{"Signatur": "SZ_KG_002", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2017-08-16", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-35_2017-08-16.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "a76c8c2bf6c9cdfc2fdfeb609baedd0f"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-35_2017-08-16.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK2_2017_35_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d20b67746fc1b75291f03bd4bf223a9669459de006dd4d542498c0fb27270ddd121cc2f0133875dbd7155c3d28da6b8091ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d20b67746fc1b75291f03bd4bf223a9669459de006dd4d542498c0fb27270ddd121cc2f0133875dbd7155c3d28da6b8091ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK2_2017_35", "Checksum": "ecc6e361e09af6f9cca056cdd75c79b7"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK2 2017 35"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 2. 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April 2017 aufzuheben und es sei dem\nBerufungsbeklagten in Feststellung, dass das Pachtverhältnis zwischen\nder Berufungsklägerin und dem Berufungsbeklagten betreffend das\nlandwirtschaftliche Gewerbe F.________, umfassend die Grundstücke\nGB I.________ Nr. aaa, Nr. bbb, Nr. ccc und Nr. ddd, per 30. August\n2016 endete, richterlich zu befehlen, das frühere Pachtobjekt innert zehn\nTagen seit Eintritt der Rechtskraft des Urteils ordnungsgemäss zu räumen.\n\nFür den Fall, dass der Berufungskläger das landwirtschaftliche Gewerbe\nF.________, umfassend die Grundstücke GB I.________ Nr. aaa,\nNr. bbb, Nr. ccc und Nr. ddd nicht innert zehn Tagen seit Eintritt der\nRechtskraft des Räumungsbefehls verlässt, seien dem Berufungsbeklagten folgende indirekten Zwangsmassnahmen anzudrohen:\n\n1. Die Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB;\n2. Eine Ordnungsbusse von CHF 1‘000.00 für jeden Tag der Nichterfüllung;\n3. Den umgehenden polizeilichen Vollzug.\n\nEs sei die zuständige Polizeibehörde im Sinne von Art. 236 Abs. 3 i.V.m.\nArt. 337 Abs. 1 ZPO zu beauftragen, die Grundstücke GB I.________\nNr. aaa, Nr. bbb, Nr. ccc und Nr. ddd auf Vorlage des rechtskraftbescheinigten Urteils hin umgehend zwangsweise zu räumen, soweit der Berufungsbeklagte diese Grundstücke nicht innert zehn Tagen seit Eintritt der\nRechtskraft des Räumungsbefehls verlassen hat.\n\n2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten des\nBerufungsbeklagten.\n\nIm Rahmen ihres Aktenüberweisungsschreibens vom 2. Mai 2017 beantragte\ndie Vorinstanz, die Berufung sei abzuweisen (KG-act. 5). Am 12. Mai 2017\nreichte der Berufungsgegner seine Berufungsantwort ein und forderte die Abweisung der Berufung unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der\nBerufungsführerin (KG-act. 7). Am 20. Juni 2017 machte die Berufungsführerin eine unaufgeforderte Eingabe (KG-act. 15). Zu diesem Schreiben äusserte\nKantonsgericht Schwyz 5\n\nsich der Berufungsgegner am 12. Juli 2017 innert erstreckter Frist (KGact. 18).\n\n2. Die Berufungsführerin verlangte mit ihrem Ausweisungsgesuch vom\n11. Oktober 2016 die Gewährung von Rechtsschutz in klaren Fällen (Vi-act. 1)\nund macht in ihrer Berufung geltend, die Vorinstanz habe Art. 257 ZPO unrichtig angewendet sowie den Sachverhalt und die Rechtslage falsch beurteilt\n(KG-act. 1).\n\na) Art. 257 Abs. 1 ZPO sieht unter dem Titel \"Rechtsschutz in klaren Fällen\" vor, dass das Gericht Rechtsschutz im summarischen Verfahren gewährt,\nwenn zum einen der Sachverhalt unbestritten oder sofort beweisbar (lit. a) und\nzum anderen (kumulativ) die Rechtslage klar ist (lit. b).\n\naa) Der Sachverhalt ist unbestritten, wenn der Gesuchsgegner den rechtlich\nrelevanten Sachverhalt anerkennt, ihn nicht bestreitet oder ihn nicht substantiiert bestreitet (Hofmann, in: Spühler/Tenchio/Infanger, Basler Kommentar,\nSchweizerische Zivilprozessordnung, 3. A., Basel 2017, N 10 zu Art. 257\nZPO). Sofort beweisbar ist ein Sachverhalt im Sinne von Art. 257 Abs. 1 lit. a\nZPO, wenn er ohne zeitliche Verzögerung und ohne besonderen Aufwand\nnachgewiesen werden kann. Der Beweis ist in der Regel durch Urkunden zu\nerbringen (BGE 138 III 123 E. 2.1.1). Der Kläger hat den vollen Beweis der\nanspruchsbegründenden Tatsachen zu erbringen, so dass klare Verhältnisse\nherrschen; blosses Glaubhaftmachen genügt für die Geltendmachung des\nAnspruchs nicht (BGE 138 III 620 E. 5.1.1; Hofmann, a.a.O., N 10b zu\nArt. 257 ZPO). Können Zweifel am Sachverhalt mit den verfügbaren Beweismitteln nicht sofort aus der Welt geräumt werden, bleibt der Rechtsschutz in\nklaren Fällen aus (Göksu, in: Brunner/Gasser/Schwander, Schweizerische\nZivilprozessordnung Kommentar, 2. A., Zürich 2016, Art. 197-408 ZPO, N 7 zu\nArt. 257 ZPO; Urteil des Kantonsgerichts Schwyz, ZK2 2014 83 vom 6. Juli\n2015, E. 3.aa). Es genügt, wenn der Gesuchsgegner substantiierte und\nKantonsgericht Schwyz 6\n\nschlüssige Einwendungen vorträgt, die in tatsächlicher Hinsicht nicht sofort\nwiderlegt werden können und die geeignet sind, die bereits gebildete richterliche Überzeugung zu erschüttern (BGE 138 III 620 E. 5.1.1; Hofmann, a.a.O.,\nN 10c zu Art. 257 ZPO). Offensichtlich unbegründete oder haltlose Einwendungen, über die sofort entschieden werden kann, reichen demgemäss nicht\naus (sog. „Schutzbehauptungen“, BGE 138 III 620 E. 5.1.1; Sutter-Somm/Lötscher, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO), 3. A., Basel 2016, N 7 zu Art. 257 ZPO).\n\nbb) Eine klare Rechtslage liegt vor, wenn sich die Rechtsfolge bei der Anwendung des Gesetzes unter Berücksichtigung der Lehre und Rechtsprechung ohne Weiteres ergibt und damit die Rechtsanwendung zu einem eindeutigen Ergebnis führt (Hofmann, a.a.O., N 11 zu Art. 257 ZPO). Dies ist\nnicht der Fall, wenn die Anwendung einer Norm einen Ermessens- oder Billigkeitsentscheid erfordert (BGE 138 III 123 E. 2.1.2). Kein klares Recht liegt\ninsbesondere vor, wenn Verträge der Auslegung bedürfen (siehe Hofmann,\na.a.O., N 11a zu Art. 257 ZPO).\n\n"}