{"Signatur": "SZ_KG_003", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2018-07-09", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_003_STK-2017-40_2018-07-09.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "e4a7b699a09938491b3f79e977ea18ee"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_003_STK-2017-40_2018-07-09.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/STK_2017_40_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d252ddfdc477a4c67ab1770514d984b99aadb4dcb63d8b1929baac0b716820081113abc36b8570d67bee53f7264d7bb482ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d252ddfdc477a4c67ab1770514d984b99aadb4dcb63d8b1929baac0b716820081113abc36b8570d67bee53f7264d7bb482ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=STK_2017_40", "Checksum": "c32e6bb261d91878274b1fdfa7413b83"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["STK 2017 40"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht Strafkammer 09.07.2018 STK 2017 40"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht Strafkammer"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Schwytz  Strafkammer"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Svitto  Strafkammer"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "üble Nachrede (Art. 173 Ziff. 1 StGB) | Strafgesetzbuch"}], "ScrapyJob": "446973/54/2069", "Zeit UTC": "22.01.2026 22:28:27", "Checksum": "c8f870eae4b404d2be3163e69925f1cf", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Schwyz Kantonsgericht Strafkammer 09.07.2018 STK 2017 40\nRegeste:\nüble Nachrede (Art. 173 Ziff. 1 StGB) | Strafgesetzbuch\n\n Kantonsgericht Schwyz\n\nUrteil vom 9. Juli 2018\nSTK 2017 40\n\nMitwirkend Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin,\nKantonsrichter lic. iur. Walter Züger, Reto Fedrizzi,\nBettina Krienbühl und Dr. Stephan Zurfluh,\na.o. Gerichtsschreiberin MLaw Sonja Mango-Meier.\n\nIn Sachen A.________,\nBeschuldigter und Berufungsführer,\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________,\n\ngegen\n\n1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz, Postfach 1201, Archivgasse 1, 6431 Schwyz,\nAnklagebehörde und Berufungsgegnerin,\n2. C.________,\nPrivatkläger und Berufungsgegner,\n\nbetreffend üble Nachrede (Art. 173 Ziff. 1 StGB)\n(Berufung gegen das Urteil des Einzelrichters am Bezirksgericht G.________\nvom 19. Juni 2017, SEO 2016 31);-\n\nhat die Strafkammer,\nKantonsgericht Schwyz 2\n\nnachdem sich ergeben:\n\nA. A.________ (nachfolgend: Berufungsführer) hatte C.________ (nachfolgend: Berufungsgegner) auf Zahlung einer Forderung von Fr. 50‘000.00 nebst\n5% Zins seit 15. Februar 2008 betrieben (KG-act. 7/1 bzw. Vi-act. 39 Anhang\n1 [SEO 16 31], S. 2 und 4 f., 7, 9). Am 26. Juni 2013 erhob der Berufungsgegner im Verfahren ZGO 13 10 negative Feststellungsklage gegen den Berufungsführer (KG-act. 7/1 bzw. Vi-act. 39 Anhang 1 [SEO 16 31]). In der Klageantwort vom 8. September 2013 (U-act. 3.1.02 [SUO 2014 6]) machte der\nBerufungsführer Äusserungen, weswegen die Oberstaatsanwaltschaft des\nKantons Schwyz (nachfolgend: Berufungsgegnerin) gegen ihn eine Strafuntersuchung wegen Verleumdung evtl. übler Nachrede eröffnete (U-act. 9.1.03\n[SUO 2014 6]) und folgenden Strafbefehl vom 26. September 2016 erliess\n(U-act. 0.0.01 [SUO 2014 6]):\n\nA.________ machte sich strafbar\nder üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB\nbegangen dadurch, dass er\njemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigte\noder verdächtigte,\nbei folgendem Sachverhalt:\nAm 9. September 2013 versandte A.________ von H.________ aus ein\nan seinem Wohnort am F.________weg xx verfasstes, mit \"Klageantwort\nin Sachen ZGO 13 10\" betiteltes Schreiben, datierend vom 8. September\n2013, an das Bezirksgericht G.________. Das Schreiben ging am\n11. September 2013 beim Bezirksgericht G.________ ein, wurde von\nMitarbeitern des Gerichts gelesen und fand Eingang in die Akten des\nVerfahrens ZGO 13 10 des Bezirksgerichts G.________, welches von\nC.________, Staatsanwalt (früher: Untersuchungsrichter) als Kläger gegen A.________ als Beklagten anhängig gemacht worden war. ln der\nFolge gelangte das Schreiben vom Bezirksgericht G.________ via den\nRechtsvertreter von C.________ in diesem bezirksgerichtliehen Verfahren, Rechtsanwalt E.________, am 4. Oktober 2013 zu C.________.\nDas entsprechende Schreiben von A.________ enthält unter anderem\ndie folgenden Ausführungen, in welchen sich A.________ über\nC.________ − im Zusammenhang mit einer von diesem zuvor geführten\nStrafuntersuchung (Verfahren SUM 2011 786 der Staatsanwaltschaft\nKantonsgericht Schwyz 3\n\nG.________), an der sich A.________ als Privatkläger beteiligte und in\nwelcher C.________ einen Beweisantrag auf Einvernahme einer Zeugin\nablehnte − folgendermassen äusserte (zit.):\n- ''An statt der gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungsmaxime\nnachzukommen, hat der Kläger, ohne jemals die Zeugin gesehen zu\nhaben, vergleichbar mit der Au[s]schwitzrampe, die Zeugin von seinem Büropult aus selektioniert & in casu, singemäss als kriminelle\nHure, welche ohnehin keine verlässlichen & wahrheitsgetreuen Angaben machen werde, vorverurteilt.\"\n- \"Der Kläger hat vorsätzlich, grobfahrlässig, böswillig und aus rassistischen Gründen seine amtliche Stellung missbraucht.\"\n- \"Dem Kläger fehlen offensichtlich die charakterlichen Eigenschaften\nfür das Amt eines Untersuchungsrichters.\"\nMit diesen Formulierungen verletzte A.________ die Ehre bzw. den Ruf\nals ehrbarer Mensch von C.________ gegenüber Dritten, namentlich Mitarbeitern des Bezirksgerichts G.________ und Rechtsanwalt\nE.________, indem er C.________ in die Nähe der nationalsozialistischen Ideologie rückte bzw. die Art seiner Strafuntersuchungsführung auf\ndie gleiche Stufe wie die Verbrechen des NS-Regimes stellte (\"vergleichbar mit der Au[s]schwitzrampe\", \"selektioniert''), seine ethische Integrität\nin Abrede stellte (\"als kriminelle Hure […] vorverurteilte\", \"fehlen offensichtlich die charakterlichen Eigenschaften für das Amt eines Untersuchungsrichters) und ihm ein strafbares Verhalten, namentlich Amtsmissbrauch im Sinne von Art. 312 StGB, vorwarf (\"[...] vorsätzlich [...] böswillig\nund aus rassistischen Gründen seine amtliche Stellung missbraucht\").\nA.________ wusste oder hielt es zumindest für möglich, dass der Inhalt\nseines Schreibens die Ehre von C.________ verletzt und wollte, dass\ndas Schreiben von Drittpersonen, namentlich Mitarbeitern des Bezirksgerichts G.________ und Rechtsanwalt E.________, zur Kenntnis genommen wird.\n\nerkannt:\n\n"}