{"Signatur": "SZ_KG_002", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2017-11-13", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-17_2017-11-13.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "7fe908e04ab0e5770002a237d3fae142"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-17_2017-11-13.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK2_2017_17_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2d50333049146aebdf6031327a9e6353b7a1ba2f3fed8f306090f0f2920cbc050edb167ba3ce64d5e16232a9405d27a02ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2d50333049146aebdf6031327a9e6353b7a1ba2f3fed8f306090f0f2920cbc050edb167ba3ce64d5e16232a9405d27a02ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK2_2017_17", "Checksum": "309b841ac3db29ae1d439095ef59b6e6"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK2 2017 17"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 2. 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Januar 1924 hielt das Bundesgericht fest, dass den Betreibungsferien und dem Rechtsstillstand ein Einfluss auf Beschwerde- und Rekursfristen nur insoweit zugestanden werden könne, „als das nach Art. 56\nSchKG für diese Zeiten geltende Verbot der Vornahme von Betreibungshandlungen reicht“ (BGE 50 III 11, E. 2). Nachdem das Bundesgericht den Anwendungsbereich von Art. 63 SchKG zunächst auf den Gläubiger (BGE 67 III 103,\nS. 103 f.) und später auch auf den Dritten ausgeweitet hatte (BGE 80 III 3 =\nPra 1954 Nr. 85, S. 255 f.; vgl. E. 3c vorstehend), kam es mit Entscheid vom\n19. April 1958 zum Schluss, die Anwendung von Art. 63 SchKG setze das\nKantonsgericht Schwyz 7\n\nVorliegen einer Betreibungshandlung nicht voraus, weil diese Vorschrift auch\ndem Gläubiger und Dritten zugutekomme, obwohl darin, dass dem Gläubiger\noder einem Dritten eine Frist angesetzt werde, naturgemäss überhaupt nie\neine Betreibungshandlung liege (BGE 84 III 9, E. 2). In Abweichung davon –\nund ohne auf diesen Entscheid einzugehen – führte das Bundesgericht in\nBGE 115 III 6 mit Verweis auf den zuvor zitierten BGE 50 III 11 aus, es habe\n„Art. 63 SchKG stets auch in unmittelbarer Verbindung zu den Bestimmungen\nüber die Betreibungsferien und den Rechtsstillstand gesehen“. Eine Fristerstreckung nach Art. 63 SchKG sei „deshalb nur möglich, wenn Betreibungshandlungen angefochten werden, die während Betreibungsferien und Rechtsstillstand nicht vorgenommen werden dürfen“ (BGE 115 III 6, E. 4). In späteren Entscheiden bestätigte das Bundesgericht die in BGE 115 III 6 eingeleitete\nRechtsprechung, ohne jedoch auf den dazu im Widerspruch stehenden\nBGE 84 III 9 Bezug zu nehmen (BGE 127 III 173, E. 1a; BGE 117 III 4, E. 3).\nIn seiner neueren Rechtsprechung hält das Bundesgericht daran fest und führt\naus, dass dort, wo Art. 56 SchKG nicht zum Tragen komme, auch der Anwendung von Art. 63 SchKG betreffend die Auswirkungen der Betreibungsferien\nauf den Lauf einer Frist der Boden entzogen sei. Die Voraussetzung einer\nBetreibungshandlung entspreche der konstanten Praxis des Bundesgerichts\nund auch die kantonale Rechtsprechung setze das Vorliegen einer Betreibungshandlung voraus. Es bestehe kein Anlass, diese Rechtsprechung zu\nüberdenken (BGer, Urteil 5A_471/2013 vom 17. März 2014, E. 2.2 f. m.w.H.).\nIn der Literatur stiess diese Rechtsprechung indes auf Kritik und es wurde\neine Auseinandersetzung mit den in der Lehre vertretenen Meinungen gefordert (D. Staehelin, in: Bauer/Staehelin, Basler Kommentar, Bundesgesetz\nüber Schuldbetreibung und Konkurs, Ergänzungsband zur 2. A., 2017, ad N 7\nzu Art. 63 SchKG, m.w.H.; Sarbach, a.a.O., N 4 zu Art. 63 SchKG).\n\ne) In der Lehre ist die Frage, ob Art. 63 SchKG nur auf solche Fristen Anwendung finde, welche aufgrund einer Betreibungshandlung im Sinne von\nArt. 56 SchKG gesetzt werden, kontrovers diskutiert. Ein Teil der Lehre folgt\nKantonsgericht Schwyz 8\n\nder in BGE 115 III 6 festgehaltenen Rechtsprechung, wonach Art. 63 SchKG\nnur auf Fristen anwendbar sei, denen eine Betreibungshandlung zugrunde\nliege, die gemäss Art. 56 SchKG zu bestimmten Zeiten untersagt sei (Brunner/Reutter, Kollokations- und Widerspruchsklagen nach SchKG, 2. A., 2002,\nS. 108; wohl auch Ernst/Oberholzer, a.a.O., S. 9). Demgegenüber vertreten\nandere Autoren die Ansicht, Art. 63 SchKG erfasse auch Gläubiger und Dritte\nund finde daher auch für diese Anwendung, unabhängig vom Bezug zu einer\nBetreibungshandlung, was der in BGE 84 III 9 vertretenen Auffassung entspricht (Hoffmann-Nowotny, a.a.O., N 11 zu Art. 145 ZPO; Bauer, in: Staehelin/Bauer/Staehelin [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. I, 2. A., 2010, N 36 zu Art. 56 SchKG und N 7 ff. zu\nArt. 63 SchKG; D. Staehelin, a.a.O., ad N 7 zu Art. 63 SchKG; A. Staehelin, in:\nSutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A., 2016, N 8 zu Art. 145 ZPO). Sodann äussern sich einige Autoren zwar kritisch gegenüber der in BGE 115 III 6 festgehaltenen bundesgerichtlichen Rechtsprechung und führen aus, Art. 63 SchKG\nspreche schlechthin von Fristen, meine also nicht allein solche, innert deren\nBetreibungshandlungen anzufechten seien; sie lassen letztlich aber insbesondere in Bezug auf die Fristansetzung zur Widerspruchsklage an einen Dritten\noffen, ob Art. 63 SchKG zur Anwendung kommen soll (Jaeger/Walder/Kull/Kottmann, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. I, 4. A., 1997, N 3 zu Art. 63 SchKG; Sarbach, a.a.O., N 3 ff. zu\nArt. 63 SchKG, welcher sich bemerkenswerterweise hinsichtlich der Widerspruchsklage des Schuldners gemäss Art. 107 Abs. 2 SchKG dafür ausspricht, die ZPO-Gerichtsferien anzuwenden, obwohl er die Fristansetzung an\nden Schuldner im Widerspruchsverfahren im Gegensatz zu den erstgenannten Autoren als Betreibungshandlung einstuft [N 13 zu Art. 56 SchKG]).\n\nFerner finden sich auch geteilte Lehrmeinungen betreffend die Anwendbarkeit\nder SchKG-Betreibungsferien bzw. der ZPO-Gerichtsferien – insbesondere\nauch mit Blick auf die Fristansetzung für die Widerspruchsklage an einen Drit-\nKantonsgericht Schwyz 9\n\n"}