{"Signatur": "SZ_KG_002", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2018-04-10", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-43_2018-04-10.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "7459ac6d93d272839c21b3a79dbd9866"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-43_2018-04-10.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK2_2017_43_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2e50b65f0dcd25e3abd79c30aac209eeb2d4595df8f2fe916fd4f9cd47a6a86368bf1e8d53efc8bcdd0be383ca1228a45ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2e50b65f0dcd25e3abd79c30aac209eeb2d4595df8f2fe916fd4f9cd47a6a86368bf1e8d53efc8bcdd0be383ca1228a45ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK2_2017_43", "Checksum": "f5586ad865828a8739b44bb39ca3ae69"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK2 2017 43"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 2. 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Dezember 2011 E. 1.1\nund 5A_725/2012 vom 18. Februar 2013, E. 1). Vom Massnahmerichter\nangeordnete Massnahmen (ob originär oder in Abänderung eines Eheschutzentscheids) bleiben – vorbehältlich einer weiteren Abänderung – bis zur\nrechtskräftigen Scheidung in Kraft (Zogg, „Vorsorglich“ Unterhaltszahlungen\nim Familienrecht, in: FamPra 1/2018, S. 59).\n\nb) Für Massnahmen des Scheidungs- und des Eheschutzgerichts gelten im\nGrundsatz dieselben Regeln (BGE 130 III 537 E. 3.2, S. 541). Für vorsorgliche\nMassnahmen im Scheidungsverfahren sind sowohl die materiellen als auch\ndie verfahrensrechtlichen Bestimmungen über den Eheschutz sinngemäss\nanwendbar (Art. 276 Abs. 1 ZPO). Es gilt demnach das summarische Verfahren (vgl. Art. 271 ZPO) unter Einbezug von Art. 272 und Art. 273 ZPO (Dolge,\na.a.O., N 15 zu Art. 276 ZPO; van de Graaf, in: Oberhammer/Domej/Haas,\nSchweizerische Zivilprozessordnung, Kurzkommentar, 2. A. 2014, N 3 zu\nArt. 276 ZPO).\n\nc) Das Scheidungsgericht kann die vom Eheschutzgericht angeordneten\nMassnahmen abändern, wenn glaubhaft gemacht wird, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seither wesentlich und dauerhaft veränderten oder wenn\ndas Gericht die Verhältnisse unzutreffend würdigte bzw. der frühere Entscheid\nauf unzutreffenden Voraussetzungen beruhte (vgl. Art. 179 ZGB; Dolge,\na.a.O., N 18 zu Art. 276 ZPO; Leuenberger, in: Schwenzer, Familienkommentar Scheidung, Bd. II, 3. A. 2017, N 14 zu Anh. ZPO Art. 276; vgl. auch Sutter-\nSomm/Stanischewski, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, N 34 zu Art. 276\nZPO).\nKantonsgericht Schwyz 10\n\n2. Gestützt auf Ziffer 7 der Eheschutzkonvention vom 20./21. Januar 2009,\nwelche vom Einzelrichter mit Verfügung vom 22. Januar 2009 genehmigt wurde, ist der Gesuchsteller verpflichtet, C.________ monatlich einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 500.00 zu bezahlen (SV 08 168). Der Vorderrichter hob diese\nUnterhaltspflicht mit angefochtener Verfügung per 22. Dezember 2016 auf,\nwas seitens der Gesuchsgegnerin nicht angefochten wurde. Der Gesuchsteller ersucht indessen um rückwirkende Aufhebung seiner Unterhaltspflicht bereits ab 1. August 2010, eventualiter ab 1. Januar 2016.\n\na) Das vorliegend zu beurteilende Abänderungsgesuch datiert vom 22. Dezember 2016, zu welchem Zeitpunkt das Scheidungsverfahren noch beim\nEinzelrichter anhängig war. Mit Scheidungsurteil vom 30. Dezember 2016\nwurde der Gesuchsteller nicht zur Leistung eines Kinderunterhaltsbeitrags\nverpflichtet. Eine Abänderung der Unterhaltsregelung wirkt grundsätzlich nur\nfür die Zukunft. Im Einzelfall kann aus Billigkeitserwägungen von diesem\nGrundsatz abgewichen werden, wobei eine Abänderung frühestens auf den\nZeitpunkt der Einreichung des Abänderungsbegehrens zurückwirken kann\n(van de Graaf, a.a.O., N 5 zu Art. 276 ZPO; Six, a.a.O., N 4.09; Vetterli, in:\nSchwenzer, Familienkommentar Scheidung, Bd. I, 3. A. 2017, N 4 zu Art. 179\nZGB; Isenring/Kessler, Basler Kommentar, 5. A. 2014, N 8 zu Art. 179 ZGB;\nSutter-Somm/Stanischewski, a.a.O., N 35 zu Art. 276 ZPO; Leuenberger,\na.a.O., N 14 zu Anh. ZPO Art. 276; BGer, Urteil 5P.385/2004 vom 23. November 2004 E. 1.1). Eine noch weitergehende Rückwirkung kommt nur bei Vorliegen ausserordentlicher bzw. schwerwiegender Gründe und Gerechtigkeitsüberlegungen in Betracht (van de Graaf, a.a.O., N 5 zu Art. 276 ZPO; Vetterli,\na.a.O., N 4 zu Art. 179 ZGB; Sutter-Somm/Stanischewski, a.a.O., N 25 zu\nArt. 276 ZPO; Leuenberger, a.a.O., N 14 zu Anh. ZPO Art. 276; Bühler/Spühler, Berner Kommentar 1980, N 126 und 445 zu aArt. 145 ZGB; bejahend BGer, Urteil 5A_597/2013 vom 4. März 2014 E. 3.1 = FamPra 3/2014 S.\n728; erwägend BGE 111 II 103 E. 4, S. 107, und BGer, Urteil 5A_341/2007\nvom 5. Oktober 2007 E. 3; verneinend BGer, Urteil 5P.385/2004 vom 23. No-\nKantonsgericht Schwyz 11\n\nvember 2004 E. 1.1; a.A. Isenring/Kessler, a.a.O., N 8 zu Art. 179 ZGB). Ein\nsolcher Grund kann beispielsweise bei unbekanntem Aufenthalt oder Landesabwesenheit des Unterhaltspflichtigen, treuwidrigem Verhalten einer Partei –\nz.B. wenn ein Ehegatte durch unwahre Angaben oder missbräuchliches Verhalten die Unterhaltsberechnung massgeblich beeinflusst hat und dieser Umstand dem Richter nicht bekannt war − oder schwerer Krankheit des Berechtigten gegeben sein (Six, a.a.O. Rz 4.09; BGer, Urteil 5A_597/2013 vom 4.\nMärz 2014 E. 3.1 = FamPra 3/2014 S. 728; vgl. auch BGE 111 II 103 E. 4, S.\n107, und BGer, Urteil 5A_341/2007 vom 5. Oktober 2007 E. 3; Bühler/Spühler,\na.a.O., N 126 und 445 zu aArt. 145 ZGB). Art. 279 Abs. 1 ZGB sieht explizit\nvor, dass das Kind nicht nur für die Zukunft, sondern auch für das Jahr vor\nKlageanhebung auf Leistung eines Unterhalts klagen kann. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist den Interessen des Unterhaltsschuldners\nindessen Genüge getan, wenn die Abänderung frühestens ab dem Zeitpunkt\nder Klageeinreichung wirkt (BGE 127 III 503 E. 3b/aa, S. 505, siehe auch\nHausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. A. 2010, N 9.58 ff.).\n\n"}