{"Signatur": "SZ_VG_002", "Spider": "SZ_Verwaltungsgericht", "Sprache": "de", "Datum": "2019-03-06", "HTML": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2018-111_2019-03-06.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "258d30ab7a4f5b12e930a717f5716dff"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2018-111_2019-03-06.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/ServletDownload/II_2018_111_2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f25a7a71046e8b7512c6c912b910551c9296ee5b0e57b1fde3bf946f14d409fbf399ac61188c8668c61b2331f811507963d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77?path=2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f25a7a71046e8b7512c6c912b910551c9296ee5b0e57b1fde3bf946f14d409fbf399ac61188c8668c61b2331f811507963d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=II_2018_111", "Checksum": "9b7bbcabd5fd4d16ee2f2d59f2b544f9"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["II 2018 111"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Verwaltungsgericht 2. 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Frank Lampert, Richter\nlic.iur Anna Maria Rüesch, Gerichtsschreiberin\n\nParteien A.________,\nBeschwerdeführer,\n\ngegen\n\nAusgleichskasse Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53,\n6431 Schwyz,\nVorinstanz,\n\nGegenstand Prämienverbilligung (Fristversäumnis)\nSachverhalt:\n\nA. Am 19. Dezember 2018 reichte die B.________ GmbH, vertreten durch\nC.________, stellvertretend für A.________, bei der Ausgleichskasse Schwyz\nein Schreiben mit dem sinngemässen Begehren um Gutheissung der Prämienverbilligung 2018 (recte: wohl 2019) ein (Vi-act. 1). Mittels telefonischer Rücksprache vom 19. Dezember 2018 informierte die Ausgleichskasse Schwyz\nC.________ über die Abweisung des Gesuchs und darüber, dass sie seinen Eltern eine anfechtbare Verfügung zustellen werde (Vi-act. 1).\n\nB. Mit Verfügung vom 21. Dezember 2018 teilte die Ausgleichskasse\nA.________ mit, dass infolge Fristversäumnis auf das Gesuch um Prämienverbilligung für das Jahr 2019 nicht eingetreten werden könne (Vi-act. 2).\n\nC. Dagegen liess A.________ am 29. Dezember 2018 (Postaufgabe) beim\nVerwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde einreichen mit\ndem sinngemässen Begehren, die Verfügung vom 21. Dezember 2018 sei aufzuheben und die Anmeldung für die Prämienverbilligung 2019 sei zu berücksichtigen.\n\nD. Mit Vernehmlassung vom 22. Januar 2019 beantragt die Ausgleichkasse\nSchwyz, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 29. Dezember 2018 sei abzuweisen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Gesetz.\n\nDas Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:\n\n1.1 Ist die Vorinstanz auf ein Gesuch nicht eingetreten, so hat das Verwaltungsgericht gemäss ständiger Rechtsprechung grundsätzlich nur zu prüfen, ob\ndie Nichteintretensverfügung zu Unrecht erfolgt ist. Bejaht es diese Frage, so\nhebt es den Nichteintretensentscheid auf und weist die Akten an die Vorinstanz\nzurück, damit diese einen Sachentscheid trifft (VGE II 2018 1 vom 22.3.2018\nErw. 1.1 mit Hinweisen).\n\n1.2 Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf den Antrag auf\nPrämienverbilligung 2019 des Beschwerdeführers infolge Fristversäumnis nicht\neingetreten ist. Ist dies der Fall, ist die Beschwerde abzuweisen. Andernfalls ist\ndie Beschwerde gutzuheissen und die Sache zur materiellen Prüfung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf Prämienverbilligung an die Vorinstanz\nzurückzuweisen. Eine Prüfung des (materiellen) Anspruches nimmt das Gericht\nnicht vor. Soweit die Gewährung der Prämienverbilligung 2019 beantragt wird, ist\ndie Beschwerde damit abzuweisen.\n\n2\n2.1 Gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung\n(KVG; SR 832.10) vom 18. März 1994 haben die Kantone den \"Versicherten in\nbescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen\" Prämienverbilligungen zu gewähren (vgl. VGE II 2018 1 vom 22.3.2018 Erw. 2.1). Die Ausgestaltung des\nVollzugs der Prämienverbilligung überliess der Bundesgesetzgeber den Kantonen. Die Kantone können die in Art. 65 Abs. 1 KVG vorgeschriebene Prämienverbilligung grundsätzlich in eigener Kompetenz und Verantwortung durchführen\n(vgl. VGE II 2018 53 vom 20.8.2018 Erw. 1.2.1 mit Hinweis u.a. auf Kocher, Die\nWirkung der Prämienverbilligung in der Krankenversicherung, in: Soziale Sicherheit 3/1996, S. 135, 3. Spalte). Das kantonale Recht, welches in Ausführung von\nArt. 65 KVG die Prämienverbilligung in der Krankenversicherung regelt, ist autonomes kantonales Recht. Die Kantone haben nicht nur bezüglich der materiellrechtlichen Anspruchsberechtigung, sondern auch hinsichtlich des Verfahrens\neinen erheblichen Gestaltungsspielraum (vgl. Urteil des Bundesgerichts\n2P.37/2003 vom 15.4.2003 Erw. 1.1; VGE II 2018 1 vom 22.3.2018 Erw. 2.1). In\nAusübung dieser Vollzugskompetenz erliess der Kantonsrat des Kantons Schwyz\nam 19. Sep-tember 2007 das Gesetz über die Prämienverbilligung in der Krankenpflegeversicherung (PVG; SRSZ 361.100), dessen Erlasstitel in der am 1.\nJanuar 2013 in Kraft getretenen Fassung vom 28. März 2012 \"Einführungsgesetz\nzum Bundesgesetz über die Krankenversicherung\" (EGzKVG; SRSZ 361.100)\nlautet (vgl. VGE II 2018 1 vom 22.3.2018 Erw. 2.1).\n\n2.2 Gemäss § 17 Abs. 1 EGzKVG hat, wer Prämienverbilligung beansprucht,\nbei der Durchführungsstelle innert der vom Regierungsrat festgelegten Frist\nein Gesuch einzureichen. § 14 Abs. 1 Vollzugsverordnung zum EGzKVG (VVzEzKVG; SRSZ 361.111) vom 4. Dezember 2012 bestimmt, dass die Anmeldung\nbis spätestens am 30. September des Jahres, welches dem Anspruchsjahr vorausgeht, einzureichen ist. Ansprüche die nach Ablauf der Frist geltend gemacht\nwerden, sind verwirkt (§ 17 Abs. 2 Satz 2 EGzKVG).\n\nDie Frist zur Einreichung des Gesuchs um Prämienverbilligung ist − wie im Gesetzestext in § 17 Abs. 2 Satz 2 EGzKVG festgehalten − als Verwirkungsfrist\nausgestaltet. Es liegt im Wesen von Verwirkungsfristen, dass sie grundsätzlich\nweder von der Verwaltung noch von einem Richter erstreckt werden können (vgl.\nVGE II 2018 1 vom 22.3.2018 Erw. 2.2). Die Frist kann hingegen nach § 17\nAbs. 2 Satz 1 EGzKVG bei unverschuldeter Verhinderung wiederhergestellt werden.\n\n"}