{"Signatur": "SZ_VG_001", "Spider": "SZ_Verwaltungsgericht", "Sprache": "de", "Datum": "2015-06-24", "HTML": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2014-17_2015-06-24.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "e109a532160aadd7b8430a760a40e7e6"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2014-17_2015-06-24.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/vg/tribunavtplus/ServletDownload/III_2014_17_2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2d48f1afa56d582efded66599e0cb753e6a6af0cd200321fdfe6c130a46bfe6a87abd91aa31b640f9509b3782925454c9d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77?path=2ea3265bbbf0121da8fa1a58cc2377f2d48f1afa56d582efded66599e0cb753e6a6af0cd200321fdfe6c130a46bfe6a87abd91aa31b640f9509b3782925454c9d7631ab626b4db55c3f6deb72c3b0c77&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=III_2014_17", "Checksum": "dfb6a97d509c6e0ea511c2d729213982"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["III 2014 17"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Verwaltungsgericht 3. 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Er hat zum Schutz von Leben, Gesundheit und persönlicher Integrität der\nArbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Massnahmen zu treffen, die nach der\nErfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den\nVerhältnissen des Betriebes oder Haushaltes angemessen sind, soweit es mit\nRücksicht auf das einzelne Arbeitsverhältnis und die Natur der Arbeitsleistung\nihm billigerweise zugemutet werden kann (Art. 328 Abs. 2 OR).\n\nDer Arbeitgeber darf Daten über den Arbeitnehmer nur bearbeiten, soweit sie\ndessen Eignung für das Arbeitsverhältnis betreffen oder zur Durchführung des\nArbeitsvertrages erforderlich sind. Im Übrigen gelten die Bestimmungen des DSG\n(Art. 328b OR).\n\n3.3.1 Art. 328 OR konkretisiert den allgemeinen Persönlichkeitsschutz von\nArt. 27 f. ZGB (Pellascio, in: Kren Kostkiewicz/Nobel/Schwander/Wolf,\nKommentar OR, Zürich 2009, Art. 328 Rz. 8; Brunner/Bühler/Waeber/Bruchez,\nKommentar zum Arbeitsvertragsrecht, Art. 328 N 1). Als von Art. 328 Abs. 1 OR\ngeschützte Persönlichkeitsgüter gelten unter anderem die persönlichen\nFreiheitsrechte sowie die Geheim- und Privatsphäre (Pellascio, a.a.O., Art. 328\nRz. 10). Die allgemeine Fürsorgepflicht ist in erster Linie eine\nUnterlassungspflicht; der Arbeitgeber hat es zu unterlassen, die berechtigten\nInteressen des Arbeitnehmers zu schädigen (BSK OR I-Portmann, Art. 328 OR\nN 1). Verletzungen der Fürsorgepflicht sind Vertragsverletzungen, welche\ngemäss Art. 97 OR einen Anspruch auf einen Schadenersatz begründen können.\nErforderlich ist neben der Vertragsverletzung ein dem Gläubiger durch die\nVertragsverletzung entstandener Schaden sowie ein adäquater\nKausalzusammenhang (Eignung der Vertragsverletzung, nach dem\ngewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung, den\neingetretenen Schaden zu bewirken bzw. diesen wesentlich zu begünstigen);\nbesteht die Vertragsverletzung in einer Unterlassung, ist die hypothetische\nKausalität zwischen Schaden und Unterlassung nach denselben Kriterien zu\nprüfen. Das Verschulden als weitere Voraussetzung wird in Art. 97 OR vermutet;\nder Schuldner muss beweisen, dass ihn kein Verschulden trifft (Kren Kostkiewicz,\nin: Kren Kostkiewicz/Nobel/Schwander/Wolf, a.a.O., Art. 97 Rz. 13 ff.).\n\nHinsichtlich der Zurechnung des Verhaltens Dritter sind grundsätzlich die Voraussetzungen von Art. 55 und 101 OR sowie von Art. 55 ZGB massgebend. Bei\nallen geschützten Gütern ist der Schutz nicht absolut, sondern die\nSchutzwürdigkeit kann in Konkurrenz stehen mit den berechtigten Interessen des\nArbeitgebers (Streiff/von Kaenel/Rudolph, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu\nArt. 319-362 OR, 7. Aufl., Zürich 2012, Art. 328 N 7). Das Eindringen in den\nprivaten E-Mail- und Internetverkehr des Arbeitnehmers stellt ohne Vorliegen\n\n13\nbesonderer Rechtfertigungsgründe eine Fürsorgepflichtverletzung dar (Streiff/von\nKaenel/Rudolph, a.a.O., Art. 328 N 8).\n\n3.3.2 Als Persönlichkeitsverletzung kann ein Verstoss gegen Art. 328 OR\nsämtliche Klagen gemäss Art. 28a ZGB rechtfertigen. Unter den\nVoraussetzungen von Art. 49 OR erlaubt die Verletzung von Art. 328 OR die\nGeltendmachung\neiner Genugtuung (Pellascio, a.a.O., Art. 328 Rz. 23 ff.; Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O., Art. 328 N 19).\n\n3.4.1 Art. 328b Satz 2 OR verweist ergänzend auf das DSG. Gemäss dem DSG\nbleibt die Datenbearbeitung im privatrechtlichen Bereich grundsätzlich zulässig.\nSie darf jedoch nicht zu einer widerrechtlichen Persönlichkeitsverletzung führen.\nEine Persönlichkeitsverletzung liegt insbesondere dann vor, wenn\nPersonendaten in Verletzung der Bearbeiterpflichten oder gegen den\nausdrücklichen Willen der betroffenen Personen bearbeitet oder besonders\nschützenswerte Personendaten oder Persönlichkeitsprofile Dritten bekannt\ngegeben werden (Art. 12 DSG). Die einmal festgestellte\nPersönlichkeitsverletzung ist vermutungsweise auch widerrechtlich, es sei denn,\nsie sei durch Einwilligung des Verletzten, durch ein überwiegendes privates oder\nöffentliches Interesse oder durch Gesetz gerechtfertigt (Art. 13 Abs. 1 DSG; vgl.\nStreiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O., Art. 328b N 2; BSK OR I-Portmann Art. 328b\nN 25 ff.).\n\n"}