{"Signatur": "SZ_KG_004", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2017-04-13", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_004_BEK-2016-185_2017-04-13.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "5518c4f5c1ea695af74c60f354f2d968"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_004_BEK-2016-185_2017-04-13.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/BEK_2016_185_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2fbdccffc1535bdb7f08baad995fb3a612729241b94ecc2fc8740c65c874070d18ff5b4c21de2427ffb419419b6541056ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2fbdccffc1535bdb7f08baad995fb3a612729241b94ecc2fc8740c65c874070d18ff5b4c21de2427ffb419419b6541056ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=BEK_2016_185", "Checksum": "8f9f9a75375e009e60d6fa7d96a90b6b"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["BEK 2016 185"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer 13.04.2017 BEK 2016 185"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Schwytz  Beschwerdekammer"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Svitto  Beschwerdekammer"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Einstellung Strafverfahren (falsches ärztliches Zeugnis, Urkundenfälschung, falsches Gutachten, evtl. 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Betrug)\n(Beschwerde gegen die Verfügung der kantonalen Staatsanwaltschaft vom\n18. November 2016, SUB 2015 546);-\n\nhat die Beschwerdekammer,\nKantonsgericht Schwyz 2\n\nnachdem sich ergeben und in Erwägung:\n\n1. Die IV-Stelle Luzern beauftragte das Zentrum für interdisziplinarische\nmedizinische Begutachtung in D.________, A.________ interdisziplinär zu\nbegutachten (U-act. 8.1.02). Die Explorandin verzeigte im Oktober 2015 (U-\nact. 8.1.01 und 8.1.03) gestützt auf heimliche Diktaphonaufnahmen (U-\nact. 8.1.01B und C) und Audioprotokolle (U-act. 8.1.02 S. 72 ff.) Personen des\nZentrums wegen strafbarer Handlungen im Begutachtungsverfahren. Die kantonale Staatsanwaltschaft eröffnete gegen unbekannte Täterschaft eine Strafuntersuchung betreffend falsches ärztliches Zeugnis (Art. 318 StGB), eventuell Urkundenfälschung (Art. 251 StGB) oder falsches Gutachten (Art. 307\nStGB; U-act. 9.1.01). Sie liess sich die Patientenakten durch das Zentrum\nherausgeben (U-act. 5.1.001 f.; 18.1.001). Mit Verfügung vom 18. November\n2016 stellte sie die Strafuntersuchung betreffend die genannten Tatbestände\nsowie Betrug (Art. 146 StGB) ein. Die Privatklägerin erhob rechtzeitig Beschwerde beim Kantonsgericht und beantragt die Einstellungsverfügung aufzuheben sowie die Staatsanwaltschaft anzuweisen, die Strafuntersuchung\nweiterzuführen und anschliessend Anklage gegen die fehlbaren Personen zu\nerheben. Die Staatsanwaltschaft überwies die Akten und verzichtete auf Gegenbemerkungen (KG-act. 4). Am 31. Januar 2017 erklärte sie auf entsprechende Nachfrage der Verfahrensleitung, weshalb sie ein Verfahren gegen\neine unbekannte Täterschaft führte (KG-act. 10). Der Chefarzt des Zentrums\nbeantwortete die Beschwerde Mitte Februar 2017 (KG-act. 12), wozu die Beschwerdeführerin am 20. Februar 2017 unaufgefordert Stellung nahm (KGact. 14). Der Chefarzt liess die Stellungnahmen anderer mutmasslich beteiligter Medizinalpersonen im Original unterzeichnet nachreichen (KG-act. 16).\n\n2. Es ist offensichtlich, dass der Privatklägerin durch ein eventuell falsches\nGutachten direkte Nachteile, namentlich Einbussen von Renten drohen würden, weshalb sie beschwerdelegitimiert ist (Art. 382 StPO; BGer 1B_339/2016\nvom 17. November 2016 E. 2.1; vgl. auch EGV-SZ 2014 A 5.4 E. 3.b). Sie\nKantonsgericht Schwyz 3\n\nbeanstandet die Eröffnung und Einstellung einer Strafuntersuchung gegen\nunbekannte Täterschaft zu Recht nicht (vgl. Omlin, BSK, 22014, Art. 308 StPO\nN 18).\n\n3. Im Vorverfahren ist der Verdacht auf eine strafbare Handlung abzuklären. Es werden Erhebungen getätigt und Beweise gesammelt, um festzustellen, ob ein Strafbefehl zu erlassen, Anklage zu erheben oder das Verfahren einzustellen ist (Art. 299 Abs. 2 StPO). Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO\nverfügt die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens, wenn kein\nTatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt. Aus dieser Bestimmung\nund aus Art. 324 Abs. 1 StPO ergibt sich die Entscheidregel \"im Zweifel für\ndie Anklageerhebung\" bzw. \"in dubio pro duriore\", ausser es erwiese sich der\nTatverdacht nicht (mehr) als schlüssig, bestehe klare Straflosigkeit oder\nfehlten offensichtlich Prozessvoraussetzungen. Praktisch ist aber die\nEinstellung nicht auf Fälle beschränkt, die mit Sicherheit oder grösster\nWahrscheinlichkeit zum Freispruch führen (BGE 138 IV 86 = Pra 2012 Nr. 114\nE. 4.1.1). Nach stetiger kantonsgerichtlicher Praxis sind Fälle anzuklagen, in\nwelchen eine Verurteilung nicht als unwahrscheinlich ausgeschlossen werden\nkann (BEK 2015 79 vom 28. September 2015 E. 3 mit Hinweisen). Nach\ngrosszügigerer bundesgerichtlicher Formel ist die Anklage in der Regel\n(insbesondere bei schweren Delikten) erforderlich, wenn die\nWahrscheinlichkeit einer Verurteilung und eines Freispruchs in etwa gleich\nerscheint (BGE 138 IV 86 = Pra 2012 Nr. 114 E. 4.1.2; vgl. auch BGer\n1B_362/2016 vom 27. Februar 2017 E. 4.2). Die Staatsanwaltschaft verfügt\nbei der Beurteilung der Verurteilungswahrscheinlichkeit – also der\nWahrscheinlichkeit der Beweisbarkeit des allfälligen Anklagesachverhalts\n(dazu vgl. auch Grädel/Heiniger, BSK, 22014, Art. 319 StPO N 8) – über einen\nSpielraum, den das Bundesgericht mit Zurückhaltung überprüft (BGE 138 IV\n186 E. 4.1; zum Charakter des Grundsatzes „in dubio pro reo“ und zur heterogenen Praxis bezüglich der geforderten Verurteilungswahrscheinlichkeit vgl.\nauch Ackermann/Schödler, forumpoenale 1/2016, S. 35).\nKantonsgericht Schwyz 4\n\n"}