{"Signatur": "SZ_KG_002", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2018-10-08", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-112_2018-10-08.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "6dc2a959191e933b4f0b0c2ac7c4dc81"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2017-112_2018-10-08.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK2_2017_112_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d25e9c566a94e327781befb2aaf7f4792dabadc1823c61268e4e8430c6dc13e5cdcbc1187439e29054ebbdc8147123f279ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d25e9c566a94e327781befb2aaf7f4792dabadc1823c61268e4e8430c6dc13e5cdcbc1187439e29054ebbdc8147123f279ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK2_2017_112", "Checksum": "5fbee92448e925c2e4291c27fda2c335"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK2 2017 112"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 2. 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Der Perimeterplan für Gebiete mit dauernden Bodenverschiebungen nach Art. 67 TVAV (Technische Verordnung des VBS über die\namtliche Vermessung [TVAV]; SR 211.432.21) wird analog dem Verfahren für\nErsterhebungen nach § 33 KGeoiG (Kantonales Geoinformationsgesetz\n[KGeoiG]; SRSZ 214.110) öffentlich aufgelegt (§ 13 Abs. 3 KVAV). Laut § 33\nAbs. 1-4 KGeoiG findet ein Auflage- und Einspracheverfahren statt. Gemäss\n§ 33 Abs. 5 KGeoiG kann der Einspracheentscheid an das Kantonsgericht\nweitergezogen werden. Das Berufungsverfahren der Schweizerischen Zivilprozessordnung findet sinngemäss Anwendung. Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts ist somit gegeben und für das Verfahren gelangen die Bestimmungen von Art. 308 ff. ZPO resp. der Zivilprozessordnung zur Anwendung.\n\n3. Nach Art. 125 ZPO kann das Gericht zur Vereinfachung des Prozesses\ninsbesondere gemeinsam eingereichte Klagen trennen (lit. b) oder\nselbstständig eingereichte Klagen vereinigen (lit. c). Da den vorliegenden\nBerufungen im Sinne einer subjektiven Klagenhäufung ein identischer\nSachverhalt zugrunde liegt und gleichartige Rechtsfragen zu klären sind (vgl.\nArt. 71 Abs. 1 ZPO), rechtfertigt es sich aus Gründen der Prozessökonomie,\ndie Berufungen ZK2 2017 112-121 zu vereinigen.\n\n4. a) Bodenverschiebungen von einem Grundstück auf ein anderes bewirken keine Veränderung der Grenzen (Art. 660 Abs. 1 ZGB; Grundsatz der\nUnverrückbarkeit der Grenzen, vgl. zum Ganzen BSK ZGB II-Strebel/Laim,\n5. A., N 2 ff. zu Art. 660 ZGB). Bodenteile und andere Gegenstände, die hierbei von dem einen Grundstück auf das andere gelangt sind, unterliegen den\nBestimmungen über die zugeführten Sachen oder die Sachverbindungen\n(Art. 660 Abs. 2 ZGB). Der Grundsatz, wonach Bodenverschiebungen keine\nÄnderung der Grenzen bewirken, gilt laut Art. 660a Abs. 1 ZGB nicht für Gebiete mit dauernden Bodenverschiebungen, wenn diese Gebiete vom Kanton\nals solche bezeichnet worden sind. Bei der Bezeichnung der Gebiete ist die\nBeschaffenheit der betroffenen Grundstücke zu berücksichtigen (Art. 660a\nKantonsgericht Schwyz 5\n\nAbs. 2 ZGB), das heisst insbesondere die Bodennutzung, die Bodenbedeckung sowie der Wert des Bodens (CHK-F. Hitz, 3. A., N 6 zu Art. 660-660b\nZGB; BSK ZGB II-Strebel/Laim, 5. A., N 8 zu Art. 660a ZGB). Bei unproduktiven Flächen kann jedoch auf die kostspielige Ausscheidung und die Erstellung\nvon Perimeterplänen verzichtet werden (CHK-F. Hitz, 3. A., N 8 zu Art. 660-\n660b ZGB). Die Zugehörigkeit eines Grundstücks zu einem Gebiet mit dauernden Bodenverschiebungen ist in geeigneter Weise den Beteiligten mitzuteilen und im Grundbuch anzumerken (Art. 660a Abs. 3 ZGB). Die Kantone entscheiden, wie sie die betroffenen Gebiete umschreiben. Handelt es sich jedoch um ein Rutschgebiet, so ist ein Perimeterplan anzulegen (CHK-F. Hitz,\n3. A., N 6 zu Art. 660-660b ZGB mit Hinweis u.a. auf Art. 67 TVAV). Die Anmerkung der Zugehörigkeit eines Grundstückes zu einem Gebiet mit dauernden Bodenverschiebungen weist insbesondere einen potentiellen resp.\ntatsächlichen Erwerber darauf hin, dass die Vermutung der Richtigkeit des\nGrundbuchplans innerhalb des vom Perimeterplan erfassten Gebietes nicht\ngilt (Art. 668 Abs. 3 ZGB), dass er sich hinsichtlich der Grundstücksgrenzen\nnicht auf seinen guten Glauben berufen kann (Art. 973 Abs. 2 ZGB) und dass\nBetroffene wegen Unzweckmässigkeit der Grenze deren Neufestsetzung verlangen können (Art. 660b; BSK ZGB II-Strebel/Laim, 5. A., N 11 zu Art. 660b\nZGB; CHK-F. Hitz, 3. A., N 6 zu Art. 660-660b ZGB).\n\nDie Empfehlungen der Konferenz der Kantonalen Vermessungsämter (KKVA)\nzur Behandlung von dauernden Bodenverschiebungen in der Amtlichen Vermessung (Vi-BB 4.9; nachfolgend Empfehlungen) definieren diese als „permanente grossflächige (mehrere Grundstücke und mehrere Hektaren umfassende), hangabwärts gerichtete gleitende Bewegungen. Sie verlaufen langsam und über grössere Zeiträume“ (Empfehlungen Ziff. 3 S. 10). Als\nmassgebliche Kriterien für die Ausscheidung nennen die Empfehlungen unter\nHinweis auf den vorstehend zitierten Basler Kommentar einerseits wirtschaftliche Kriterien wie die Bodenbedeckung, die Bodennutzung sowie den Wert der\nbetroffenen Grundstücke (Empfehlungen Ziff. 3.1.1 S. 10). Als technisches\nKantonsgericht Schwyz 6\n\n"}