{"Signatur": "SZ_VG_001", "Spider": "SZ_Verwaltungsgericht", "Sprache": "de", "Datum": "2016-12-21", "HTML": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2016-28_2016-12-21.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "8071275828876651f65804b03ddc45e7"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2016-28_2016-12-21.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/ServletDownload/III_2016_28_2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f24c5bdd0f7196fbc2e50fd4700be9e2ec46f328091f0de6a637dfb627979f9c0fd4d10e4c0a78d14c69e7e6927a919bb8d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77?path=2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f24c5bdd0f7196fbc2e50fd4700be9e2ec46f328091f0de6a637dfb627979f9c0fd4d10e4c0a78d14c69e7e6927a919bb8d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=III_2016_28", "Checksum": "1445a20216203b9039c0280129e29783"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["III 2016 28"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Verwaltungsgericht 3. 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Kammer 21.12.2016 III 2016 28\nRegeste:\nPlanungs- und Baurecht (Baubewilligung: Neubau eines Heizkraftwerkes) | Planungs- und Baurecht\n\n 27\nBeschwerdeführer Ziff. 2-4 diese Erwägungen nicht weiter angefochten. Sie\nseien mit ihren Rügen mithin verspätet.\n\n4.3 Das Bundesgericht weist in seiner Rechtsprechung darauf hin, dass im\ngerichtlichen Verfahren die Parteien generell Anspruch darauf haben, vor\nEinholung eines Sachverständigengutachtens zur Person des Gutachters und\nden ihm zu stellenden Fragen zu äussern (vgl. z.B. Art. 183 Abs. 1 ZPO [SR\n272]; Art. 184 Abs. 3 StPO [SR 312]). Auch im Verwaltungsverfahren des Bundes\nist der Partei grundsätzlich vor Ernennung eines Sachverständigen Gelegenheit\nzu geben, Einwendungen gegen die in Aussicht genommene Person\nvorzubringen (vgl. Art. 19 VwVG [SR 172.021] i.V.m. Art. 58 Abs. 2 BZP [SR\n273]; Art. 44 ATSG [SR 830.1]; vgl. auch BGE 138 II 77 Erw. 3.2 und Urteil BGer\n2A.587/2003 vom 1.10.2004 Erw. 8.6). Zusätzliche Anforderungen ergeben sich\naus dem Fairnessgebot und dem Grundsatz der prozessualen Chancengleichheit\n(Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung, BV, SR 101; Art. 6 Ziff. 1 EMRK; vgl. im\nBereich der Invaliden- und der Unfallversicherung BGE 138 V 318 Erw. 6.1 S.\n321 ff.; 137 V 210 ff.). Dagegen lehnte das Bundesgericht einen unbedingten,\nunmittelbar aus der Verfassung fliessenden Anspruch darauf, allfällige\nAblehnungsrechte gegen den Experten im Zeitpunkt vor dessen Ernennung\ngeltend zu machen, für das Verwaltungsverfahren ab (Urteil BGer 1C_77/2013\nvom 19.7.2013 Erw. 33 und 3.4 m.H. auf BGE 101 Ia 310 Erw. 2a S. 312; 99 Ia\n42 Erw. 3b S. 46/47). Für das Baugesuchsverfahren hat das Bundesgericht\nfestgehalten, dass der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, dass\nnachträglich eingeholte Baugesuchsunterlagen - wozu auch im Rahmen der\nBaubewilligungsverfahrens eingeholte Gutachten von unabhängigen\nFachpersonen gehören - den Einsprechern zur Einsicht- und Stellungnahme\nzuzustellen sind, so dass sie ihre Mitwirkungsrechte noch vor der\nEntscheidfällung wirksam ausüben können (Urteile BGer 1C_155/2015 v.\n19.1.2016 Erw. 2.1.2 und 2.1.6; 1C_155/2015 v. 19.1.206 Erw. 2.1.5 und 2.1.6;\n1C_77/2013 v. 19.7.2013 Erw. 3.3 - 3.5; 6A.48/2002 vom 9.10.2002 Erw. 7.3). In\nder Literatur wird demgegenüber statuiert, dass die Möglichkeit, vorgängig\nEinwände gegen die Person des beigezogenen Experten vorzubringen,\nzweifellos zum rechtsstaatlich gebotenen Minimum gehört. Bezüglich der Frage,\nob auch Anspruch besteht, sich vorgängig zu den Gutachterfragen zu äussern,\nwird ein solcher Anspruch für das IV-Verfahren bejaht. Dort wo der richterlichen\nKognition keine sachbedingten Grenzen gesetzt seien, sei es im Hinblick auf die\nzeitgerechte Verwirklichung des materiellen Rechts demgegenüber ausreichend,\nwenn die Privaten mit der Anfechtung des Endentscheids zu den\nGutachterfragen Stellung nehmen könnten (Thurnherr, Verfahrensgrundrechte\nund Verwaltungshandeln, § 8 Rz 411).\n28\n4.4 Vorliegend ist unbestritten, dass den Beschwerdeführern nach Eingang des\nGutachtens und noch vor Erteilung der Baubewilligung Gelegenheit gegeben\nwurde, das Gutachten einzusehen und sich dazu zu äussern. Ob gestützt auf die\nvorstehenden in Rechtsprechung und Literatur divergierenden Ausführungen\nzumindest bezüglich der vorgängig fehlenden Anhörung zur Wahl des Gutachters\nvon einer Verletzung des rechtlichen Gehörs auszugehen ist, kann jedoch offen\nbleiben. Auch wenn diesbezüglich von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs\nauszugehen wäre, ist in Übereinstimmung mit dem Regierungsrat von einer\nHeilung dieses Mangels auszugehen.\n\n"}