{"Signatur": "SZ_KG_002", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2012-11-27", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2012-55_2012-11-27.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "60c6070e198d1fd4fa375513d88194d2"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2012-55_2012-11-27.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK2_2012_55_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d279f16bd53f603a67cb27064339f4a19feaa65e6c701200e23b9b49797296f2c80346616d03ab9e90b504c9d19a0ce6aeea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d279f16bd53f603a67cb27064339f4a19feaa65e6c701200e23b9b49797296f2c80346616d03ab9e90b504c9d19a0ce6aeea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK2_2012_55", "Checksum": "227c49ac348a16f2a05aaab960676bae"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK2 2012 55"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 2. 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In der Regel ist für das Wohl des\nKindes die Beziehung zu beiden Eltern wichtig und hat es ein Bedürfnis, regelmässige Kontakte zu beiden Elternteilen zu haben (Schwenzer, Basler\nKommentar, 4. Aufl. 2010, N 6 zu Art. 273 ZGB). Bei Kleinkindern soll gemäss\nLehre einerseits keine allzu lange Trennung von der Hauptbezugsperson\nangeordnet werden, anderseits der Abstand zwischen den Besuchen zwei\nWochen nicht überschreiten (Schwenzer, a.a.O., N 14 zu Art. 273 ZGB; Maier,\nAktuelles zu Eheschutzmassnahmen, Scheidungsgründen und\nKinderbelangen, in: AJP 1/2008, S. 87; Büchler/Wirz, in: Familienkommentar\nScheidung, Bd. I, 2. Aufl. 2011, N 24 zu Art. 273 ZGB). Besteht Streit über das\nBesuchsrecht, tendiert die ältere Praxis in der deutschen Schweiz bei\nKleinkindern (bzw. Kindern im Vorschulalter) zu einem oder zwei halben Tagen\npro Monat und bei Schulkindern auf ein (bis zwei) Wochenende(n) mit einer\nÜbernachtung und zwei bis drei Wochen Ferien jährlich (Michel, in:\nBüchler/Jakob, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Kurzkommentar, 2012, N 12\nzu Art. 273 ZGB; Schwenzer, a.a.O., N 15 zu Art. 273 ZGB; Büchler/Wirz,\na.a.O., N 20 zu Art. 273 ZGB; Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis,\n2008, Rz. 2.16; Maier, a.a.O., S. 87; BGer, Urteil vom 1. September 2004,\n5C.146/2004, E. 2.1). Ist das Besuchsrecht nicht umstritten, gelten ähnliche\nPrinzipien wie in der Westschweiz, welches üblicherweise jedes zweite\nWochenende mit einer oder gar zwei Übernachtungen, die Hälfte der\nSchulferien und alternierend die Doppelfeiertage umfasst (BGer, Urteil vom 16.\nNovember 2006, 5C.178/2006, E. 4.1.1; vgl. auch BGer, Urteil vom 1.\nSeptember 2004, 5C.146/2004, E. 2.1). Zu beachten ist indessen einerseits,\nKantonsgericht Schwyz 10\n\ndass Konfliktsituationen nicht zu einer einschneidenden Beschränkung des\nBesuchsrechts auf unbestimmte Zeit führen dürfen, wenn das Verhältnis\nzwischen dem besuchsberechtigten Elternteil und dem Kind gut ist (BGE 130\nIII 585 E. 2.2.1, S. 589; BGE 131 III 209 E. 4, S. 211). Andererseits misst sich\ndie Ausgestaltung des Besuchsrechts im Einzelfall nicht an der kantonalen\nPraxis, sondern am Kindeswohl, welches oberste Richtschnur bildet, wobei das\nortsübliche Besuchsrecht nur aus konkreten Gründen eingeschränkt werden\nsollte (Michel, a.a.O., N 12 zu Art. 273 ZGB; BGE 131 III 209 E. 5, S. 212). Bei\nder Regelung der Häufigkeit und Dauer der Besuchskontakte spielen daneben\ninsbesondere das Alter des Kindes, seine bisherige Bindung an den nicht\nobhutsberechtigten Elternteil, die Lebensausgestaltung des Kindes und beider\nEltern, die Gesundheit und zeitliche Verfügbarkeit der Betroffenen sowie die\nDistanz zwischen den elterlichen Wohnungen eine massgebende Rolle\n(Schwenzer, a.a.O., N 10 und 13 zu Art. 273 ZGB; Michel, a.a.O., N 12 zu Art.\n273 ZGB; Achermann-Weber, in: Kren/Kostkiewicz/Nobel/Schwander/Wolf,\nSchweizerisches Zivilgesetzbuch, Kommentar, 2. Aufl. 2011, N 6 zu Art. 273\nZGB). Welche Ordnung des persönlichen Verkehrs zwischen Eltern und\nKindern angemessen ist, lässt sich nicht objektiv und abstrakt umschreiben,\nsondern entscheidet sich im konkreten Einzelfall nach richterlichem Ermessen\n(BGer, Urteil vom 20. September 2011, 5A_432/2011, E. 2.5 = FamPra 1/2012\nNr. 13).\n\nc) aa) E.________ ist vier Jahre alt. Bei Kindern im Vorschulalter wird\nregelmässig auf Übernachtungen beim Besuchsberechtigten verzichtet (Maier,\na.a.O., S. 87; Büchler/Wirz, a.a.O., N 24 zu Art. 273 ZGB). Auch der\nVorderrichter hat Übernachtungen in erster Linie aufgrund des Alters von\nE.________ abgelehnt. Ob das Kind beim Besuchsberechtigten übernachtet,\nhängt neben dem Alter aber insbesondere auch von der Qualität der Beziehung\nzwischen dem Besuchsberechtigten und dem Kind ab (Schwenzer, a.a.O., N\n14 zu Art. 273 ZGB). Der Gesuchsgegner macht geltend, seine bisher\nermöglichten wenigen Kontakte mit seiner Tochter seien qualitativ sehr gut und\nfür E.________ offensichtlich jeweils ein prägendes, glückliches Erlebnis\ngewesen. Auch die Gesuchstellerin hält fest, dass sie und der Gesuchsgegner\naktuell in der Lage seien, betreffend Besuchsrecht Absprachen zu treffen, wobei\nKantonsgericht Schwyz 11\n\n"}