{"Signatur": "SZ_VG_002", "Spider": "SZ_Verwaltungsgericht", "Sprache": "de", "Datum": "2020-09-16", "HTML": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2018-21_2020-09-16.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "9d2e8594ae3ecf926ab28c105629c581"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2018-21_2020-09-16.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/ServletDownload/II_2018_21_2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2d738390c890a3a271277220f640da71aa93106cc93afabdaeea38aebf15169472ba4f8657a4746ed66cf370415daaa86d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77?path=2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2d738390c890a3a271277220f640da71aa93106cc93afabdaeea38aebf15169472ba4f8657a4746ed66cf370415daaa86d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=II_2018_21", "Checksum": "ff3f82c1835d2d84686685a7ed54d086"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["II 2018 21"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Verwaltungsgericht 2. 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In diesem Sinne sei der Unfallhang innerhalb\ndes Höhenbereichs, am oberen Rand, in dem grundsätzlich sowohl die günstigere\nals auch die ungünstigere Situation herrschen könne.\n\nad 2.c) Welche Bedeutung kommt der Gehölz-Bewachsung des Hanges für die Lawinensituation zu?\nNur dichter Wald wirke sich lawinenhemmend aus und verhindere grösstenteils die\nBildung von Schneebrettlawinen. Vergleiche man die Bilder vom Unfalltag ([Ereignistag]) mit den Bildern von den Begehungen im Sommer (3. Juni und 2. Juli\n2019), stelle man fest, dass viele Erlenstauden im Winter teilweise oder ganz eingeschneit seien. Rund um diese eingeschneiten Stauden würden jeweils viele\nkleinere und grössere Luftkammern entstehen. Die Luft in diesen Kammern sei\ngrundsätzlich wärmer als die umgebende Schneedecke und relativ feucht. Durch\ndie entstehenden Temperaturunterschiede wandle sich der Schnee um. Es würden\ngrobe, kantige Schneekörner entstehen, die eigentliche Schwachschichten in der\nSchneedecke bilden könnten. Vor allem bei wenig Schnee sei der Schneedeckenaufbau im Bereich von Stauden daher oft ungünstiger.\n\nMöglicherweise hätten die Stauden einen Einfluss auf die Routenwahl von\nA.________ gehabt. Es sei denkbar, dass er versucht haben könnte, den Stauden\nauszuweichen, die vom Standort der Gruppe sichtbar gewesen seien. Möglicherweise habe er schauen wollen, ob in der Mulde mehr Platz zum Skifahren vorhanden gewesen sei. Dies könnte die Aussage: \"l go ämal go luegä\" erklären.\n\nad 2.d) Bildeten frische und ältere Triebschneeansammlungen ab 1800 m.ü.M. oder\nerst ab 2200 m.ü.M. eine Gefahr? Bilden Satz 1 und Satz 2 des Gefahrenbeschriebs eine oder zwei Aussagen? lst Satz 1 für Expositionen unterhalb\n2200 m.ü.M. zu relativieren?\nAls Hauptgefahr sei der Triebschnee angegeben, dies vor allem ab einer Höhe von\n1800 m. Satz 1, \"Die frischen und älteren Triebschneeansammlungen müssen vor-\n\n37\nsichtig beurteilt werden\", habe somit ab ca. 1800 m gegolten. Satz 2, wonach\noberhalb 2200 m der Neu- und Triebschnee auf einer schwachen Altschneedecke\nliege, sei als Zusatzinformation zu verstehen und ergänze den ersten Satz dadurch, dass die Lawinengefahr oberhalb 2200 m grossflächiger vorhanden sein\nkönnte und Brüche auch im Altschnee vermehrt zu erwarten seien. Satz 1 und 2\nwürden nichts über die Gefahrenstufe aussagen, sondern über die flächige Verbreitung der Gefahrenstellen (und über Schwachstellen in der Schneedecke) und\nsomit indirekt allenfalls über die Grösse der zu erwartenden Lawinen. Personen\nmit viel Erfahrung in der Lawinenbeurteilung könnten Satz 2 auch entnehmen,\ndass oberhalb von 2200 m eher die Chance bestehe, Alarmzeichen, z.B. Wummgeräusche oder Risse in der Schneedecke wahrzunehmen, und dass dort die Gefahr aufgrund des schwachen Altschnees langsamer zurückgehe. Alarmzeichen\nseien in Verbindung mit einer schwachen Altschneedecke häufiger als bei einer\nreinen Triebschneesituation.\n\nad 2.e) Wie ist der Lawinenhang beim konkreten Lawinenbulletin zu beurteilen,\nkönnen gegebenenfalls Hangsektoren unterschieden werden, die unterschiedlich zu beurteilen sind?\nBei der Gefahr von Triebschnee seien vor allem Mulden und Rinnen zu meiden,\nweil dort der frische Triebschnee oft abgelagert werde. Auf Kreten und Rücken\nwerde der Schnee eher weggeblasen. Geeignet für die Bildung von Triebschnee\nseien Mulden und Rinnen sowie Hangbereiche unterhalb von Terrassen, weil dadurch lockerer Schnee von den flachen Terrassen relativ einfach in diese Hangbereiche verfrachtet werden könne. Das Gelände im Umfallhang weise solche Eigenschaften auf. Es gebe im Unfallhang aber auch Geländerücken, auf denen weniger\noder kein Triebschnee vorhanden gewesen sein dürfte, so auch der Rücken (Variante B, Frage 1), auf dem die Gruppe gestanden sein dürfte, bevor A.________ in\ndie Mulde eingefahren sei.\n\nDie Gutachter würden feststellen, dass im Hang durchaus unterschiedliche Bereiche vorhanden gewesen seien, die auch unterschiedlich hätten beurteilt werden\nmüssen. Vor allem in den Mulden und in den Hangbereichen, wo es vom flachen\nins steile Gelände übergehe, habe bei der vorherrschenden Lawinensituation mit\nfrischem Triebschnee gerechnet werden können. Diese Hangbereiche hätten bei\ndieser Situation als kritischer eingestuft werden müssen als die vorhandenen\nGeländerücken, die teilweise sogar kaum Schnee aufgewiesen und entsprechend\ngünstiger zu beurteilen gewesen seien.\n\n"}