{"Signatur": "SZ_VG_001", "Spider": "SZ_Verwaltungsgericht", "Sprache": "de", "Datum": "2015-06-24", "HTML": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2014-17_2015-06-24.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "e109a532160aadd7b8430a760a40e7e6"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2014-17_2015-06-24.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/ServletDownload/III_2014_17_2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2d48f1afa56d582efded66599e0cb753e6a6af0cd200321fdfe6c130a46bfe6a87abd91aa31b640f9509b3782925454c9d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77?path=2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2d48f1afa56d582efded66599e0cb753e6a6af0cd200321fdfe6c130a46bfe6a87abd91aa31b640f9509b3782925454c9d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=III_2014_17", "Checksum": "dfb6a97d509c6e0ea511c2d729213982"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["III 2014 17"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Verwaltungsgericht 3. 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Kammer 24.06.2015 III 2014 17\nRegeste:\nPersonalrecht (Klage wegen Persönlichkeitsverletzung) | Personal- und Besoldungsrecht\n\nDer Genugtuungsanspruch setzt eine widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung\nvoraus, die objektiv schwer wiegt. Es bedarf in objektiver Hinsicht einer\nausserordentlichen Kränkung. Es genügt dafür zum Beispiel nicht jede leichte\nBeeinträchtigung des beruflichen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen\nAnsehens einer Person (BGE 125 III 70 Erw. 3). An Genugtuung zu denken ist\ninsbesondere bei der Bearbeitung von besonders schützenswerten\nPersonendaten, Persönlichkeitsprofilen oder anderen besonders sensiblen\nDaten, wenn krasse Verletzungen, wie die Bekanntgabe an Dritte, ein Datenleck\noder Ähnliches vorliegen. Leichte Persönlichkeitsverletzungen bei der\nDatenbearbeitung begründen hingegen keinen Anspruch auf eine Genugtuung.\nZudem muss die objektiv schwere Verletzung von der betroffenen Person auch\nsubjektiv als seelischer Schmerz empfunden werden, was nach einem\nDurchschnittsmassstab zu beurteilen ist (vgl. Bundesgerichtsurteil 5A_376/2013\nvom 29.10.2013 Erw. 8.1 mit Hinweis\nauf BGE 129 III 715 Erw. 4.4 und BGE 120 II 97 Erw. 2b; BSK DSG-Rampini\nArt. 15 Rz. 22; Büchler/Frei, in: Kren Kostkiewicz/Nobel/Schwander/Wolf, a.a.O.,\nArt. 28a OR N 6 f.).\n\n3.5.3 Hinsichtlich der Beweislastverteilung gilt, dass der Verletzte die\nPersönlichkeitsverletzung nachzuweisen hat wie auch die Mitwirkung des\nVerletzers an der Verletzung. Die Widerrechtlichkeit wird vermutet, so dass den\nVerletzer (den Datenbearbeiter) die Beweislast für das Vorliegen eines\nRechtfertigungsgrundes trifft. Als Rechtfertigungsgründe in Frage kommen die\nEinwilligung des Verletzten, ein überwiegendes privates oder öffentliches\n\n16\nInteresse oder eine gesetzliche Bestimmung (vgl. Art. 13 Abs. 1 DSG,\nvorstehend Erw. 3.4.1). Ein überwiegendes privates oder öffentliches Interesse\ndarf nur zurückhaltend bejaht werden. Beim Anspruch auf Schadenersatz trifft\nden Verletzten die Beweislast für Schaden, Verschulden und\nKausalzusammenhang (BSK DSG-Rampini Art. 15 N 3).\n\n4.1 Der Kläger bezieht sich zum Beweis seiner Sachverhaltsdarstellung\ninsbesondere auf den \"Bericht an den Regierungsrat des Kantons Schwyz\nbetreffend die Überprüfung der Organisation und der Arbeit der\nStrafverfolgungsbehörden und die Untersuchung der Vorkommnisse um die\nStrafrechtspflege im Kanton Schwyz\" von Dick Marty vom 17. April 2012, den\n\"Bericht der Parlamentarischen Untersuchungskommission 'Justizstreit' des\nKantons Schwyz (PUK 'Justizstreit') an den Kantonsrat Schwyz\" der PUK\n\"Justizstreit\" vom 11. Dezember 2013, sowie den RRB Nr. 456/2012 vom 7. Mai\n2012 betreffend \"Beurteilung der kantonalen Strafverfolgungsbehörden und\nOffenlegung der Datenerhebung - Bericht an den Kantonsrat\" (Kläg-act. 5, 6 und\n8 [alle Berichts abrufbar im Internet: http:/\n/www.sz.ch/documents/Bericht_Dick_Marty.pdf; http://www.sz.ch/documents/\nBericht_11_12_13_Final1390203681404.pdf;\nhttp://www.sz.ch/documents/rrb_456_ 2012.pdf]). Ergänzend verweist er mit der\nTriplik (öffentliche Verhandlung) insbesondere auf den Beschluss des\nKantonsgerichts BEK 2014 8 vom 5. Juni 2014 (vorstehend Erw. 2.5).\n\n4.2 Der Bericht Dick Marty stellt \"eine präzise Chronologie der Fakten\" auf\n(S. 19 ff. Ziff. 4.2). Der Chronologie sind unter anderen folgende Einträge zu\nentnehmen (vgl. auch die Übersicht im \"PUK Justizstreit\" S. 17 ff. Ziff. 37):\n\n30. Juli 2010: Der Kantonsgerichtspräsident gibt der Telefonzentrale der\nkantonalen Verwaltung den Auftrag, ihm Telefondaten im\nZusammenhang mit den Fällen \"____\" und \"______\"\nherauszugeben.\n1. September 2010 Der ausserordentliche Staatsanwalt ordnet die Kontrolle der\nelektronischen Korrespondenz und der Dokumente auf der\nelektronischen Ablage des Verhöramtes an.\n29. Oktober 2010 Der a.o. Staatsanwalt setzt F.________ als\nausserordentlichen Untersuchungsrichter ein.\n4. November 2010 Beschwerde des Klägers, der die Rechtmässigkeit der\nErnennung des a.o. Staatsanwaltes und des a.o.\nUntersuchungsrichters bestreitet.\n8. November 2010 Der Staatsanwalt G.________ wird vom a.o.\nUntersuchungsrichter als Auskunftsperson vernommen.\n\n17\nDabei erfährt er, dass dieser im Besitz von Telefon- und\nMaildaten des Verhöramtes ist.\n29. November 2010 Die Anwältin des Leiters des Verhöramtes schreibt dem\nRegierungsrat und macht geltend, dass wahrscheinlich\nwiderrechtlich Beweise gesammelt worden seien und\nerkundigt, sich, ob gegen ihren Mandanten ein\nDisziplinarverfahren eröffnet worden sei.\n\n"}