{"Signatur": "SZ_VG_001", "Spider": "SZ_Verwaltungsgericht", "Sprache": "de", "Datum": "2017-04-25", "HTML": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2016-152_2017-04-25.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "32de584e1a9ea74bd780b670922b7a03"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2016-152_2017-04-25.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/ServletDownload/III_2016_152_2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f29e1cc944172c268e18ad5a4d5b2cbb0cfcc4e2c8c7596093e77461d279ff5b3097cebf3d5e6d5c9d16a461cefec5f87cd7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77?path=2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f29e1cc944172c268e18ad5a4d5b2cbb0cfcc4e2c8c7596093e77461d279ff5b3097cebf3d5e6d5c9d16a461cefec5f87cd7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=III_2016_152", "Checksum": "d9852ec1242552f358d042ecf91a12bc"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["III 2016 152"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Verwaltungsgericht 3. 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Kammer 25.04.2017 III 2016 152\nRegeste:\nPlanungs- und Baurecht (Baubewilligung: Gebäudehöhe, Ausnützungsziffer etc.) | Planungs- und Baurecht\n\nDie Beschwerdebefugnis von Gemeinwesen gestützt auf § 37 Abs. 1 VRP bzw.\n§ 37 Abs. 2 lit. a VRP ist praxisgemäss dann zu bejahen, wenn eine\nAutonomieverletzung geltend gemacht wird, wenn eine Gemeinde nach ihrer\nDarstellung gleich oder ähnlich wie eine Privatperson in ihren Interessen\nbetroffen wird (was insbesondere dann zutrifft, wenn das Finanz- oder\nVerwaltungsvermögen tangiert wird), und wenn eine zu erwartende\nMehrbelastung geltend gemacht wird (sofern diese zudem aus Mitteln des\nFinanzvermögens gedeckt werden soll; vgl. zum Ganzen EGV-SZ 1983, Nr. 1, S.\n4f. sowie statt vieler VGE III 2015 51 vom 26.8.2015 Erw. 1.2.1; J. Hensler, Die\nVerwaltungsgerichtsbeschwerde im Kanton Schwyz, Diss. ZH, Zürich 1980, S.\n52f.; Seiler/von Werdt/Güngerich, Bundesgerichtsgesetz, Art. 89 N 51; Häner in:\nAuer/Müller/Schindler, Kommentar zum VwVG, Art. 48 N 23ff.). Kein\nschutzwürdiges Interesse ist hingegen dann gegeben, wenn die Gemeinde nicht\nihr eigenes, sondern kantonales oder Bundesrecht anzuwenden hat, und es ihr\neinzig um die Durchsetzung ihrer eigenen Rechtsauffassung geht (vgl. VGE III\n2007 38 vom 24.5.2007 Erw. 1.1 mit Hinweisen auf VGE 1023/01 vom 14.3.2002\nErw. 1b; ZBl 2001, S. 527 Erw. 2a in fine und BGE 125 II 192 Erw. 2a/aa). Mit\nanderen Worten ist nach ständiger Praxis eine von der Rechtsmittelinstanz\ndesavouierte Vorinstanz grundsätzlich nicht befugt, den Entscheid der\nRechtsmittelinstanz weiterzuziehen (vgl. VGE III 2009 50 vom 24.2.2010\nErw. 1.2; VGE III 2009 7 vom 8.4.2009 Erw. 1.3 mit Hinweisen).\n\n2.2.2 Art. 50 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) vom 18. April 1999 gewährleistet die Gemeindeautonomie\nnach Massgabe des kantonalen Rechts. Die Bezirke und Gemeinden sind\ngemäss § 69 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Schwyz (SRSZ 100.100) vom\n24. November 2010 selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts und im\nRahmen des übergeordneten Rechts autonom.