{"Signatur": "SZ_KG_999", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2019-01-31", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_999_GPR-2019-2_2019-01-31.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "560fb45adb984919926e7925daa463b1"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_999_GPR-2019-2_2019-01-31.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/GPR_2019_2_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d28b7e12d051f20d8fe60f75883a9c266f09ee0520e2d3e728e11b4d59a6a6e9de6cfaf6ae16f3c28ebc1dee8d0d123058ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d28b7e12d051f20d8fe60f75883a9c266f09ee0520e2d3e728e11b4d59a6a6e9de6cfaf6ae16f3c28ebc1dee8d0d123058ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=GPR_2019_2", "Checksum": "9d817df9f379b7c4da85bf36d7db8ebb"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["GPR 2019 2"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht Sonstiges 31.01.2019 GPR 2019 2"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht Sonstiges"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Schwytz  Sonstiges"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Svitto  Sonstiges"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Präsidial"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "vorsorgliche Massnahmen (UWG) | Massnahmen ZIvilrecht"}], "ScrapyJob": "446973/54/2069", "Zeit UTC": "22.01.2026 22:20:12", "Checksum": "6fcc6df399a5ec09c155a75d5ba472b0", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Schwyz Kantonsgericht Sonstiges 31.01.2019 GPR 2019 2\nRegeste:\nvorsorgliche Massnahmen (UWG) | Massnahmen ZIvilrecht\n\nOetiker/Weibel [Hrsg.], Basler Kommentar Lugano Übereinkommen, 2. A. 2016,\nN 4 zu Art. 1 LugÜ). Der zeitliche Anwendungsbereich des LugÜ i.S.v. Art. 63\nAbs. 1 LugÜ ist ebenfalls eröffnet. Das nach dem LugÜ in der Hauptsache zuständige Gericht ist für den Erlass einstweiliger Massnahmen zuständig, ohne\ndass diese Zuständigkeit von weiteren Voraussetzungen abhängt (Acocella, in:\nSchnyder [Hrsg.], Lugano-Übereinkommen zum internationalen Zivilverfahrensrecht, Kommentar, 2011, N 37 zu Art. 31 LugÜ; Monnier, in: Heizmann/Loacker\n[Hrsg.], UWG-Kommentar, 2018, Grundlagen, § 4 N 20). Ist das mit dem Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen befasste Gericht nach Art. 2 ff.\nLugÜ zuständig, braucht es folglich Art. 31 LugÜ nicht heranzuziehen (Acocella,\na.a.O., N 39 zu Art. 31 LugÜ; Monnier, a.a.O., § 4 N 20). Somit gilt es zu prüfen,\nwelches Gericht nach Art. 2 ff. LugÜ in der Hauptsache zuständig ist.\n\nDie von der Gesuchstellerin beantragten vorsorglichen Massnahmen betreffen\nin der Hauptsache Ansprüche gegenüber der Gesuchsgegnerin wegen angeblicher Verletzungen der wettbewerbsrechtlichen Bestimmungen des slowakischen Rechts (vgl. nachstehend E. 4a bezüglich des auf die Hauptsache anwendbaren Rechts). International zuständig i.S.v. Art. 2 Abs. 1 LugÜ sind die\nGerichte desjenigen Vertragsstaates des LugÜ, in welchem der Beklagte seinen\nWohnsitz resp. Sitz hat (vgl. Dallafior/Honegger, in: Oetiker/Weibel [Hrsg.], Basler Kommentar Lugano Übereinkommen, 2. A. 2016, N 9 f. zu Art. 2 LugÜ). Für\ndie Hauptsache international zuständig sind somit die Gerichte am Sitz der Gesuchsgegnerin in der Schweiz. Die örtliche Zuständigkeit richtet sich nach dem\nautonomen Recht des international zuständigen Vertragsstaats, d.h. vorliegend\nnach dem IPRG (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_224/2013 vom 7. November\n2013, E. 2.1). Die Zuständigkeit für Ansprüche aus unlauterem Wettbewerb bestimmt