{"Signatur": "SZ_KG_002", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2017-09-29", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-11_2017-09-29.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "43e11c99b41f0c6f0ec3a008dd4b6aab"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-11_2017-09-29.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK2_2017_11_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d22cd4f571f57debc5c4af87955386b70f57c22f9450bb77ccf30f5ee7d230ca86c8ab69fba609c874086b016dbce31014ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d22cd4f571f57debc5c4af87955386b70f57c22f9450bb77ccf30f5ee7d230ca86c8ab69fba609c874086b016dbce31014ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK2_2017_11", "Checksum": "8e37e21f5830855a7ff8ebaf0d9897cf"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK2 2017 11"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 2. 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Gabriela Thurnherr.\n\nIn Sachen A.________,\nBeklagte und Beschwerdeführerin,\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________,\n\ngegen\n\nC.________,\nKlägerin und Beschwerdegegnerin,\nvertreten durch Rechtsanwalt D.________,\n\nbetreffend Forderung aus Arbeitsvertrag\n(Beschwerde gegen das Urteil des Einzelrichters am Bezirksgericht Höfe vom\n14. Dezember 2016, ZEV 2016 12);-\n\nhat die 2. Zivilkammer,\nKantonsgericht Schwyz 2\n\nnachdem sich ergeben und in Erwägung:\n\n1. C.________ war ab März 2015 jeweils wöchentlich für A.________ als\nReinigungsfrau tätig. Nach Unstimmigkeiten im August 2015 kündigte\nA.________ am 2. September 2015 das Rechtsverhältnis telefonisch per sofort.\n\na) Mit Klage vom 8. März 2016 an den Einzelrichter am Bezirksgericht Höfe\nstellte C.________ folgende Rechtsbegehren (Vi-act. A.I):\n\n1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Nettolohn\n\n- für August 2015 im Betrag von CHF 810.00,\n- für September 2015 im Betrag von CHF 1‘350.00,\n- für Oktober 2015 im Betrag von CHF 1‘080.00 sowie\n- eine Entschädigung im Sinne von Art. 337c Abs. 3 OR im Betrag\nvon CHF 2‘160.00\n\nnebst Zins zu 5 % seit 18. November 2015 zu entrichten.\n\n2. Unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten.\n\nA.________ beantragte mit Klageantwort vom 27. Juni 2016 die vollumfängliche Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl.\nMWST) zu Lasten der Klägerin (Vi-act. A.II).\n\nMit Urteil vom 14. Dezember 2016 verpflichtete der Einzelrichter am Bezirksgericht Höfe die Beklagte, der Klägerin netto Fr. 4‘890.00 zuzüglich Zins zu\n5 % seit dem 18. November 2015 zu bezahlen.\n\nb) Dagegen erhob A.________ (nachfolgend Beschwerdeführerin) rechtzeitig Beschwerde mit folgenden Anträgen (KG-act. 1):\n\n1. In Gutheissung der Beschwerde sei das Urteil vom 14.12.2016 des\nBezirksgerichts Höfe im Verfahren ZES (recte: ZEV) 2016 12 aufzuheben.\nKantonsgericht Schwyz 3\n\n2. Die Klage der Beschwerdegegnerin vom 08.03.2016 sei abzuweisen.\n\n3. Eventualiter sei das Verfahren zur Neubeurteilung an das Bezirksgericht Höfe zurückzuweisen.\n\n4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten\nder Beschwerdegegnerin.\n\nMit Beschwerdeantwort vom 14. Februar 2017 beantragte C.________ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde\nunter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerin\n(KG-act. 8).\n\n2. Umstritten ist vorwiegend die Qualifikation des Rechtsverhältnisses zwischen den Parteien als Arbeits- (Beschwerdegegnerin) oder Werkvertrag (Beschwerdeführerin). Ein schriftlicher Vertrag liegt nicht vor.\n\na) Auf die rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz zur Definition des Arbeitsvertrages (E. 1.1), zur Abgrenzung des Arbeitsvertrages vom Werkvertrag (E. 1.2) und zur grundsätzlichen Qualifikation der Tätigkeit von Reinigungskräften (E. 1.3) kann verwiesen werden (§ 45 Abs. 5 JG). Im Hinblick\nauf die Vorbringen in der Beschwerde ist hervorzuheben, dass das wesentliche Abgrenzungskriterium des Arbeitsvertrages vom Werkvertrag das Unterordnungsverhältnis ist. Der Arbeitnehmer ist in eine fremde Arbeitsorganisation eingebunden. Als Folge des Subordinationsverhältnisses kommt dem Arbeitgeber ein umfassendes Weisungsrecht zu. Demgegenüber ist das Mass\nder Selbständigkeit und Eigenverantwortung beim Werkvertrag wesentlich.\nIndizien hierfür sind insbesondere, dass der Unternehmer seine Arbeitszeit frei\neinteilen kann und mit eigenen Geräten und Materialien in den eigenen Räumen arbeitet. Als weiteres Abgrenzungskriterium kann der Inhalt der Arbeitsleistung dienen. Der Arbeitnehmer schuldet ein Wirken, d.h. das Zurverfügungstellen seiner Arbeitskraft, wohingegen der Unternehmer ein Werk, d.h.\nein Arbeitsergebnis, schuldet. Die übrigen Kriterien, z.B. Vergütung nach län-\nKantonsgericht Schwyz 4\n\ngeren Zeiteinheiten, ausschliessliche Tätigkeit für einen Arbeitgeber, Dauercharakter des Vertragsverhältnisses etc. sind alleine keine tauglichen Abgrenzungskriterien. Sie können höchstens als weitere Indizien beigezogen werden\n(Streiff/von Kaenel/Rudolph, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, 7. Aufl.,\nZürich/Basel/Genf 2012, N 4 zu Art. 319 OR; Rehbinder/Stöckli, Berner Kommentar zum OR, Bern 2010, N 47 f. zu Art. 319 OR; Adrian Staehelin, Zürcher\nKommentar zum OR, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, N 34 ff. zu Art. 319\nOR; Vischer/Müller, Der Arbeitsvertrag, 4. Aufl., Basel 2014, S. 27 ff.).\nSchliesslich ist für die Qualifikation des Vertragsverhältnisses immer eine\nWürdigung des Gesamtbildes nach dem Massstab der Verkehrsanschauung\nentscheidend (Vischer/Müller, a.a.O., S. 26).\n\n"}