{"Signatur": "SZ_KG_003", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2016-12-13", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_003_STK-2016-27_2016-12-13.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "6e25ccddfe19ac0e3f312cc2e216a1de"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_003_STK-2016-27_2016-12-13.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/STK_2016_27_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d26258f2e24f53b98cb5df92f4036fdf7c47be264e6f888918eed06d5506801574b6ae8dcf7e5a73885588ae879fd3bed8ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d26258f2e24f53b98cb5df92f4036fdf7c47be264e6f888918eed06d5506801574b6ae8dcf7e5a73885588ae879fd3bed8ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=STK_2016_27", "Checksum": "42f3da7fc1ed8ad7723c02dadf6c6845"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["STK 2016 27"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht Strafkammer 13.12.2016 STK 2016 27"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht Strafkammer"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Schwytz  Strafkammer"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Svitto  Strafkammer"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Diebstahl (Art. 139 Ziff. 1 StGB); 2. 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Oktober 2011, 2C_257/2011, E. 6.7.3), müssen Einschränkungen von\nGrundrechten nach Art. 36 Abs. 2 und 3 BV durch ein öffentliches Interesse\ngerechtfertigt und verhältnismässig sein. Dies konkretisiert Art. 197 Abs. 1\nStPO (Urteil BGer vom 29. November 2016, 1B_26/2016, E. 4.2). Danach\nkönnen Zwangsmassnahmen nur ergriffen werden, wenn sie gesetzlich vorgesehen sind (lit. a), ein hinreichender Tatverdacht vorliegt (lit. b), die damit\nangestrebten Ziele nicht durch mildere Massnahmen erreicht werden können\n(lit. c; sog. Erforderlichkeit/Subsidiarität) und die Bedeutung der Straftat die\nZwangsmassnahme rechtfertigt (lit. d, sog. Verhältnismässigkeit; BGE 141 IV\n87, E. 1.3.1; zum Ganzen: Urteil BGer vom 23. Juni 2016, 6B_1100/2015,\nE. 1.3). Der Verdacht einer Straftat ist ausreichend. Zu prüfen ist, ob genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung der beschuldigten Person an dieser Tat vorliegen (Hug/Scheidegger, in: Donatsch/Hansakob/Lieber, StPO Komm., Art. 197 N 5 f.). Die Massnahme darf\nsodann nicht weiter gehen, als es das öffentliche Interesse erfordert (mildeste\nMassnahme). Erforderlich ist eine Zwangsmassnahme, wenn sie in zeitlicher,\nräumlicher, sachlicher und personeller Hinsicht das Notwendige nicht überschreitet (BSK StPO-Weber, Art. 197 N 9). Schliesslich muss die Zwangsmassnahme verhältnismässig, d.h. angemessen bzw. zumutbar sein. Die Zumutbarkeit erschliesst sich über eine Abwägung der öffentlichen (Strafverfol-\ngungs-)Interessen gegen die Beeinträchtigung der individuellen Grundrechte\ndes von der Zwangsmassnahme Betroffenen (BSK StPO-Weber, Art. 197\nN 11). Eingriffszweck und Eingriffswirkung der Zwangsmassnahme müssen\nKantonsgericht Schwyz 7\n\nsomit in einem vernünftigen Verhältnis stehen (Hug/Scheidegger, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, StPO Komm., Art. 197 N 20; BGE 133 I 81).\n\nb) Bei der erkennungsdienstlichen Erfassung werden die Körpermerkmale\neiner Person festgestellt und Abdrücke von Körperteilen genommen (Art. 260\nAbs. 1 StPO), folglich eine gesetzliche Grundlage für die Abnahme der Fingerabdrücke des Beschuldigten bestand. Zuständig für die Anordnung der\nerkennungsdienstlichen Erfassung sind sodann die Polizei, die Staatsanwaltschaft und die Gerichte, in dringenden Fällen ihre Verfahrensleitung (Art. 260\nAbs. 2 StPO). Die erkennungsdienstliche Erfassung wird in einem schriftlichen, kurz begründeten Befehl angeordnet (Art. 260 Abs. 3 StPO). Im Verfahren betreffend Raufhandel (etc.) ordnete die Kantonspolizei Schwyz die erkennungsdienstliche Erfassung des Beschuldigten (inklusive Wangenschleimhautabstrich) mit Befehl vom 6. September 2011 an (beigezogene Akten,\nSUM 2011 2015-2018, U-act. 8.1.10). Diese war hierzu gestützt auf Art. 260\nAbs. 2 StPO zuständig, wobei die formellen Anforderungen von Art. 260\nAbs. 3 StPO eingehalten wurden. Die erkennungsdienstliche Erfassung wurde\ngleichentags durch den Kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei vollzogen (U-act. 8.1.13, SUM 2011 2015-2018). Ein hinreichender Tatverdacht lag\nvor (vgl. E. 3.c nachfolgend).\n\nc) Ziel der erkennungsdienstlichen Erfassung ist insbesondere die Feststellung der Identität einer Person sowie die Schaffung von Vergleichsmaterial bei\nder Auswertung von Spuren (Hansjakob, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber,\nStPO Komm., Art. 260 N 1). Eine erkennungsdienstliche Erfassung ist nach\nder bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch zulässig, wenn sie nicht für die\nAbklärung der Straftat erforderlich ist, derer eine Person im hängigen Strafverfahren beschuldigt wird. Damit diese Zwangsmassnahme verhältnismässig ist,\nmüssen erhebliche und konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die beschuldigte Person in andere – bereits begangene oder künftige – Delikte von\nKantonsgericht Schwyz 8\n\ngewisser Schwere verwickelt sein könnte (Urteil BGer vom 23. Juni 2016,\n6B_1100/2015, E. 1.3 mit Hinweisen).\n\naa) Der Vorfall, der zur erkennungsdienstlichen Erfassung des Beschuldigten führte, ereignete sich am 27. August 2011, ca. um 03:45 Uhr. Im Befehl\nzur erkennungsdienstlichen Erfassung vom 6. September 2011 wurde als Erfassungsgrund angegeben, dass die Person eines Verbrechens oder Vergehens – i.c. „Schlägerei in Bar“ – beschuldigt werde (U-act. 8.1.10, SUM 2011\n2015-2018). Als Straftatbestände wurden Raufhandel, Angriff und Körperverletzung aufgeführt. Zu diesem Zeitpunkt verfügte die Untersuchungsbehörde\nüber den Strafantrag von F.________ vom 30. August 2011 (U-act. 3.1.01,\nSUM 2011 2015-2018), die polizeiliche Einvernahme von F.________ vom\n30. August 2011 (U-act. 8.1.03, SUM 2011 2015-2018) sowie über die polizeilichen Einvernahmen folgender Auskunftspersonen: G.________ (U-\nact. 8.1.24, SUM 2011 2015-2018), I.________ (U-act. 8.1.25, SUM 2011\n2015-2018), je vom 30. August 2011; J.________ (U-act. 8.1.26, SUM 2011\n2015-2018), K.________ (U-act. 8.1.27, SUM 2011 2015-2018), L.________\n(U-act. 8.1.28, SUM 2011 2015-2018) und M.________ (U-act. 8.1.30,\nSUM 2011 2015-2018), je vom 31. August 2011; N.________ vom 1. September 2011 (U-act. 8.1.29, SUM 2011 2015-2018).\n\n"}