{"Signatur": "SZ_VG_001", "Spider": "SZ_Verwaltungsgericht", "Sprache": "de", "Datum": "2014-06-25", "HTML": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2014-4_2014-06-25.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "357519d85820cc9029bbe183dd1c52a7"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2014-4_2014-06-25.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/ServletDownload/III_2014_4_2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2d9be7acf94aeec0d50c94e628fc37f70ce6622624aacbe24b1970bc145fe3d5b77368a0ba9f648a1e7cf8390449456e8d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77?path=2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2d9be7acf94aeec0d50c94e628fc37f70ce6622624aacbe24b1970bc145fe3d5b77368a0ba9f648a1e7cf8390449456e8d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=III_2014_4", "Checksum": "a14f6907fcba2d8abf563fc690664314"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["III 2014 4"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Verwaltungsgericht 3. 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Das instruierende Sicherheitsdepartement beantragt mit Vernehmlassung\nvom 16. Januar 2014 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Der\nBezirksrat Küssnacht schliesst in seiner Stellungnahme vom 27. Februar 2014\nauf vollumfängliche Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und\nEntschädigungsfolgen. C.________ (nachstehend Mieter) lässt sich nicht vernehmen.\n\nDas Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:\n\n3\n1.1 Nach Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR\n700) vom 22. Juni 1979 dürfen Bauten und Anlagen nur mit behördlicher\nBewilligung errichtet oder geändert werden (vgl. auch § 75 Abs. 1 des kantonalen\nPlanungs- und Baugesetzes [PBG; SZRS 400.100] vom 14. Mai 1987). Bauten\nund Anlagen werden namentlich dann geändert, wenn sie äusserlich umgestaltet,\nerweitert, erheblich umgebaut oder einer neuen, baupolizeilich bedeutsamen\nZweckbestimmung zugeführt werden (§ 75 Abs. 2 PBG). Eine Nutzungsänderung\nliegt vor, wenn eine Baute oder Anlage einem neuen (anderen) Zweck zugeführt\nwird, selbst wenn die äussere Gestaltung nicht verändert wird. Zwar ist nicht jede\nZweckänderung planungsrechtlich von Belang. Zweckänderungen fallen aus der\nSicht des Bundesrechts jedoch dann unter die Baubewilligungspflicht, wenn sie\ngeeignet sind, örtlich fassbare Auswirkungen auf die Nutzungsordnung zu\nbewirken. Dabei ist es unerheblich, ob mit der Zweckänderung bauliche\nMassnahmen verbunden sind, oder nicht. Eine ohne bauliche Vorkehren\nauskommende Zweckänderung ist nur dann von der Baubewilligungspflicht\nausgenommen, wenn auch der neue Verwendungszweck der in der fraglichen\nZone zuzulassenden Nutzung entspricht oder sich die Änderung hinsichtlich ihrer\nAuswirkungen auf Umwelt und Planung als ausgesprochen geringfügig erweist.\nDie Praxis bejaht die Baubewilligungspflicht, für eine Nutzungsänderung, wenn\ndie bestehenden Zonenvorschriften tangiert sind (vgl. Waldmann/Hänni,\nRaumplanungsgesetz, 2006, Rz. 17 zu Art. 22; Andreas Baumann in:\nKommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, Bern 2013, Rz. 17 zu § 59\nBauG/AG; Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3.\nAufl., Bd. 1, 2007, Art. 1 Rz. 20; Fritzsche/Bösch/Wipf, Zürcher Planungs- und\nBaurecht, 5. Aufl., 2011, S. 267f.; EGV-SZ 1999 Nr. 45 Erw. 3.1).\n\n1.2 Ein baurechtserhebliches Verhalten ist formell rechtswidrig, wenn es trotz\nbestehender Bewilligungspflicht nicht vollumfänglich durch eine formell\neinwandfreie Bewilligung gedeckt ist (VGE III 2012 42 vom 24.7.2012 Erw. 1.1\nmit Hinweisen). Wurde eine baurechtlich bedeutsame Nutzungsänderungen\nvorgenommen, ohne dass vorgängig eine Bewilligung eingeholt worden ist, so\nerwächst der Bewilligungsbehörde als unmittelbare verwaltungsrechtliche Folge\nformell rechtswidriger Bautätigkeit die Pflicht, von Amtes wegen ein\nnachträgliches Baubewilligungsverfahren durchzuführen (EGV-SZ 1999 Nr. 45\nErw. 4.1). Im nachträglichen Baubewilligungsverfahren ist zu prüfen, ob die\nformelle Widerrechtlichkeit durch die Erteilung einer nachträglichen\nBaubewilligung beseitigt werden kann (EGV-SZ 2008 B 8.1 Erw. 2.1; VGE III\n2013 160 vom 18.12.2013 Erw. 3.1; je mit Hinweisen u.a. auf Urs R. Beeler, Die\nwiderrechtliche Baute, Zürich 1984, S. 62f.).\n\n4\nZum nachträglichen Baubewilligungsverfahren gehört auch die Prüfung einer\nnachträglichen Ausnahmebewilligung. Als nachträgliche Ausnahmegründe\nkönnen grundsätzlich jedoch nur jene Gründe berücksichtigt werden, die auch\nvor der Erstellung der Baute hätten vorgebracht werden können. Wirtschaftliche\nSchwierigkeiten, die der Bauwillige selbst zu vertreten hat, bilden keinen\nnachträglichen Ausnahmegrund (VGE III 2013 160 vom 18.12.2013 Erw. 3.1; III\n2012 42 vom 24.7.2012 Erw. 1.3 je mit Hinweisen u.a. auf Magdalena Ruoss\nFierz, Massnahmen gegen illegales Bauen, Zürich 1999, S. 140f.).\n\n1.3 Die Kantone dürfen für bestimmte Bauvorhaben ein vereinfachtes\nVerfahren vorsehen (sog. kleine Baubewilligung) sowie Kleinstbauten einer\nblossen Anzeigepflicht unterstellen oder überhaupt von der Bewilligungspflicht\nausnehmen, sofern sie keine nennenswerten Einflüsse auf Raum, Erschliessung\nund Umwelt bewirken (vgl. Urteil des BGer 1C_157/2011 vom 21.7.2011 Erw.\n3.1; EJPD/ BRP, Erläuterungen RPG, N. 7f. zu Art. 22 RPG).\n\n"}