{"Signatur": "SZ_VG_001", "Spider": "SZ_Verwaltungsgericht", "Sprache": "de", "Datum": "2017-01-31", "HTML": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2016-140_2017-01-31.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "47dfe6ffa53d4f1b551959393bea2fdc"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2016-140_2017-01-31.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/ServletDownload/III_2016_140_2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2de1b0585c6565e36fc381edf68b0ccb83a6ddffe8e65fedaeedfcb7d965f586b5e75d9a5111644e32efb3de624bf366ed7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77?path=2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2de1b0585c6565e36fc381edf68b0ccb83a6ddffe8e65fedaeedfcb7d965f586b5e75d9a5111644e32efb3de624bf366ed7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=III_2016_140", "Checksum": "2505b4df18c20d6802b952afa5034c44"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["III 2016 140"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Verwaltungsgericht 3. 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Mit Eingabe vom 14. November 2016 reichen die Beschwerdeführer die\nReplik ein. Dazu reichen sie u.a. zwei Nichtanhandnahmeverfügungen der\nStaatsanwaltschaft M.________ vom 19. August 2016 ein, wonach es sich bei\nden eingereichten Geburtsurkunden zwar um Fälschungen handelt, ein\nvorsätzliches Handeln der Beschwerdeführer allerdings eindeutig verneint wurde\n(Bf-act. 14). Mit Duplik vom 14. Dezember 2016 hält die Vorinstanz mit\nAusnahme des eventualiter gestellten Sistierungsantrags an den Anträgen der\nVernehmlassung fest.\n\nDas Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:\n\n3\n1.1 Nach Art. 38 Abs. 2 der schweizerischen Bundesverfassung (BV; SR 101)\nvom 18. April 1999 erlässt der Bund Mindestvorschriften über die Einbürgerung\nvon Ausländerinnen und Ausländern durch die Kantone und erteilt die Einbürgerungsbewilligung. Diese bundesrechtlichen Vorgaben werden im Bundesgesetz\nüber den Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts (Bürgerrechtsgesetz\n[BüG; SR 141.0]) vom 29. September 1952 konkretisiert. Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung und insofern weitgehend übereinstimmender Auffassung\nim Schrifttum ist es den Kantonen grundsätzlich erlaubt, über die in Art. 38 Abs. 2\nBV ausdrücklich als Mindestvorschriften bezeichneten Voraussetzungen des\nBundes für die ordentliche Einbürgerung hinaus zu gehen bzw. höhere Anforderungen zu stellen oder zusätzliche Erfordernisse vorzusehen (Bundesgerichtsurteile 1D_1/2014 vom 1.10.2014 Erw. 3.6 [ZBl 2015 S. 105ff.], und 1D_17/2007\nvom 2.7.2008 Erw. 3 [ZBl 2009 S. 114ff.], vgl. auch BGE 138 I 305 Erw. 1.4.3\nS. 310f.; Bernhard Ehrenzeller/Benjamin Schindler/Rainer J. Schweizer/Klaus A.\nVallender, Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl.,\nZürich/St. Gallen 2014, Art. 38 N 8; VGE III 2014 125 und 126 vom 24.9.2014\nErw. 1.1; vgl. auch VGE III 2013 186 vom 23.1.2014 Erw. 1.1 in fine).\n\n1.2 Die bundesrechtlichen Mindestvorschriften im derzeit geltenden Bürgerrechtsgesetz sehen in Art. 12 BüG vor, dass das Schweizer Bürgerrecht durch\nEinbürgerung im ordentlichen Verfahren erworben wird mit der Einbürgerung in\neinem Kanton und einer Gemeinde (Abs. 1), wobei die Einbürgerung nur gültig\nist, wenn eine Einbürgerungsbewilligung des zuständigen Bundesamtes vorliegt\n(Abs. 2). Nach Art. 13 BüG wird die Einbürgerungsbewilligung vom zuständigen\nBundesamt erteilt (Abs. 1), und zwar für einen bestimmten Kanton (Abs. 2). Sie\nist auf drei Jahre befristet und kann verlängert werden (Abs. 3). Vor Erteilung der\nBewilligung ist nach Art. 14 BüG zu prüfen, ob der Bewerber zur Einbürgerung\ngeeignet ist, insbesondere ob er in die schweizerischen Verhältnisse eingegliedert ist (lit. a), mit den schweizerischen Lebensgewohnheiten, Sitten und Gebräuchen vertraut ist (lit. b), die schweizerische Rechtsordnung beachtet (lit. c)\nund die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet (lit. d). Alle\nEinbürgerungsvoraussetzungen müssen sowohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch in demjenigen der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein (vgl. BGE\n140 II 67 Erw. 2.1 mit Hinweis). Das Gesuch um Bewilligung kann nur der Ausländer stellen, der während insgesamt zwölf Jahren in der Schweiz gewohnt hat,\nwovon drei in den letzten fünf Jahren vor Einreichung des Gesuches (Art. 15\nAbs. 1 BüG). Für die Frist von zwölf Jahren wird die Zeit, während welcher der\nBewerber zwischen seinem vollendeten 10. und 20. Lebensjahr in der Schweiz\ngelebt hat, doppelt gerechnet (Art. 15 Abs. 2 BüG; VGE III 2014 125 und 126\n\n4\nvom 24.9.2014 Erw. 1.2 mit Hinweis auf VGE III 2013 186 vom 23.1.2014 Erw.\n1.2; VGE III 2013 210 vom 25.6.2014 Erw. 1.2).\n\n1.3 Im kantonalen Bürgerrechtsgesetz (KBüG; SRSZ 110.100) vom 20. April\n2011 hat der kantonale Gesetzgeber in § 3 Abs. 1 KBüG normiert, dass, wer das\nEinbürgerungsgesuch einreicht, im Besitz der Niederlassungsbewilligung sein\nund seit mindestens fünf Jahren ununterbrochen Wohnsitz in der betreffenden\nGemeinde haben muss. Nach § 4 Abs. 1 KBüG muss, wer sich um die Erteilung\ndes Gemeinde- und Kantonsbürgerrechts bewirbt, eine Charta unterzeichnen, mit\nder er bekundet, die grundlegenden Werte der Verfassung zu akzeptieren (lit. a),\nund aufgrund seiner persönlichen Verhältnisse für die Erteilung des Bürgerrechts\ngeeignet sein (lit. b). Gemäss § 4 Abs. 2 KBüG ist für eine Einbürgerung geeignet, wer in die kommunalen, kantonalen und schweizerischen Verhältnisse eingegliedert ist (lit. a), mit den Lebensgewohnheiten, Sitten und Gebräuchen in der\nSchweiz, im Kanton und in der Gemeinde vertraut ist (lit. b), einen tadellosen\nLeumund besitzt, die schweizerische Rechtsordnung beachtet und die innere und\näussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet (lit. c), die mit dem Bürgerrecht\nverbundenen Rechte und Pflichten kennt (lit. d), ausreichende schriftliche und\nmündliche Deutschkenntnisse zur Verständigung mit Behörden und Mitbürgern\nbesitzt (lit. e) sowie geordnete persönliche und finanzielle Verhältnisse aufweist\n(lit. f).\n\n"}