{"Signatur": "SZ_VG_002", "Spider": "SZ_Verwaltungsgericht", "Sprache": "de", "Datum": "2018-02-20", "HTML": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2017-76_2018-02-20.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "6a1afb58fb52e11bfcb6ebba7b820f18"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2017-76_2018-02-20.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/ServletDownload/II_2017_76_2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f28ad394f612e6493ddb4c2d0a215efb2095750e9ab4518cf12b4dbe63697d02ca556b94dcd051e5ae56de1a284dda405bd7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77?path=2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f28ad394f612e6493ddb4c2d0a215efb2095750e9ab4518cf12b4dbe63697d02ca556b94dcd051e5ae56de1a284dda405bd7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=II_2017_76", "Checksum": "9e8370295ac41681649637fc0274dd4a"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["II 2017 76"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Verwaltungsgericht 2. 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SV)\n\n6.2.3 Als durchaus nachvollziehbar betrachtet das Gericht die Schlussfolgerung\nder Literaturrecherche des BAG zum Thema \"Langzeituntersuchungen zur Befindlichkeit von Personen nach einer Geschlechtsumwandlung\" (Bf-act. 11), wonach die Zufriedenheit der Betroffenen umso grösser ist, je besser das medizinische Resultat der geschlechtsangleichenden Operation gelungen ist. Garcia et\nal. halten dabei auch fest, die geschlechtsangleichende Operation sei nicht Endpunkt einer Transition. TransPersonen seien zeitlebens auf medizinische Nachsorge angewiesen. Namentlich in Fällen, wo sich der chirurgische Eingriff (aufgrund unerwarteter Komplikationen) komplex gestalte, sollten die operativ tätigen\nKolleg_innen und das die Transition begleitende Team eng zusammenarbeiten,\nbis eine Situation entstehe, die für die TransPerson zufriedenstellend sei (Garcia\net al., Von der Transsexualität zur Gender-Dysphorie Beratungs- und Behandlungsempfehlungen bei TransPersonen, Schweiz Med Forum 2014 S. 386).\n\n6.3 Die Aussagen zur Prävalenz sind uneinheitlich. Laut Bauquis (Bauquis\net al., a.a.O. 2014) sind von Geschlechtsidentitätsstörungen 1 von 35'000 Männern und 1 von 100'000 Frauen betroffen. Gemäss Schellenberg (Schellenberg,\na.a.O.) liegt die Prävalenzrate (Lebenszeitprävalenz) in europäischen Ländern\netwa bei 2 pro 100'000 erwachsene Einwohner. Mann-zu-Frau-Transsexuelle\nseien zwei bis dreimal häufiger als Frau-zu-Mann-Transsexuelle, wobei sich seit\nJahren ein Trend in Richtung einer ausgeglichenen Verteilung abzeichne. In ei-\n\n13\nnem anderen Beitrag von 2014 wird dazu ausgeführt: \"Je nach Definition, Erfassungsort und Messzeitpunkt liegt die Prävalenzspanne für TransFrauen (ehemals: Mann-zu-Frau-Transsexuelle) zwischen 1:100'000 und 1:1'000, während\nfür TransMänner (ehemals: Frau-zu-Mann-Transsexuelle) Zahlen zwischen\n1:400'000 und 1:2'000 berichtet werden. Für die Schweiz existieren keine Angaben. Wir gehen von mehreren Tausend Personen aus. Aktuell melden sich pro\nWoche eine bis zwei Personen in der Sprechstunde für Gender-Dysphorie am\nUniversitätsSpital Zürich an.\" (Garcia et al., a.a.O., S. 382 ff.). Steinmetz schätzt,\ndass höchstens die Hälfte Frau-zu-Mann-Transsexuelle seien (in Deutschland\netwa 50 bis 75 Personen pro Jahr) und erfahrungsgemäss würden aus verschiedenen Gründen nicht alle eine Phalloplastik wünschen (Steinmetz, a.a.O., S. 16).\n\n6.4 Unbestrittenermassen werden Phalloplastiken auch in der Schweiz durchgeführt. Gemäss Beschwerdeführer am CHUV Lausanne, dem Universitätsspital\nBasel sowie von einem weiteren Chirurgen an Lausanner Privatkliniken. Zahlen\nnennt der Beschwerdeführer keine. Aufgrund der Fallzahlen mit Diagnose F.64.0\nkönne jedoch sicher kein Chirurg das Mindestmass von 25 Eingriffen pro Jahr\nund keine Klinik mindestens 50 pro Jahr aufweisen. Die Vorinstanz macht keine\neigenen Ausführungen dazu, sondern verweist auf die Aussage des Beschwerdeführers, dass in Basel und Lausanne operiert werde.\n\nAuf die Anfrage des Gerichts betreffend die Anzahl Geschlechtsumwandlungen\nFrau zu Mann inkl. Penisaufbau in den Jahren 2011 - 2015 erstellte das Bundesamt für Statistik zwei Auszüge aus der Datenbank Medizinische Statistik der\nKrankenhäuser. Eine betreffend die Anzahl der Fälle von Transsexualismus mit\nPenisaufbau (F64.0 und 64.43) und die andere betreffend Anzahl Fälle von\nTranssexualismus mit Geschlechtsumwandlung von Frau zu Mann (F64.0 und\n64.5X.10). Sie ergaben folgende Werte (Antwort BfS vom 21. Dezember 2017):\n\nHD und ND F64.0; HB und HD und ND F64.0; HB und\nNB 64.43 NB 64.5X.10\nAnzahl Anzahl Anzahl Anzahl\nJahr Fälle Patienten Jahr Fälle Patienten\n2009 5 4 2009 0 0\n2010 3 3 2010 0 0\n2011 3 3 2011 4 4\n2012 9 9 2012 10 10\n2013 8 8 2013 20 19\n2014 6 6 2014 34 30\n2015 2 2 2015 29 26\n2016 8 8 2016 47 42\n\nICD-10 F64.0 Transsexualismus\n\n14\nCHOP 6443 Konstruktion eines Penis\n645X10 Operationen zur Geschlechtsumwandlung, Geschlechtsumwandlung einer Frau zum Mann (dieser CHOP Kode\nexistiert erst seit 2011)\n\nEs handelt sich bei diesen Zahlen um alle in diesen Jahren in der Schweiz\ndurchgeführten Behandlungen der entsprechenden Haupt- und Nebendiagnosen\nin Verbindung mit den entsprechenden CHOP-Kodes. Ein Unterschied zwischen\nAnzahl Fälle und Anzahl Patienten bedeutet, dass einige Patienten mehr als eine\nOperation im selben Jahr gehabt haben. Unbekannt bleibt dabei, an welchen Institutionen welche Eingriffe und in welcher Anzahl durchgeführt wurden.\n\n"}