sich nach Art. 129 IPRG (Kren Kostkiewicz, Kommentar IPRG/LugÜ,\n2. A. 2019, N 5 zu Art. 129 IPRG; vgl. BGE 117 II 204, E. 2a). Demzufolge sind\nfür Klagen aus unerlaubter Handlung u.a. die schweizerischen Gerichte am Sitz\nder Gesuchsgegnerin in Wollerau zuständig (vgl. Art. 129 Abs. 1 i.V.m. Art. 21\nKantonsgericht Schwyz 5\n\nAbs. 1 IPRG). Wie für die örtliche Zuständigkeit ist auch für die sachliche Zuständigkeit das autonome Recht des international zuständigen Vertragsstaates\nmassgebend, d.h. vorliegend die schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO)\ni.V.m. dem Einführungsgesetz zum schweizerischen Obligationenrecht (EGzOR; SRSZ 217.110) des Kantons Schwyz (vgl. Dallafior/Honegger, a.a.O.,\nN 31 zu Art. 2 LugÜ). Nach Art. 5 Abs. 1 lit. d ZPO i.V.m. § 19 Abs. 1 EGzOR\nist das Kantonsgericht als einzige kantonale Instanz für Streitigkeiten nach dem\nBundesgesetz vom 19. Dezember 1986 gegen den unlauteren Wettbewerb\n(UWG) zuständig, sofern der Streitwert wie vorliegend (KG-act. 1/KG-act. 12\n[ZK1 2018 17], N 17) mehr als Fr. 30‘000.00 beträgt (oder sofern der Bund sein\nKlagerecht ausübt).\n\nDie Gesuchsgegnerin bringt vor, gemäss Art. 2 Abs. 1 LugÜ i.V.m. Art. 129\nAbs. 1 IPRG sei das angerufene Gericht als Hauptsachegericht am schweizerischen Sitz der Gesuchsgegnerin grundsätzlich auch für vorsorgliche Massnahmen international und örtlich zuständig; Art. 5 Abs. 1 lit. d ZPO spreche jedoch\nausdrücklich vom „Bundesgesetz vom 19. Dezember 1986 über den unlauteren\nWettbewerb“, weshalb das angerufene Gericht sachlich nicht zur Beurteilung\nvon Ansprüchen zuständig sei, auf die wie vorliegend ausländisches Recht anwendbar sei (KG-act. 5, N 3). Zwar trifft es zu, dass eine wortgetreue Interpretation von Art. 5 Abs. 1 lit. d ZPO den Schluss erlauben könnte, dass die diesbezügliche Zuständigkeitsnorm nur bei schweizerischer lex causae anzuwenden sei; allerdings ist in Übereinstimmung mit Monnier davon auszugehen, dass\nauch lauterkeitsrechtliche Streitigkeiten nach ausländischem Recht unter die\nZuständigkeitsnorm von Art. 5 Abs. 1 lit. d ZPO fallen, weil sonst die sachliche\nZuständigkeit je nach anwendbarem Recht unterschiedlich ausfiele, was überdies angesichts der breiteren Regelung für „kartellrechtliche Streitigkeiten“ nach\nArt. 5 Abs. 1 lit. b ZPO kaum im Sinne des Gesetzgebers gewesen sein dürfte,\nzumal mit der ZPO eine Konzentration der Kompetenz im Bereich des Wettbe-\nwerbs- und Immaterialgüterrechts bei einem spezialisierten kantonalen Gericht\nKantonsgericht Schwyz 6\n\nbeabsichtigt war (Monnier, a.a.O., § 4 N 10, m.w.H.). Im Übrigen ist das Kantonsgericht als einzige kantonale Instanz nach Art. 5 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 19\nAbs. 1 EGzOR auch für die Anordnung vorsorglicher Massnahmen zuständig.\nSomit ist das Kantonsgericht sowohl für die Hauptsache als auch für die beantragten vorsorglichen Massnahmen zuständig. Das IPRG enthält abgesehen\nvon der Regelung der Zuständigkeit in Art. 10 keine Regelungen der vorsorglichen Massnahmen, weshalb sich deren Inhalt sowie die prozessualen Voraussetzungen nach der lex fori bestimmen, mithin nach Art. 261 ff. ZPO (vgl. Müller-\nChen, in: Müller-Chen/Widmer Lüchinger [Hrsg.], Zürcher Kommentar zum\nIPRG, 3. A. 2018, N 10 zu Art. 10 IPRG).\n\nb) Das Gericht trifft gemäss Art. 261 Abs. 1 ZPO die notwendigen vorsorglichen Massnahmen, wenn die gesuchstellende Partei glaubhaft macht, dass ein\nihr zustehender Anspruch verletzt oder eine Verletzung zu befürchten ist und\nihr ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht.\n\n"}