{"Signatur": "SZ_KG_004", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2018-12-06", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_004_BEK-2017-161_2018-12-06.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "1306daa1bf9dd6a7f4731408ded30e11"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_004_BEK-2017-161_2018-12-06.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/BEK_2017_161_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d210454fd8839f000244241b2d21df453c5454698bbe8c781c8a795affcf261c94788f723252bcf8c48b82af4db991135bea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d210454fd8839f000244241b2d21df453c5454698bbe8c781c8a795affcf261c94788f723252bcf8c48b82af4db991135bea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=BEK_2017_161", "Checksum": "2dd7357bf4cc877267e12807cc67c655"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["BEK 2017 161"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer 06.12.2018 BEK 2017 161"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Schwytz  Beschwerdekammer"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Svitto  Beschwerdekammer"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Einstellung Strafverfahren (UWG etc.) | Einstellung Strafverfahren"}], "ScrapyJob": "446973/54/2069", "Zeit UTC": "22.01.2026 22:27:09", "Checksum": "fb16120f1145c57a1086c025ce65f559", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer 06.12.2018 BEK 2017 161\nRegeste:\nEinstellung Strafverfahren (UWG etc.) | Einstellung Strafverfahren\n\n Kantonsgericht Schwyz\n\nBeschluss vom 6. Dezember 2018\nBEK 2017 161\n\nMitwirkend Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin,\nKantonsrichter Clara Betschart und Josef Reichlin,\nGerichtsschreiberin lic. iur. Antoinette Hürlimann.\n\nIn Sachen Schweizerische Eidgenossenschaft, 3000 Bern,\nPrivatklägerin und Beschwerdeführerin,\nvertreten durch das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Ressort Recht,\nHolzikofenweg 36, 3003 Bern,\n\ngegen\n\n1. Staatsanwaltschaft March, Postfach 162, Rathausplatz 1, 8853 Lachen,\nStrafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin,\nvertreten durch Staatsanwalt A.________,\n2. B.________,\n3. C.________,\nBeschuldigte und Beschwerdegegner,\nZiff. 2 und 3 vertreten durch Rechtsanwalt D.________,\n\nbetreffend Einstellung Strafverfahren (UWG etc.)\n(Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft March vom\n28. September 2017, SUM 2014 1295 und SUM 2017 1339, 1340);-\n\nhat die Beschwerdekammer,\nKantonsgericht Schwyz 2\n\nnachdem sich ergeben und in Erwägung:\n\n1. a) Am 6. Mai 2014 stellte die Schweizerische Eidgenossenschaft Strafantrag gegen die Verantwortlichen der F.________ AG und der G.________\nLtd. sowie allfällige weitere verantwortliche Personen wegen Widerhandlungen gegen Art. 3 Abs. 1 lit. b, o, und s UWG sowie gegen Art. 11a Abs. 5\nPBV. Die Schweizerische Eidgenossenschaft warf der F.________ AG vor,\nRechnungen für Dienstleistungen (Abonnemente für den Zugang zu pornografischen Inhalten via Mobiltelefon), unter anderem der G.________ Ltd., an\nzahlreiche Personen versandt haben, welche angeben, mit der G.________\nLtd. keinen Abonnementsvertrag bzw. einen solchen nur infolge Täuschung\neingegangen zu sein (U-Akten, Ordner 7 und 8 sowie Ergänzung vom 22. Juli\n2014 [Ordner 9]). Am 9. Dezember 2014 erliess die Staatsanwaltschaft March\neine Nichtanhandnahmeverfügung, wogegen die Schweizerische Eidgenossenschaft Beschwerde beim Kantonsgericht erhob. Das Kantonsgericht hiess\ndie Beschwerde mit Beschluss BEK 2014 22 vom 23. April 2015 gut und hob\ndie Nichtanhandnahmeverfügung auf. In der Folge führte die Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung gegen B.________ (Mitglied des Verwaltungsrates der F.________ AG und der H.________ AG) und C.________ (vormaliges Mitglied des Verwaltungsrates der F.________ AG), welche sie mit Verfügung vom 28. September 2017 jedoch einstellte.\n\nb) Gegen die Einstellungsverfügung erhob die Schweizerische Eidgenossenschaft (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 16. Oktober 2017 fristgerecht\nBeschwerde beim Kantonsgericht mit dem Antrag, diese sei aufzuheben und\ndie Sache sei an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen (KG-act. 1). Die\nStaatsanwaltschaft verzichtete auf eine Beschwerdevernehmlassung\n(KG-act. 6). B.________ und C.________ (nachfolgend Beschwerdegegner)\ntrugen mit Beschwerdeantwort vom 20. November 2017 auf Abweisung der\nBeschwerde an (KG-act. 11). Die Beschwerdeführerin reichte am 8. Janu-\nKantonsgericht Schwyz 3\n\nar 2018 eine unaufgeforderte Stellungnahme zur Beschwerdeantwort ein (KGact. 13).\n\n2. Die Einstellungsverfügung ist mit Beschwerde anfechtbar (Art. 322\nAbs. 2 und Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO). Nach Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede\nPartei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen. Die Privatklägerschaft\nist Partei im Strafverfahren (Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO). Als Privatklägerschaft\ngilt die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren\nals Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen, wobei der Strafantrag der Erklärung\nnach Art. 118 Abs. 1 StPO gleichgestellt ist (Art. 118 Abs. 1 und Abs. 2 StPO).\nAls geschädigte Person gilt die Person, die durch die Straftat in ihren Rechten\nunmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Nach Art. 23 Abs. 3\nUWG hat der Bund im (Straf-)Verfahren die Rechte eines Privatklägers. Mithin\nkann dieser ebenfalls Strafklage führen, Verfahren einleiten, sich an durch\nandere eingeleiteten Verfahren beteiligen, an Verfahrenshandlungen\nteilnehmen, Akteneinsicht verlangen sowie Rechtsmittel einlegen\n(Heimgartner, in: Heizmann/Loacker, Kommentar UWG, Zürich 2017, N 56 zu\nArt. 23 UWG). Folglich ist vorliegend die Beschwerdeführerin zur Beschwerde\nlegitimiert, soweit das vom UWG geschützte Rechtsgut des lauteren und\nunverfälschten wirtschaftlichen Wettbewerbs betroffen ist (vgl. Jung, in:\nJung/Spitz, Handkommentar UWG, 2. A., Einleitung N 1). Soweit allenfalls\nandere Rechtsgüter tangiert sind, wie namentlich das Vermögen (Betrug im\nSinne von Art. 146 StGB), das Verfügungsrecht über Computerdaten\n(unbefugte Datenbeschaffung im Sinne von Art. 143 StGB) sowie das\nPersönlichkeitsrecht resp. den Gewahrsam des Dateninhabers (unbefugtes\nBeschaffen von Personendaten im Sinne von Art. 179novies StGB), ist die\nBeschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin jedoch zu verneinen, denn\ndiesbezüglich ist die Beschwerdeführerin nicht geschädigte Person im Sinne\nvon Art. 115 Abs. 1 StGB, mithin ist sie nicht Trägerin der durch jene Normen\ngeschützten Rechtsgüter (vgl. BGer, Urteil 6B_104/2016 vom 13. Mai 2016\nKantonsgericht Schwyz 4\n\nE. 2.2.1; BGE 140 IV 155, E. 3.2; Kantonsgericht Schwyz, Beschluss\nBEK 2011 68 vom 26. August 2011, E. 4).\n\n"}