{"Signatur": "SZ_VG_002", "Spider": "SZ_Verwaltungsgericht", "Sprache": "de", "Datum": "2017-04-26", "HTML": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2017-40_2017-04-26.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "48095a9beec497e57f5bcf52c98847c4"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2017-40_2017-04-26.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/ServletDownload/II_2017_40_2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2b565ef0b4683297c80aba4ca46ed58d2402a2a23b5ae302fb7c22c4314c15db65104ac1c025fd335f2e854213a61a9e4d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77?path=2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2b565ef0b4683297c80aba4ca46ed58d2402a2a23b5ae302fb7c22c4314c15db65104ac1c025fd335f2e854213a61a9e4d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=II_2017_40", "Checksum": "48ab17c79eb714baa398158d4dded98e"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["II 2017 40"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Verwaltungsgericht 2. 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Gerichtsschreiber\n\nParteien A.________\n\ngegen\n\nAusgleichskasse Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53,\n6431 Schwyz,\nVorinstanz,\n\nGegenstand Prämienverbilligung (Fristversäumnis)\nSachverhalt:\n\nA. Am 19. Januar 2017 unterzeichnete A.________ (geb. ________1965) die\nAnmeldung zur Prämienverbilligung 2017 für sich und den Sohn\n(geb.________1998) und reichte dieses mit einem Begleitschreiben vom 20. Januar 2017 ein (Eingang Ausgleichskasse 30.1.2017). Mit Schreiben vom 2. Februar 2017 teilte die Ausgleichskasse A.________ mit, seine Anmeldung sei erst\nnach Ablauf der Frist eingereicht worden, weshalb kein Anspruch auf Prämienverbilligung bestehe.\n\nB. Nachdem A.________ mit Eingabe vom 28. Februar 2017 bei der Ausgleichskasse sinngemäss die Aufhebung der Mitteilung vom 2. Februar 2017,\nWiederherstellung der Frist und Zusprache der individuellen Prämienverbilligung\n2017 anbegehrte, verfügte die Ausgleichskasse am 2. März 2017, infolge Fristversäumnis werde auf das Gesuch um Prämienverbilligung 2017 nicht eingetreten.\n\nC. Am 31. März 2017 erhebt A.________ gegen die Verfügung der Ausgleichskasse vom 2. März 2017 fristgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit den Rechtsbegehren:\n1. Die Verfügung der Ausgleichskasse Schwyz vom 2. März 2017 sei aufzuheben.\n\n2. Die Frist sei wiederherzustellen.\n\n3. Dem Beschwerdeführer sei aufgrund seiner Einkommenssituation die individuelle Prämienverbilligung zuzusprechen.\n4. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und er\nsei von allen Vorschüssen und Gerichtskosten zu befreien.\nUnter Kostenfolge.\n\nMit Vernehmlassung vom 13. April 2017 beantragt die Ausgleichskasse die Abweisung der Beschwerde vom 31. März 2017.\n\nDas Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:\n\n1.1 Ist die Vorinstanz auf ein Gesuch nicht eingetreten, so hat das Verwaltungsgericht gemäss ständiger Rechtsprechung grundsätzlich nur zu prüfen, ob\ndie Nichteintretensverfügung zu Unrecht erfolgt ist. Bejaht es diese Frage, so\nhebt es den Nichteintretensentscheid auf und weist die Akten an die Vorinstanz\nzurück, damit diese einen Sachentscheid trifft (VGE II 2010 3 vom 23.2.2010\nErw. 1; VGE II 2015 39 vom 26.8.2015 Erw. 1.1).\n\n2\n1.2 Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf den Antrag auf\nPrämienverbilligung 2017 des Beschwerdeführers infolge Fristversäumnis nicht\neingetreten ist. Ist dies der Fall, ist die Beschwerde abzuweisen. Andernfalls ist\ndie Beschwerde insoweit gutzuheissen, als die Sache an die Vorinstanz zur materiellen Prüfung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf Prämienverbilligung\nzurückzuweisen ist. Eine Prüfung des Anspruches nimmt das Gericht nicht vor.\nSoweit der Beschwerdeführer die Zusprache einer Prämienverbilligung beantragt, ist auf den Antrag nicht einzutreten.\n\n2.1 Gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung\n(KVG; SR 832.10) vom 18. März 1994 haben die Kantone den \"Versicherten in\nbescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen\" Prämienverbilligungen zu gewähren (vgl. VGE II 2013 105 vom 23.10.2013 Erw. 1.3). Die Ausgestaltung des\nVollzugs der Prämienverbilligung überliess der Bundesgesetzgeber den Kantonen. Die Kantone können die in Art. 65 Abs. 1 KVG vorgeschriebene Prämienverbilligung grundsätzlich in eigener Kompetenz und Verantwortung durchführen\n(vgl. R. Kocher, Die Wirkung der Prämienverbilligung in der Krankenversicherung, in: Soziale Sicherheit 3/1996, S. 135, 3. Spalte). Das kantonale Recht, welches in Ausführung von Art. 65 KVG die Prämienverbilligung in der Krankenversicherung regelt, ist autonomes kantonales Recht. Die Kantone haben nicht nur\nbezüglich der materiellrechtlichen Anspruchsberechtigung, sondern auch hinsichtlich des Verfahrens einen erheblichen Gestaltungsspielraum (vgl. Urteil des\nBundesgerichts 2P.37/2003 vom 15.4.2003 i.S. X. Erw. 1.1; VGE II 2013 38 vom\n26.8.2013 Erw. 1.1). In Ausübung dieser Vollzugskompetenz erliess der Kantonsrat des Kantons Schwyz am 19. September 2007 das Gesetz über die Prämienverbilligung in der Krankenpflegeversicherung (PVG; SRSZ 361.100), dessen Erlasstitel in der am 1. Januar 2013 in Kraft getretenen Fassung vom 28. März\n2012 \"Ein-führungsgesetz zum Bundesgesetz über die Krankenversicherung\"\n(EGzKVG; SRSZ 361.100) lautet (VGE II 2013 38 vom 26.8.2013 Erw. 1.2.1).\n\n2.2 Gemäss § 17 Abs. 1 EGzKVG hat, wer Prämienverbilligung beansprucht,\nbei der Durchführungsstelle innert der vom Regierungsrat festgelegten Frist ein\nGesuch einzureichen. § 14 Abs. 1 Vollzugsverordnung zum EGzKVG (VVzEGzKVG; SRSZ 361.111) vom 4. Dezember 2012 bestimmt, dass die Anmeldung\nbis spätestens am 30. September des Jahres, welches dem Anspruchsjahr vorausgeht, einzureichen ist. Ansprüche die nach Ablauf der Frist geltend gemacht\nwerden, sind verwirkt (§ 17 Abs. 2 Satz 2 EGzKVG).\n\n"}