{"Signatur": "SZ_VG_002", "Spider": "SZ_Verwaltungsgericht", "Sprache": "de", "Datum": "2020-09-16", "HTML": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2018-21_2020-09-16.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "9d2e8594ae3ecf926ab28c105629c581"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2018-21_2020-09-16.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/ServletDownload/II_2018_21_2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2d738390c890a3a271277220f640da71aa93106cc93afabdaeea38aebf15169472ba4f8657a4746ed66cf370415daaa86d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77?path=2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2d738390c890a3a271277220f640da71aa93106cc93afabdaeea38aebf15169472ba4f8657a4746ed66cf370415daaa86d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=II_2018_21", "Checksum": "ff3f82c1835d2d84686685a7ed54d086"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["II 2018 21"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Verwaltungsgericht 2. 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Ob diese Alpinerfahrung ausreichend\nwar, um eigenverantwortlich ausserhalb der gesicherten Schneesportabfahrten\nskizufahren, und ob er diese Alpinerfahrung bei der Planung der Abfahrt, der Auseinandersetzung mit der Lawinensituation und bei der Vornahme der Risikoabschätzungen umgesetzt hat, vermochten sie nicht zu beurteilen. Auf Grund der Alpinerfahrung wäre nach Ansicht der SLF-Experten jedenfalls zu erwarten gewesen, dass sich die Gruppe nur mit der Standard-Notfallausrüstung ins ungesicherte\nGelände begeben hätte (vgl. SLF-Gutachten ad 12), resp. dass der Kläger, welcher die Variante vorgeschlagen und die Entscheidungen getroffen hatte, dafür\n\n58\nbesorgt gewesen wäre, die Gruppe mit der Standard-Notfallausrüstung auszustatten (vgl. SLF-Gutachten ad 15 f., ad 31, ad 'Abschliessend'). Dies gilt erst recht, da\nerhebliche Lawinengefahr bestand und durch die I.________ an den relevanten\nOrten sichtbar gewarnt wurde.\n\n5.5.2 Recco-Reflektoren zählen nicht zur Standard-Notfallausrüstung, da eine\nRecco-Suche nicht von Kameraden derselben Gruppe angewendet werden kann.\nRecco-Reflektoren können aber die Suche im Rahmen der organisierten Rettung\nerleichtern. Das Suchgerät muss jedoch von den Rettern auf den Unfallplatz gebracht werden. Dabei können wertvolle Minuten verstreichen (vgl. SLF-Gutachten\nad 7). Meist sind professionelle Retter nötig, welche ein entsprechendes Suchgerät haben. Deshalb sind nur selten Lebendbergungen mit Recco möglich. Die\nFirma Recco hat Kenntnis von jährlich einer bis drei Lebendbergungen weltweit.\nRecco ist deshalb kein Ersatz für die Standard-Notfallausrüstung, die auf Touren\noder Variantenabfahrten immer dabei sein sollte (vgl. auch den vom SLF herausgegebenen Bericht: Schnee und Lawinen in den Schweizer Alpen der Hydrologisches Jahr 2018/19, S. 79).\n\nIn den erwähnten bfu Empfehlungen (vgl. Erw. 5.5.1 hiervor) wird in vergleichbarer\nWeise darauf hingewiesen, dass bei einer Lawinenverschüttung eine effiziente\nKameradenrettung wichtig ist, weil die Überlebenschancen nach 15 Minuten rapide\nabsinken. Deshalb sollte man nicht allein unterwegs sein und die nötige Notfallausrüstung mit sich führen sowie den Umgang damit kennen und geübt haben (S. 6).\nWenn die Ganzverschütteten durch beim Unfall anwesende Kameraden gefunden\nwerden, liegt die Letalität bei 20%, bei organisierter Rettung, die erst noch am Unfallort eintreffen muss, bei 70%. Die grösste Chance, eine Ganzverschüttung zu\nüberleben, besteht in den ersten 15 Minuten, schnelles Handeln von Kameraden\nist also zentral (S. 23). Bis die organisierte Rettung am Unfallort eintrifft, ist es oft\nzu spät, denn zwischen der 15. und 35. Minute Verschüttungszeit fällt die Anzahl\nder Überlebenden auf unter 35% ab (vgl. Römer/Durner, Erste Hilfe Bergrettung,\nGarmisch-Partenkirchen 2002, S. 108, zit. in: Fabienne Jelk, Lawinenunfälle und\nihre strafrechtliche Untersuchung und Beurteilung, 2009, S. 1). Grössere Skigebiete verfügen über mehrere, an strategischen Punkten positionierte Recco-Detek-\ntoren, um die Transportzeiten zum Einsatzort möglichst kurz zu halten. Aber selbst\nbei Variantenfahrten direkt neben den Skipisten verliert man oft den Wettlauf gegen die Zeit, weil Alarmierung, Antransport von Personal und Gerät am Boden\noder per Hubschrauber, Suche und Ausgrabung der Verschütteten meist länger\ndauern als die für hohe Erfolgschancen zur Verfügung stehende Zeit (vgl. Eike\nRoth; Lawinen, Verstehen-Vermeiden- Praxistipps, 2013, S. 254).\n\n59\nEin ähnliches Bild vermitteln die vom SLF herausgegebenen Berichte: Schnee und\nLawinen in den Schweizer Alpen der Hydrologischen Jahren 2014/15 bis 2018/19,\nwelche die herausragende Chance eine Ganzverschüttung zu überleben durch\nschnelles Handeln von Kameraden gegenüber der Ortung durch Rettungskräfte\nanhand statistischer Daten eindrücklich belegen (vgl. Bericht 2014/15 Heft 37\n2015, S. 38 f., 42 f., 48; Bericht 2015/16, Heft 51 2016, S. 41 ff., 95; Bericht\n2016/17 Heft 61 2017, S. 42 f., 48; Bericht 2017/18 Heft 77 2019, S. 86; Bericht\n2018/19 Heft 86 2019, S. 52; 78 ff.).\n\n"}