{"Signatur": "SZ_KG_002", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2017-12-18", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-55_2017-12-18.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "6909f00d9ebe4371a7b1b68401cbbb27"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-55_2017-12-18.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK2_2017_55_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2e6949603853d25c9610ac04c33102f7f31d091572fb54091e822e968ff51d0ab576a2f0e8e62425fafce0b971b52f8eeea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2e6949603853d25c9610ac04c33102f7f31d091572fb54091e822e968ff51d0ab576a2f0e8e62425fafce0b971b52f8eeea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK2_2017_55", "Checksum": "1b322c4914684b4cc28db7acaa4d8bba"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK2 2017 55"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 2. Zivilkammer 18.12.2017 ZK2 2017 55"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 2. Zivilkammer"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Schwytz  2. Zivilkammer"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Svitto  2. Zivilkammer"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Willensvollstreckung | Erbrecht"}], "ScrapyJob": "446973/54/2069", "Zeit UTC": "22.01.2026 22:30:23", "Checksum": "7877f9de88870fe535bc62c186ed00cb", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Schwyz Kantonsgericht 2. Zivilkammer 18.12.2017 ZK2 2017 55\nRegeste:\nWillensvollstreckung | Erbrecht\n\nschwerdeführerin auf den Standpunkt, die Aufsichtsbehörde habe nach Doktrin und Praxis sehr wohl die Befugnis zur Feststellung des Endes der Willensvollstreckung und sie, die Beschwerdeführerin, verweist auf ihre Literaturangabe in der Aufsichtsbeschwerde vom 14. Dezember 2016 (Vi-act. A.I,\nZiff. III.4.a). Eine solche Feststellung sei nötig, weil die H.________ (Bank)\nnach wie vor keine Verfügungen über die Vermögenswerte des Erblassers\ndurch sie akzeptiere. Die Beschwerdeführerin beruft sich auf die Lehrmeinung\nvon Brückner/Weibel (Brückner/Weibel, Die erbrechtlichen Klagen, Basel\n2012, N 309), wonach das Gericht zur Feststellung der Beendigung der Willensvollstreckung befugt sei.\n\na) Gegenstand einer Aufsichtsbeschwerde ist nur das formelle Vorgehen\ndes Willensvollstreckers, bspw. die Überprüfung von Kompetenzüberschreitungen, Pflichtverletzungen einschliesslich Mangel an Initiative, Untätigkeit\nund Unfähigkeit, Unangemessenheit einer Massnahme sowie Verletzung der\nInteressen der am Nachlass Beteiligten (Künzle, in: Hausheer/Walter [Hrsg.],\na.a.O., N 523 ff. zu Art. 517-518 ZGB; Karrer/Vogt/Leu, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], a.a.O., N 22 zu Art. 595 ZGB). Über materielle\nRechtsfragen, die ein streitiges zivilrechtliches Verhältnis in endgültiger und\ndauernder Weise regeln, kann nur das ordentliche Zivilgericht entscheiden\n(Künzle, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], a.a.O., N 523 zu Art. 517-518 ZGB; Karrer/Vogt/Leu, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], a.a.O., N 22 zu Art. 595 ZGB;\nDruey, Grundriss des Erbrechts, 5. A., Bern 2002, § 14 N 50; BGE 48 II 308,\nE. 1; BGE 130 III 97, E. 3.3).\n\nb) In einem Entscheid vom 9. Juli 2013 erklärte das Bundesgericht, die\nAbsetzung eines Willensvollstreckers stelle eine disziplinarische Massnahme\ndar, wohingegen die Feststellung des Bestands des Willensvollstreckermandats eine materielle Rechtsfrage sei, die vom Zivilrichter etwa aufgrund der\nGültigkeit der letztwilligen Verfügung beantwortet werde (BGer, Urteil\n5A_195/2013 vom 9. Juli 2013, E. 2.2.6.). Das Bundesgericht liess die Frage,\nKantonsgericht Schwyz 8\n\nob ein Feststellungsbegehren betr. Beendigung des Mandats des Willensvollstreckers in jedem Fall und losgelöst vom konkreten Konflikt von der Aufsichtsbehörde statt vom Zivilrichter zu beurteilen sei, im erwähnten Entscheid\njedoch offen (BGer, Urteil 5A_195/2013 vom 9. Juli 2013, E. 2.2.6.). Stimmen\nin der Literatur bejahen die Befugnis der Aufsichtsbehörde zur Feststellung\nder Beendigung der Willensvollstreckung, unter Verweis u.a. auf ein Urteil des\nKantonsgerichts Graubünden vom 19. Januar 2004 (Christ/Eichner, in:\nAbt/Weibel [Hrsg.], a.a.O., N 97 zu Art. 518 ZGB; Künzle, in: Hausheer/Walter\n[Hrsg.], a.a.O., N 381 zu Art. 517-518 ZGB; Brückner/Weibel, a.a.O., N 309).\nIn diesem Urteil hatte das Kantonsgericht Graubünden (PKG 2003 Nr. 34)\ndarüber zu entscheiden, ob die Vorinstanz als Aufsichtsbehörde die Beendigung der Willensvollstreckung zu Recht festgestellt habe. Es stützte den Entscheid der Vorinstanz in Erwägung, dass der Willensvollstrecker sein Amt\nwährend zehn Jahren nach der Erbteilung fortgeführt habe, obwohl das Mandat materiell abgeschlossen gewesen wäre. Diese übermässig lange Fortführung qualifizierte das Kantonsgericht als objektiv krasses Fehlverhalten im\nSinne einer Unterlassung. Wenn sogar eine ausserordentliche Beendigung\ndes Willensvollstreckungsmandats durch einen Gestaltungsentscheid der Aufsichtsbehörde mittels Absetzung des Willensvollstreckers möglich sei, so\nmüsse im selben Verfahren die Feststellung der ordentlichen Beendigung\ndurch Auftragserfüllung umso mehr zulässig sein (PKG 2003 Nr. 34, S. 176 f.).\n\nDem Urteil des Kantonsgerichts Graubünden lagen insofern besondere Verhältnisse zugrunde, als der Willensvollstrecker das Verfahren trotz materieller\nBeendigung ausserordentlich lange fortführte und deshalb wohl auch eine\n(disziplinarische) Absetzung zulässig gewesen wäre. Das Kantonsgericht\nGraubünden hielt denn auch fest, es sei im Übrigen „zweifelhaft, ob man es im\nvorliegenden Fall mit einer Absetzung im eigentlichen Sinne zu tun hat“\n(a.a.O., S. 176). Das Urteil lässt sich deshalb nicht generalisieren und an der\nRechtsprechung des Bundesgerichts, wonach es sich bei der Feststellung der\nBeendigung des Mandats des Willensvollstreckers um eine materielle Rechts-\nKantonsgericht Schwyz 9\n\nfrage handle, die vom Zivilrichter zu entscheiden sei, ist grundsätzlich festzuhalten (s. oben, BGer, Urteil 5A_195/2013 vom 9. Juli 2013, E. 2.2.6).\n\n"}