{"Signatur": "SZ_KG_004", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2018-03-13", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_004_BEK-2017-168_2018-03-13.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "a8f537f7d4d5d956d9bf6463bc1b6919"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_004_BEK-2017-168_2018-03-13.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/BEK_2017_168_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d20dbdacdc9bde5e931689763d058e4a9fcf0709cdd696084b82be71ee04df7d6396c6a2086c3ddbaf23197696d1c18179ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d20dbdacdc9bde5e931689763d058e4a9fcf0709cdd696084b82be71ee04df7d6396c6a2086c3ddbaf23197696d1c18179ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=BEK_2017_168", "Checksum": "336092a69f362a665c8051ccd56c68d4"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["BEK 2017 168"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer 13.03.2018 BEK 2017 168"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Schwytz  Beschwerdekammer"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Svitto  Beschwerdekammer"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Übriges Strafprozessrecht"}], "ScrapyJob": "446973/54/2069", "Zeit UTC": "22.01.2026 22:29:42", "Checksum": "0140a22ac191537beee3dc06733050ad", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer 13.03.2018 BEK 2017 168\nRegeste:\nÜbriges Strafprozessrecht\n\n Kantonsgericht Schwyz\n\nVerfügung vom 13. März 2018\nBEK 2017 168\n\nMitwirkend Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin,\nKantonsrichter Clara Betschart und Josef Reichlin,\na.o. Gerichtsschreiberin BLaw Sonia Zwirner.\n\nIn Sachen A.________,\nPrivatkläger und Beschwerdeführer,\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________,\n\ngegen\n\n1. Kantonale Staatsanwaltschaft, Postfach 75, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, 8836 Bennau,\nStrafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin,\nvertreten durch Staatsanwältin C.________,\n2. D.________,\nBeschuldigter und Beschwerdegegner,\nvertreten durch Rechtsanwalt E.________,\n\nbetreffend Anklage\n(Beschwerde gegen die Verfügung der kantonalen Staatsanwaltschaft vom\n10. August 2017, SUB 2015 394);-\n\nhat die Beschwerdekammer,\nKantonsgericht Schwyz 2\n\nnachdem sich ergeben und in Erwägung:\n\n1. Mit Strafbefehl vom 10. August 2017 verurteilte die kantonale Staatsanwaltschaft D.________ (nachfolgend Beschuldigter) wegen einfacher Körperverletzung i.S.v. Art. 123 Ziff. 1 StGB zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen\nzu Fr. 370.00 und einer Busse von Fr. 8‘320.00 (KG-act. 1/4). Gegen den\nStrafbefehl erhob der Privatkläger A.________ Einsprache (KG-act. 1/5). Er\nführte aus, der Beschuldigte sei zusätzlich der Gefährdung des Lebens i.S.v.\nArt. 129 StGB anzuklagen. In der Folge überwies die Strafverfolgungsbehörde\nden Strafbefehl als Anklageschrift i.S.v. Art. 356 Abs. 1 StPO an das Bezirksgericht March (KG-act. 1/6). Mit Verfügung vom 22. September 2017 erwog\ndas Bezirksgericht March, dass der Straftatbestand der Gefährdung des Lebens aufgrund des im Strafbefehl umschriebenen Sachverhalts erfüllt sein\nkönnte (KG-act. 1/8). Die Anklageschrift entspräche diesbezüglich jedoch\nnicht den gesetzlichen Anforderungen, weshalb der kantonalen Staatsanwaltschaft Gelegenheit gegeben werde, die Anklage zu ändern. Es hielt jedoch\nausdrücklich fest, dass die kantonale Staatsanwaltschaft nicht zur Änderung\nder Anklage verpflichtet sei und eine Teileinstellung des Verfahrens vorliegen\nkönne (KG-act. 1/8, S. 2). Es erfolgte eine Rückübertragung der Rechtshängigkeit an die Staatsanwaltschaft, womit ihr wieder die vor Anklageerhebung\nzustehenden Befugnisse zukamen (KG-act. 1/8). Mit Schreiben vom 3. Oktober 2017 (KG-act. 1/2) überwies die kantonale Staatsanwaltschaft den Strafbefehl vom 10. August 2017 (KG-act. 1/4) ohne Änderungen erneut an das\nBezirksgericht March.\n\n2. Gegen die erneute und unveränderte Überweisung des Strafbefehls\nerhob A.________ (nachfolgend Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 3. Ok-\nKantonsgericht Schwyz 3\n\ntober 2017 Beschwerde am Kantonsgericht (KG-act. 1). Er beantragt die Aufhebung der „Verfügung vom 03.10.2017“. Zudem sei die kantonale Staatsanwaltschaft anzuweisen, Anklage wegen Gefährdung des Lebens und einfacher\nKörperverletzung zu erheben und diesbezüglich den rechtserheblichen Sachverhalt zu ergänzen. Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf eine Vernehmlassung (KG-act. 5). Der Beschuldigte beantragt die vollumfängliche Abweisung\nder Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdeführers (KG-act. 9).\n\n3. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Zulässigkeit der Beschwerdeerhebung ergebe sich aus Art. 393 i.V.m. Art. 382 StPO. Das Festhalten der\nStaatsanwaltschaft an der unveränderten Anklage stelle eine Verfahrenshandlung i.S.v. Art. 393 StPO dar (KG-act. 1, S. 2).\n\na) Nach Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO ist die Beschwerde gegen Verfügungen\nund Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft zulässig. Bezeichnet die\nStrafprozessordnung einen Entscheid jedoch als endgültig oder nicht anfechtbar, so ist dagegen gemäss Art. 380 StPO kein Rechtsmittel nach diesem Gesetz zulässig. Ein solcher nicht anfechtbarer Entscheid stellt die Anklageerhebung nach Art. 324 Abs. 2 StPO dar (Lieber, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber\n[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. A., 2014,\nN 1 zu Art. 380 StPO). Nicht nur die Anklageerhebung selbst, sondern auch\nder Inhalt der Anklage ist nicht anfechtbar. Einwände gegen die Anklage sind\nallenfalls bei deren Prüfung (Art. 329 StPO) vorzubringen (Landshut/Bosshard, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. A., 2014, N 10 zu Art. 324 StPO; Heimgartner/Niggli, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur\nKantonsgericht Schwyz 4\n\nSchweizerischen Strafprozessordnung, 2. A., Basel 2014, N 18 zu Art. 324\nStPO). Eine Beschwerde ist indessen möglich, wenn mit einer Anklage Deliktsvorwürfe faktisch eingestellt werden, sprich implizit und ohne eine separate Einstellungsverfügung (Landshut/Bosshard, a.a.O., N 10 zu Art. 324 StPO;\nBGE 138 IV 241, E. 2.6 = Pra 2013 Nr. 29). Eine implizite Einstellung liegt vor,\nwenn namentlich einzelne Sachverhaltselemente nicht in der Sachverhaltsfeststellung berücksichtigt werden (vgl. BGE 138 IV 241, E. 2.4; 130 IV 90, E.\n3.2 = Pra 2005 Nr. 34).\n\n"}