{"Signatur": "SZ_VG_002", "Spider": "SZ_Verwaltungsgericht", "Sprache": "de", "Datum": "2015-12-17", "HTML": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2015-53_2015-12-17.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "7f0f3daa674a5c44cd4ffd51881d5f11"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2015-53_2015-12-17.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/ServletDownload/II_2015_53_2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f26b2041cde9adcfce1ea00de46bb638b1ea6e934db6ab7368afd3cb995624294c3fc604444f5c1574366331e7799357b0d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77?path=2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f26b2041cde9adcfce1ea00de46bb638b1ea6e934db6ab7368afd3cb995624294c3fc604444f5c1574366331e7799357b0d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=II_2015_53", "Checksum": "5f5c2d1a5b47053100e46d555410ff23"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["II 2015 53"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Verwaltungsgericht 2. 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Achilles Humbel, Vizepräsident\nDr.oec. Andreas Risi und Dr.iur. Frank Lampert, Richter\nMLaw Stefan Getzmann, Gerichtsschreiber\n\nParteien A.________,\n\ngegen\n\nB.________,\nBeklagte,\nvertreten durch Rechtsanwalt E.________,\n\nGegenstand Versicherungsvertrag (Rückforderung von Versicherungsleistungen\naus Taggeld nach VVG; 2. Rechtsgang aus Verfahren II 2013 150)\nSachverhalt:\n\nA. B.________, geboren ____ 1976, ledig, Mutter einer am _____ 2010 geborenen Tochter, arbeitete seit Dezember 2003 − unterbrochen vom Schwangerschaftsurlaub − im Vollzeitpensum bei der C.________ AG (____) als Geschäftsleiterin des Gesundheits- und Wellnessbereichs im Einkaufszentrum C.________\nin D.________. Sie war durch ihre Arbeitgeberin bei der A.________ AG (nachstehend: A.________) für ein Taggeld von Fr. 7'000.-- kollektiv krankentaggeldversichert nach VVG. Mit Schreiben vom 25. Januar 2010 (recte: 2011; überreicht am 26.1.2011) kündigte die C.________ AG den Arbeitsvertrag mit\nB.________ per 31. März 2011 (vgl. Kläg-act. 12; 5/12).\n\nAm 1. April 2011 meldete die Arbeitgeberin der A.________ gestützt auf ein ärztliches Zeugnis von Dr.med. F.________, vom 25. Februar 2011 eine vollständige\nArbeitsunfähigkeit von B.________ ab dem 7. Februar 2011 (letzter Arbeitstag:\n26.1.2011). Mit Arztzeugnis vom 26. April 2011 stellte Dr.med. G.________die\nDiagnosen eines akuten spondylogenen bis spondyloischialgischen Syndroms\nrechts sowie einer depressiven Episode leichten bis mittelschweren Grades\nmit somatoformen Schmerzstörungen. Die volle Arbeitsunfähigkeit wurde von\nDr.med. G.________in der Folge bis in den Dezember 2012 wiederholt bestätigt\n(vgl. Kläg-act. 1/1 - 1/9). Eine volle Arbeitsunfähigkeit wurde auch von anderer\nmedizinischer Seite bestätigt (Dr.med. H.________Chefarzt, Dr.med.\nI.________leitende Ärztin und Dr.med. J.________Assistenzarzt, Fachstelle für\nSozialpsychiatrie und Psychotherapie des Kantons Schwyz, ______; Dr.med.\nK.________FMH Psychiatrie, Vertrauensarzt der A.________; vgl. Kläg-act. 2/1,\n2/3, 2/4, 2/10, 2/11).\n\nDie A.________ erbrachte vom 7. Februar 2011 bis 30. September 2012 Krankentaggeldzahlungen von insgesamt Fr. 124'668.-- (Kläg-act. 1/10 und 14). Am\n23. Au-gust 2011 meldete die A.________ B.________ bei der IV-Stelle Schwyz\nzum Bezug von IV-Leistungen für Erwachsene an (Kläg-act. 10/14 f.). Mit Vorbescheid vom 12. März 2012 verneinte die IV-Stelle Schwyz einen Leistungsanspruch, weil keine Invalidität im Sinne von Art. 8 ATSG bestehe (Kläg-act. 10/12).\n\nAufgrund einer Mitteilung der vormaligen Arbeitgeberin, B.________ übe trotz\nvoller Arbeitsunfähigkeit eine selbständige Tätigkeit im Bereich Kosmetik aus,\nliess die A.________ Nachforschungen anstellen. Gemäss diesen Abklärungen\nging B.________ einer Tätigkeit als Kosmetikerin in einer von ihr gemieteten 4\n½-Zimmer-Wohnung an der _____-strasse in (PLZ) Zürich nach und bildete\nauch eine Lehrtochter aus (Kläg-act. 3/1). Mit Schreiben vom 25. Oktober 2012\nstellte die A.________ deshalb ihre Leistungen per sofort ein und räumte\nB.________ eine Frist zur schriftlichen Stellungnahme ein (Kläg-act. 7/8 f.).\n2\nMit Schreiben vom 3. Dezember 2012 informierte die A.________ B.________\nüber die Abklärungsergebnisse und teilte ihren \"Entscheid abschliessend mit\".\nDas bewusste Verschweigen leistungsrelevanter Tatsachen sei \"klar rechtswidrig\". Gestützt auf Art. 40 VVG sei die A.________ daher nicht an den Vertrag gebunden. Jegliche Leistungen aus dem gemeldeten Schadenfall würden verweigert und B.________ aus dem Vertrag ausgeschlossen. Die A.________ erwäge\nstrafrechtliche Schritte. Die unrechtmässig bezogenen Versicherungsleistungen\nseien rückzahlungspflichtig (Kläg-act. 3/1).\n\nMit Verfügung vom 25. Februar 2013 verweigerte die IV-Stelle Schwyz\nB.________ sämtliche IV-Leistungen im Rahmen von Art. 7b IVG, weil sie weder\ndie IV-Stelle Schwyz noch die sie behandelnden Ärzte \"wahrheitsgetreu informiert und <…> damit in grober Art und Weise ihre Melde- und Mitwirkungspflicht\nverletzt und zu Unrecht versucht (hatte), IV-Leistungen zu erwirken\" (Klägact. 10/3). Die hiergegen von B.________ am 12. April 2013 erhobene Beschwerde wurde vom Verwaltungsgericht mit dem Entscheid VGE I 2013 39 vom\n6. November 2013 abgewiesen. Dieser Entscheid ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen (Kläg-act. 12; vgl. Klageantwort S. 21 Ziff. 3.1).\n\nB. Mit Klage vom 18. Dezember 2013 gegen B.________ betreffend \"Rückforderung von Versicherungsleistungen aus Taggeld nach VVG\" stellt die\nA.________ folgende Anträge:\n1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin Fr. 124'668.-- zu bezahlen,\nzuzüglich Verzugszinsen von 5% seit 03.12.2012;\n2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.\n\nC. Mit VGE II 2013 150 vom 16. Oktober 2014 urteilte das Verwaltungsgericht\nwie folgt:\n1. Die Klage wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. Die Beklagte wird\nverpflichtet, der Klägerin Fr. 124'668.-- zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 3. Dezember 2012 zu bezahlen.\n2. Es werden keine Kosten erhoben.\n\n3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.\n\n(4./5. Rechtsmittelbelehrung).\n\n"}