{"Signatur": "SZ_KG_004", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2017-04-13", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_004_BEK-2017-24_2017-04-13.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "7aa21491133a315bc124e846adba4400"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_004_BEK-2017-24_2017-04-13.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/BEK_2017_24_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2d39406bbb0be42a57e62ebd10554e9bff274f6f471f35f0bf8673a5f14ec34bc19938089f7bc2239d5e2cc30b1b824abea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2d39406bbb0be42a57e62ebd10554e9bff274f6f471f35f0bf8673a5f14ec34bc19938089f7bc2239d5e2cc30b1b824abea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=BEK_2017_24", "Checksum": "895fe6127c22a17f0551217300228856"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["BEK 2017 24"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer 13.04.2017 BEK 2017 24"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Schwytz  Beschwerdekammer"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Svitto  Beschwerdekammer"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Präsidial"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Einstellung Strafverfahren (Kostenfolgen und Genugtuung) | Kosten- und Entschädigungsfolgen"}], "ScrapyJob": "446973/54/2069", "Zeit UTC": "22.01.2026 22:31:40", "Checksum": "f307b788cbce345da321f65be29be9b7", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer 13.04.2017 BEK 2017 24\nRegeste:\nEinstellung Strafverfahren (Kostenfolgen und Genugtuung) | Kosten- und Entschädigungsfolgen\n\n Kantonsgericht Schwyz\n\nVerfügung vom 13. April 2017\nBEK 2017 24\n\nMitwirkend Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin,\na.o. Gerichtsschreiber MLaw Florian Farner.\n\nIn Sachen A.________,\nBeschuldigter und Beschwerdeführer,\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________,\n\ngegen\n\nKantonale Staatsanwaltschaft, Postfach 75, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, 8836 Bennau,\nStrafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin,\nvertreten durch Staatsanwältin C.________,\n\nbetreffend Einstellung Strafverfahren (Kostenfolgen und Genugtuung)\n(Beschwerde gegen die Verfügung der kantonalen Staatsanwaltschaft vom\n12. Januar 2017, SUB 2014 396);-\n\nhat der Kantonsgerichtspräsident,\nKantonsgericht Schwyz 2\n\nnachdem sich ergeben und in Erwägung:\n\n1. a) Am 20. Dezember 2013 erstattete D.________ (nachfolgend: Privatklägerin) beim Polizeiposten Höfe Strafanzeige gegen ihren Stiefvater,\nA.________ (nachfolgend: Beschuldigter), wegen sexuellen Handlungen mit\nKindern im Sinne von Art. 187 StGB und wegen Verletzung des Geheim- oder\nPrivatbereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von Art. 179quater StGB (U-\nact. 8.1.001, S. 2). Mit Verfügung vom 12. Januar 2017 stellte die kantonale\nStaatsanwaltschaft Schwyz das Strafverfahren ein und auferlegte dem Beschuldigten zur Hälfte die Verfahrenskosten von Fr. 2‘000.00 (Fr. 1‘000.00).\nVon der Ausrichtung einer Entschädigung oder Genugtuung sah die Staatsanwaltschaft ab (angefochtene Verfügung, Disp.-Ziff. 3 und 4).\n\nb) Gegen diese Kostenauflage und die Abweisung der Genugtuungs- und\nEntschädigungsansprüche in der Einstellungsverfügung der kantonalen\nStaatsanwaltschaft erhob der Beschuldigte am 2. Februar 2017 fristgerecht\nBeschwerde beim Kantonsgericht und beantragt was folgt (KG-act. 1):\n\n1. Die Ziffern 3 und 4 der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft\ndes Kantons Schwyz, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, vom 12. Januar 2017 (SUB 2014 396 JJ) seien aufzuheben.\n\n2. Die Kosten der Einstellungsverfügung seien vollumfänglich dem Staat\nzu überbinden und der Staat sei zu verpflichten, den Beschwerdeführer\nmit CHF 1‘581.10 (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen und ihm eine\nGenugtuung von CHF 1‘000.00 zuzusprechen.\n\n3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MwSt.) zulasten des Staates.\n\nMit Vernehmlassung vom 13. Februar 2017 beantragte die Staatsanwaltschaft\ndes Kantons Schwyz die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde\n(KG-act. 3).\nKantonsgericht Schwyz 3\n\n2. Angefochten sind die Kostenfolgen der Einstellungsverfügung der kantonalen Staatsanwaltschaft. Für den vorliegenden Entscheid ist allein die Verfahrensleitung zuständig, weil die wirtschaftlichen Nebenfolgen eines Entscheids von weniger als Fr. 5‘000.00 strittig sind (Art. 395 lit. b StPO).\n\n3. a) Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO). Wird das Verfahren eingestellt oder\ndie beschuldigte Person freigesprochen, können ihr die Verfahrenskosten\nganz oder teilweise auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig und schuldhaft\ndie Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert\nhat (Art. 426 Abs. 2 StPO). Aus den gleichen Gründen kann die Strafbehörde\nder beschuldigten Person, trotz Verfahrenseinstellung, eine Entschädigung\noder Genugtuung verweigern oder herabsetzen (Art. 430 Abs. 1 lit. a StPO;\nBGer 1B_12/2012 vom 20. Februar 2012, E. 2.1; Griesser, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, 2014, N 5 zu Art. 430 StPO). Es handelt sich dabei um eine\nden zivilrechtlichen Grundsätzen angenäherte Haftung für fehlbares Verhalten, welche die Verletzung einer geschriebenen oder ungeschriebenen Verhaltensnorm aus der gesamten schweizerischen Rechtsordnung voraussetzt\n(BGE 116 Ia 162, E. 2c & 2e; BGer 6B 990/2013 vom 10. Juni 2014, E. 1.2;\nDomeisen, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger, Basler Kommentar StPO, 2. Auflage,\n2014, N 37 zu Art. 426 StPO; Griesser, a.a.O., N 10 zu Art. 426 StPO). Die\nKostenauflage erfordert schuldhaftes Verhalten, wobei von einem zivilrechtlichen Verschuldensbegriff auszugehen ist (BGE 116 Ia 162, E. 2a; Griesser,\na.a.O., N 14 zu Art. 426 StPO). Eine Kostenübertragung mit der Begründung,\nden Beschuldigten treffe ein strafrechtliches Verschulden bzw. er habe sich\nstrafbar gemacht, ist nicht mit der Unschuldsvermutung nach Art. 6 Ziff. 1\nEMRK zu vereinbaren (BGE 116 Ia 162, E. 2e; Domeisen, a.a.O., N 37 zu\nArt. 426 StPO). Kostenauflagen sind dann unzulässig, wenn sich aus dem\nText eine strafrechtliche Missbilligung ergibt, die in der Kostenauflage zum\nAusdruck kommt (Domeisen, a.a.O., N 28 zu Art. 426 StPO). Schliesslich\nKantonsgericht Schwyz 4\n\n"}