{"Signatur": "SZ_KG_001", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2018-11-30", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2016-38_2018-11-30.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "8807b232b6630de31225e38cd369d4dd"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2016-38_2018-11-30.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK1_2016_38_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2fdebe33ff2bfeaf721e3081d7f3e424c32f7433a2dc9fb0e5e01f97768472339f9918a4db8127bccdaf4bc0f8fef1841ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2fdebe33ff2bfeaf721e3081d7f3e424c32f7433a2dc9fb0e5e01f97768472339f9918a4db8127bccdaf4bc0f8fef1841ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK1_2016_38", "Checksum": "3156b5073c8d0964f7285b3e0f83eaf7"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK1 2016 38"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 1. 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Zivilkammer 30.11.2018 ZK1 2016 38\nRegeste:\nErbteilung | Erbrecht\n\nNach Art. 527 Ziff. 1 ZGB unterliegen unter anderem die Zuwendungen auf\nAnrechnung an den Erbteil als Heiratsgut, Ausstattung oder Vermögensabtretung, wie die Verfügungen von Todes wegen, der Herabsetzung, wenn sie\nnicht der Ausgleichung unterworfen sind (Hrubesch-Millauer, a.a.O., Art. 527\nN 4; Forni/Piatti, a.a.O., Art. 527 N 2; BGE 107 II 119, E. 3b; BGE 98 II 352,\nE. 3). Das Bundesgericht zählt zu den von dieser Bestimmung erfassten Zuwendungen alle, die ihrer Natur nach – objektiv – der Ausgleichung\nunterständen, ihr aber durch eine gegenteilige Verfügung des Erblassers –\nsubjektiv – entzogen worden sind (Forni/Piatti, a.a.O., Art. 527 N 4; Fankhauser, in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Erbrecht, 3. Auflage, Zürich 2016, Art. 527 N 2; Grüninger, a.a.O.,\nArt. 527 N 2; Wildisen, a.a.O., Art. 475 N 2; Hrubesch-Millauer, a.a.O.,\nArt. 527 N 4 und N 11; Wolf/Genna, a.a.O., § 19 Ziff. III.1.a; BGE 107 II 119,\nE. 3b; BGE 116 II 667, E. 2 = Pra 80 [1991] Nr. 159; BGE 76 II 188, E. 2; BGE\n71 II 69, E. 4a; BGE 126 III 171, E. 3a; BGE 98 II 352, E. 3a; BGer 5A_587/\n2010 vom 11. Februar 2011, E. 2; Sticher, Gemischte Schenkung – Zuwendungsabsicht als Bedingung der Herabsetzung, S. 58, in: successio 1/13,\nS. 57 ff.). Dieser Anwendungsbereich entspricht der sog. objektiven Theorie,\nnach welcher die Worte „auf Anrechnung“ in einem rein objektiven Sinn zu\nverstehen sind, d.h. in dem Sinne, dass unter Art. 527 Ziff. 1 ZGB alle\nZuwendungen fallen, die ihrer Natur nach zu jenen gehören, die gemäss\nArt. 626 ZGB in Anrechnung gebracht werden (Tuor, in: Becker [Hrsg.], Berner\nKommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Band III, 2. Auflage, Bern 1952,\nArt. 527 N 4; Hrubesch-Millauer, a.a.O., Art. 527 N 11a; vgl. Eitel, Die erbrechtliche Berücksichtigung lebzeitiger Zuwendungen im Spannungsfeld zwischen Ausgleichung und Herabsetzung, S. 470 f., in: ZBJV 6/2006 vom\n26. Juni 2006, S. 457 ff.). Es kommt dabei allein auf die Natur der\nZuwendungen und nicht auf den erblasserischen Willen an (Hrubesch-\nMillauer, a.a.O., Art. 527 N 11a). Die Vertreter der subjektiven Theorie\nsprechen sich demgegenüber für eine restriktivere Interpretation von Ziff. 1\naus. Eine Zuwendung soll ihrer Ansicht nach nicht von Art. 527 Ziff. 1 ZGB\nKantonsgericht Schwyz 29\n\nerfasst werden, wenn der Erblasser ihre Ausgleichung wegbedungen hat, da\nsie dann nicht „auf Anrechnung an den Erbteil“ gemacht worden sein könne.\nEine Befreiung von der Ausgleichung durch den Erblasser würde der\nsubjektiven Theorie folgend auch für die Herabsetzung gelten (Hrubesch-\nMillauer, a.a.O., Art. 527 N 11a; Eitel, Die erbrechtliche Berücksichtigung lebzeitiger Zuwendungen im Spannungsfeld zwischen Ausgleichung und Herabsetzung, S. 470 f., in: ZBJV 6/2006 vom 26. Juni 2006, S. 457 ff.; vgl. Grüninger, a.a.O., Art. 527 N 2). Die herrschende Lehre und das Bundesgericht\nsprechen sich indessen, wie ausgeführt, für die objektive Theorie aus, sodass\nArt. 527 Ziff. 1 ZGB auch zur Anwendung gelangt, wenn die Zuwendungen\ndes Erblassers der Ausgleichung entzogen worden sind (BGE 116 II 667, E. 2,\nm.w.H. = Pra 80 [1991] Nr. 159; BGer 5A_587/2010 vom 11. Februar 2011,\nE. 2; Sticher, Gemischte Schenkung – Zuwendungsabsicht als Bedingung der\nHerabsetzung, S. 59, in: successio 1/13, S. 57 ff.; vgl. zum Ganzen Lavanchy,\nGeltung der objektiven oder subjektiven Theorie bei der Anwendung von\nArt. 527 ZGB in der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung, in: BJM 4/\n2018, S. 257 ff.).\n\naa) Darüber hinaus hängt die Antwort auf die Frage, ob eine lebzeitige Zuwendung an einen Erben nach Art. 527 Ziff. 1 ZGB der Herabsetzung unterliegt, ebenso davon ab, ob sie einem ähnlichen Zweck wie die in Art. 527\nZiff. 1 ZGB beispielhaft aufgeführten Zuwendungen diente. Die Aufzählung der\nherabsetzbaren Zuwendungen in Art. 527 Ziff. 1 ZGB ist nicht abschliessender\nNatur (BGE 116 II 667, E. 3a, m.w.H. = Pra 80 [1991] Nr. 159; BGE 107 II\n119, E. 3b). Ziff. 1 kommt stets zur Anwendung, wenn eine Schenkung an\neinen Erben der Existenzbegründung, -sicherung oder -verbesserung und der\nFamilienfürsorge dient (Hrubesch-Millauer, a.a.O., Art. 527 N 5 und N 11;\nBGE 116 II 667, E. 3a, m.w.H. = Pra 80 [1991] Nr. 159; BGE 107 II 119, E. 3b;\nvgl. Forni/Piatti, a.a.O., Art. 527 N 3; vgl. auch Fankhauser, a.a.O., Art. 527\nN 2; vgl. auch BGE 76 II 188, E. 8 f.). Das Bundesgericht bejaht den\nAusstattungscharakter etwa bei Mitgift, der finanziellen Unterstützung beim\nKantonsgericht Schwyz 30\n\n"}