{"Signatur": "SZ_KG_002", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2017-03-09", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-2_2017-03-09.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "aec851180f97f38b5e4595539093c71e"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-2_2017-03-09.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK2_2017_2_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2d4859dad322db5521b02a633d8f52f8c7c31cc5fc06f39b5274ea1e329f5f0cae26305290633713b330e85912531d412ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2d4859dad322db5521b02a633d8f52f8c7c31cc5fc06f39b5274ea1e329f5f0cae26305290633713b330e85912531d412ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK2_2017_2", "Checksum": "75acbd076b90b93a95994c834355ece2"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK2 2017 2"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 2. 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Vor Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens obliegt die vorübergehende und autoritative Regelung einzelner Aspekte der Beziehung der\nEhegatten dem Eheschutzgericht (Art. 172 ff. ZGB). Ob in einem solchen\nEheschutzverfahren auch vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 276\nZPO angeordnet werden können, ist umstritten und vom Bundesgericht bis\nanhin unter Willküraspekten offen gelassen worden (vgl. Sutter-Somm/\nStanischewski, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 6 zu Art. 276 ZPO,\nunter Verweis auf BGer 5A.870/2013, E. 5; Hausheer/Geiser/Aebi-Müller, Das\nFamilienrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 5. Auflage, S. 139 Rz\n09.71, unter Verweis auf Bger 5A/212/2012). Im Urteil 5A_870/2013 vom\n28. Oktober 2014 hielt das Bundesgericht fest, angesichts ihrer Umstrittenheit\nerscheine die eine wie die andere Lösung nicht als willkürlich, so dass sich\nauch die Ansicht des Obergerichts, vorsorgliche Massnahmen seien im Eheschutzverfahren grundsätzlich zulässig, aber nur zurückhaltend anzuordnen\nund hier nicht notwendig, nicht als willkürlich erweisen könne. Willkürfrei hätte\ndas Obergericht vielmehr die Anordnung vorsorglicher Massnahmen im Ehe-\nKantonsgericht Schwyz 7\n\nschutzverfahren grundsätzlich ablehnen dürfen (E. 5). Sowohl im Eheschutzals auch im Massnahmeverfahren können Unterhaltsbeiträge bis ein Jahr vor\nEinreichung des entsprechenden Begehrens geltend gemacht werden (Annette Spycher in: Berner Kommentar, N 26 zu Art. 276 ZPO). Ist im Zeitpunkt der\nRechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens ein Eheschutzverfahren betreffend Unterhaltsbeiträge hängig, besteht ein positiver Kompetenzkonflikt zwischen Eheschutz- und Scheidungsgericht. Gemäss der Rechtsprechung des\nBundesgerichts trifft in diesem Falle für die Zeit vor Rechtshängigkeit der\nScheidung das Eheschutzgericht sämtliche Massnahmen zur Regelung des\nGetrenntlebens, für die Zeit danach ist hierfür grundsätzlich das Scheidungsgericht zuständig (BGE 129 III 60 ff., E. 2+3; 137 III 614 ff, E. 3.2.2 = Praxis\n101 (2012), Nr. 74, S. 506 ff; 138 III 646 ff., E. 3.3.2 = Praxis 102 (2013),\nNr. 34, S. 282 ff).\n\nIm Kanton Schwyz beurteilt gemäss § 31 Abs. 2 JG der Einzelrichter am Bezirksgericht sowohl Familien- und Partnerschaftssachen als auch die summarischen Verfahren. Für die Scheidung, einschliesslich vorsorglicher Massnahmen nach Art. 276 ZPO, als auch für Eheschutzmassnahmen nach Art. 172 ff\nZGB in Verbindung mit Art. 271 lit. a ZPO ist somit der gleiche Richter zuständig. Gestützt darauf besteht eine verbreitete Praxis, dass der gleiche Richter\ndie nötigen Anordnungen bis zur Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens\nals Eheschutzmassnahmen und danach als vorsorgliche Massnahmen im\nScheidungsverfahren trifft (vgl. diesbezüglich auch: Annette Spycher, a.a.O.,\nN 20 zu Art. 271 ZPO). Im Beschluss ZK2 2015 14 vom 25. September 2015,\nE. 2, hat das Kantonsgericht es abgelehnt, einen vorinstanzlichen Entscheid\nbloss deshalb aufzuheben, weil ein Auskunftsbegehren nach Art. 170 Abs. 2\nund 3 ZGB nach Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens von diesem\nabgetrennt und fälschlicherweise als Eheschutzbegehren behandelt worden\nwar, und hat die entsprechenden Anordnungen als vorsorgliche Massnahmen\nim Sinne von Art. 276 ZPO umgedeutet.\nKantonsgericht Schwyz 8\n\nVorliegend hat die Gesuchstellerin das Eheschutzbegehen am 7. Oktober\n2016 dem Bezirksgericht Schwyz überbracht und damit rechtshängig gemacht. Am gleichen Tag wurde gemäss unbestrittener Darstellung der\nVorinstanz das Scheidungsbegehren des Gesuchsgegners der Post übergeben. Damit entfiel die Zuständigkeit des Eheschutzrichters für die Regelung\ndes Unterhalts ab Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens. Der\nvorinstanzliche Richter hätte deshalb auch ein Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen nach Art. 276 ff. ZPO führen müssen. Er hat die Parteien\naber mit Verfügung vom 17. Oktober 2016 ausschliesslich zur Eheschutzverhandlung auf den 23. November 2016 vorgeladen (Vi-act. 3). Ebenso steht im\nBetreff des Protokolls der Hauptverhandlung vom 23. November 2016 (Viact. 9) nur \"Eheschutz\". Im begründeten Entscheid vom 29. Dezember 2016\nhat er den Betreff dagegen mit \"Eheschutz / vorsorgliche Massnahmen\" angegeben und festgehalten, dass nach Eintritt der Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens die nötigen vorsorglichen Massnahmen nach Art. 275 f. ZPO\nzu treffen seien, wobei die Bestimmungen über die Massnahmen zum Schutz\nder ehelichen Gemeinschaft sinngemäss anwendbar seien (E. 2.1).\n\n"}