{"Signatur": "SZ_KG_002", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2017-03-09", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-2_2017-03-09.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "aec851180f97f38b5e4595539093c71e"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-2_2017-03-09.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK2_2017_2_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2d4859dad322db5521b02a633d8f52f8c7c31cc5fc06f39b5274ea1e329f5f0cae26305290633713b330e85912531d412ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2d4859dad322db5521b02a633d8f52f8c7c31cc5fc06f39b5274ea1e329f5f0cae26305290633713b330e85912531d412ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK2_2017_2", "Checksum": "75acbd076b90b93a95994c834355ece2"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK2 2017 2"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 2. Zivilkammer 09.03.2017 ZK2 2017 2"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 2. Zivilkammer"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Schwytz  2. Zivilkammer"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Svitto  2. Zivilkammer"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Eheschutz / vorsorgliche Massnahmen (Ehefrau- und Kinderunterhalt) | Vors. Massnahmen Scheidung"}], "ScrapyJob": "446973/54/2069", "Zeit UTC": "22.01.2026 22:31:34", "Checksum": "3ddf047c4e197fce5fbfcfe388d1799a", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Schwyz Kantonsgericht 2. Zivilkammer 09.03.2017 ZK2 2017 2\nRegeste:\nEheschutz / vorsorgliche Massnahmen (Ehefrau- und Kinderunterhalt) | Vors. Massnahmen Scheidung\n\nrechneten Überschuss im Verhältnis von 60 zu 40 Prozent auf die Ehegatten\nverteilt, ohne irgendwelche Abzüge, und gestützt darauf die gegenseitigen\nvollen Unterhaltsbeiträge errechnet (E. 5.3 ff.). Dies entspricht den Grundsätzen für die Unterhaltsberechnung im Eheschutz und in vorsorglichen Massnahmen der Ehescheidung (Hausheer/Geiser/Aebi-Müller, a.a.O., S. 92 Rz.\n08.17; Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Auflage, S. 55\nff. Rz. 02.27 ff). Den Parteien ist somit trotz der vorerwähnten, teilweise unzutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im Ergebnis insoweit kein Nachteil\nentstanden.\n\n5. a) Im Eheschutzverfahren sind die erheblichen Tatsachen lediglich\nglaubhaft zu machen (Sutter-Somm/Hostetter, in: Sutter-Somm/ Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 12 zu Art. 271 ZPO und N 10 zu Art. 273 ZPO;\nSiehr/Bähler, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung,\n2. Auflage, N 1a zu Art. 271 ZPO; Pfänder Baumann, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. Auflage 2016, N 10 zu Art. 273 ZPO). Gleiches gilt aufgrund des\ngesetzlichen Verweises auch für vorsorgliche Massnahmen im Scheidungsverfahren (Art. 276 Abs. 1 ZPO). Das Gericht stellt den Sachverhalt sodann\nvon Amtes wegen fest (Art. 272 ZPO). Es gilt die sog. beschränkte Untersuchungsmaxime. Das Gericht hat die Parteien bei der Sammlung des Prozessstoffes insbesondere durch geeignete Fragen und die Aufforderung zur Einreichung fehlender Beweisunterlagen zu unterstützen (Annette Spycher, a.a.O.,\nN 3+5 zu Art. 272 ZPO; Sutter-Somm/Hostetter, a.a.O., N 14 zu Art. 272\nZPO). Demgegenüber hat das Gericht in den Kinderbelangen gestützt auf\nArt. 296 ZPO den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen