.\n\nEine stationäre Behandlung mit integrativem Vorgehen wäre zur Verbesserung\ndes Gesundheitszustandes empfehlenswert.\n\n3.10 Der RAD-Arzt Dr.med. W.________ fasste die vorliegenden Arztberichte\nund Gutachten in seiner Stellungnahme vom 4. September 2009 im Ergebnis wie\nfolgt zusammen (IV-act. 50-4/4):\nGS: Rezidivierende depressive Störung, mittelschwer, mit somatischem Syndrom\n(ICD-10 F33.11), ASS, St.n. dissoziativer Störung, deg. Veränderungen der HWS\n(…)\nAF: unter günstigen Bedingungen 50% AF\nErgonomie: körperlich leichte Tätigkeiten in Wechselposition, kleines wohlwollendes Team, kein Kundenkontakt, keine Stressoren.\nAuflage zur stationären Therapie nicht sinnvoll. BM nur sinnvoll, falls vom V. ausdrücklich gewünscht, IM nicht indiziert.\nNeben GS liegen auch ivfremde Faktoren vor. Ein Teil des Geschehens ist aus\nmeiner Sicht als sekundärer Krankheitsgewinn zu werten, Stichworte: Aggravation,\nFlucht in die Krankheit wegen ungünstigen Aussichten auf dem Arbeitsmarkt.\nSelbsteinschätzung des V. punkto AF 0%\n\n4.1 Mit Verlaufsbericht vom 1. Juni 2012 bestätigte Dr.med. F.________ einen\nstationären Gesundheitszustand (IV-act. 73).\n\n"}