\n\n5\nEine Gemeinde ist in einem Sachbereich autonom, wenn das kantonale Recht\ndiesen nicht abschliessend ordnet, sondern ihn ganz oder teilweise der\nGemeinde zur Regelung überlässt und ihr dabei eine relativ erhebliche\nEntscheidungsfreiheit einräumt (vgl. BGE 126 I 136 Erw. 2 mit Hinweisen). Der\ngeschützte Autonomiebereich kann sich auf die Befugnis zum Erlass oder\nVollzug eigener kommunaler Vorschriften beziehen oder einen entsprechenden\nSpielraum bei der Anwendung des kantonalen oder eidgenössischen Rechts\nbetreffen. Der Schutz der Gemeindeautonomie setzt eine solche nicht in einem\nganzen Aufgabengebiet, sondern lediglich im streitigen Bereich voraus (vgl. VGE\nIII 2013 113 vom 27.11.2013 Erw. 4.1; VGE 1023/01 vom 14.3.2002 Erw. 1c mit\nVerweis auf BGE 124 I 227). Nach konstanter Rechtsprechung steht der kommunalen Baubewilligungsbehörde beispielsweise in Fragen des Ortsbildschutzes\nein erheblicher Beurteilungsspielraum zu (vgl. VGE III 2010 73 vom 18.8.2010\nErw. 2.1 f.; VGE III 2007 38 vom 24.5.2007 Erw. 1.2 mit Hinweisen VGE 1044/00\nvom 22.12.2000 Erw. 3d). Ob ein kantonales Vorgehen rechtens und mit der\nGemeindeautonomie vereinbar ist, ist nicht bei der Eintretensfrage, sondern im\nRahmen der materiellen Beurteilung zu prüfen (vgl. dazu EGV-SZ 2007, Nr.\nB 8.2 Erw. 1.3 mit Hinweis auf ZBl 2003, S. 542; VGE III 2009 50 vom 24.2.2010\nErw. 1.3).\n\n2.2.3 Das schutzwürdige Interesse einer Gemeinde, welche sich in einem\nbestimmten Sachbereich auf ihre Autonomie beruft, die als \"institutionelle\nGarantie staatsrechtlich-föderativen Zuschnitts\" verstanden wird (Kägi-Diener, St.\nGaller Kommentar zu Art. 50 BV N 15), liegt im Interesse an der Feststellung\nbegründet, dass sie im fraglichen Bereich effektiv über die geltend gemachte\nAutonomie verfügt bzw. dass sie in ihrer Autonomie verletzt wurde. Es genügt,\ndass sie durch den angefochtenen Erlass in ihrer Stellung als Hoheitsträger\nberührt ist (Bundesgerichtsurteil 1C_66/2010 vom 6.9.2010 Erw. 1.2).\n\n2.2.4 Ist eine Gemeinde in einem Sachbereich autonom und steht ihr daher ein\nerheblicher Entscheidungsspielraum zu, hat dies zur Folge, dass sich die\nBeschwerdeinstanz(en) gegenüber der Beurteilung durch kommunale Behörden\nnach höchstrichterlicher Praxis sachlich in dem Umfang zurückzuhalten hat\n(haben), als es um lokale Anliegen geht, bei deren Wahrnehmung Sachnähe und\nOrtskenntnis von Bedeutung sein sollen. Hingegen hat die Überprüfung durch die\nRechtsmittelinstanz soweit auszugreifen, dass damit die übergeordneten, vom\nKanton zu sichernden Interessen einen angemessenen Platz erhalten (vgl. VGE\nIII 2008 141 + 146 vom 29.10.2008 Erw. 4.2; VGE 1016/04 vom 25.6.2004\nErw. 3.2 mit Hinweisen, u.a. auf BGE 114 Ia 248; vgl. dazu auch die\nAusführungen in VGE 1054/06 vom 30.11.2006 Erw. 3.2 zur Frage der\n\n6\nÜberprüfung kommunaler Bauentscheide in Ästhetikfragen durch kantonale\nRechtsmittelinstanzen, unter Bezugnahme auf Arnold Marti, Kommentar zum\nBundesgerichtsurteil 1P.678/2004 vom 21.6.2005, ZBl 8/2006, S. 437 und\ndortigen Hinweisen).\n\n"}