und entscheidet ohne Bindung an die Parteianträge (Art. 296 Abs. 3 ZPO). Es gilt die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime, wonach das Gericht alle Tatsachen,\ndie für die Anordnung über die Kinder von Bedeutung sind, von Amtes wegen\nzu ermitteln sowie frei zu würdigen hat, und es auch bei Fehlen eines Partei-\nKantonsgericht Schwyz 12\n\nantrags verpflichtet ist, von sich aus alle nötigen Abklärungen zu treffen und\nBeweise abzunehmen. Allerdings ist auch diese Untersuchungsmaxime nicht\nunbegrenzt. Auch hier ist es aufgrund der Mitwirkungspflicht primär Sache der\nParteien, den Prozessstoff zu sammeln, und sie sind nicht davon entbunden,\nBeweisanträge zu stellen und Beweismittel einzureichen (Schweighauser, in:\nSutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., N 8 ff. zu Art. 296\nZPO; Steck, in: Basler Kommentar, 2. Auflage, N 12 ff. zu Art. 296 ZPO; Annette Spycher, a.a.O., N 5 ff. zu Art. 296 ZPO). Ist im Eheschutzverfahren neben dem Ehegatten- auch Kindesunterhalt festzusetzen, ist die finanzielle\nLeistungsfähigkeit des Schuldners insgesamt nach der (uneingeschränkten)\nUntersuchungsmaxime abzuklären (BGer, Urteil 5P.252/2005 vom 4. August\n2005 E. 2.3; Schwander, in: Basler Kommentar, 5. Auflage, N 5 zu Art. 176\nZGB), wobei die Untersuchungsmaxime nicht nur zugunsten des Kindes, sondern auch des Unterhaltspflichtigen gilt (BGE 128 III 411 E. 3.2.1 S. 414 = Pra\n2003 Nr. 5; SJZ 77/1981 Nr. 22, S. 111).\n\nGemäss Art. 273 ZPO führt das Gericht in den eherechtlichen Summarverfahren eine mündliche Verhandlung durch. Die Parteien müssen persönlich vor\nGericht erscheinen und das Gericht versucht, zwischen den Parteien eine Einigung herbeizuführen. Das Bundesgericht hat bereits im Jahre 2001 unter\nder Herrschaft des kantonalen Prozessrechts bezüglich eines Falles aus dem\nKanton Schwyz festgehalten, dass mit der Aufgabe der Vermittlung und Versöhnung eine mündliche Anhörung notwendig verbunden sei. Im Allgemeinen\nbedürfe schliesslich ebenso die Klärung des Sachverhalts für die Anordnung\nder verschiedenen Eheschutzmassnahmen der Befragung der Parteien (Urteil\nBGer 5P.186/2001 vom 24. Juli 2001). Sind Anordnungen über ein Kind zu\ntreffen, so schreibt Art. 297 Abs. 1 ZPO die persönliche Anhörung der Eltern\nnun explizit vor, also namentlich wenn die elterliche Obhut, der persönliche\nVerkehr oder der Kinderunterhalt zu regeln sind (Annette Spycher, a.a.O., N 8\nzu Art. 297 ZPO; vgl. auch Beschluss LE130059 des Obergerichts des Kantons Zürich vom 12. Februar 2014). Die Anhörung findet in der Regel an der\nKantonsgericht Schwyz 13\n\nmündlichen Verhandlung und vor der Anhörung der Kinder statt (Steck, a.a.O.,\nN 10 f. zu Art. 297 ZPO; Annette Spycher, a.a.O., N 9 zu Art. 297 ZPO). Die\nAnhörung eines Elternteils darf nur bei Unmöglichkeit wie unbekanntem Aufenthalt, Urteilunfähigkeit, Krankheit etc. unterbleiben (Annette Spycher, a.a.O.,\nN 10 zu Art. 297 ZPO; Steck, a.a.O., N 12 zu Art. 297 ZPO). Eine Missachtung von Art. 297 Abs. 1 ZPO stellt eine Verletzung von Bundesrecht dar, welche eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts i.S.v. Art. 310 lit. b ZPO zur\nFolge haben kann (Steck, a.a.O., N 15 zu Art. 297 ZPO sowie N 33 und 41 zu\nArt. 296 ZPO; Bühler/Spühler, Berner Kommentar, 1980, N 46 zu Art. 156\naZGB; zum Ganzen: Beschluss KGer vom 24. August 2015, ZK2 2014 73,\nE. 3c).\n\n"}